„Kiez­kum­pels“zu­frie­den

3:3 – Ko­vac und Dar­dai brau­chen kei­nen Sieg

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Ni­ko Ko­vac und Pal Dar­dai hat­ten sich viel zu er­zäh­len. Kurz be­vor die bei­den Fuß­ball­trai­ner das ver­rück­te 3:3 (2:1) von Ein­tracht Frankfurt ge­gen Her­tha BSC er­klä­ren muss­ten, steck­ten die bei­den Kum­pels aus al­ten Ber­li­ner Zei­ten noch ein­mal die Köp­fe zu­sam­men – und sie ga­ben an­schlie­ßend grin­send zu, dass es kaum ein bes­se­res Er­geb­nis hät­te ge­ben kön­nen. „Ich bin froh, dass bei­de ei­nen Punkt ge­holt ha­ben und kei­ner den Platz als Ver­lie­rer ver­las­sen muss­te“, sag­te Ein­tracht-Coach Ko­vac, der als Pro­fi drei Spiel­zei­ten lang ge­mein­sam mit Dar­dai im Her­tha-Mit­tel­feld auf­ge­räumt hat­te. Der ge­bür­ti­ge Ber­li­ner war sicht­lich be­wegt nach dem für ihn „be­son­de­ren“Spiel. „Ich wün­sche mei­ner Her­tha und Pal al­les Gu­te“, sag­te der 44-Jäh­ri­ge und ver­ab­schie­de­te sich per Umar­mung von Her­tha-Kol­le­ge Dar­dai. Die Ei­nig­keit der „Kiez­kum­pels“spie­gelt sich nach fünf Spiel­ta­gen auch in der Ta­bel­le wi­der. Mit je­weils zehn Punk­ten und nur ei­ner Nie­der­la­ge sind bei­de Clubs bes­ser ge­star­tet

Ein­tracht Frankfurt und Her­tha BSC in Tor­lau­ne

als er­war­tet. „Wir ha­ben zwi­schen­durch ein biss­chen den Fa­den ver­lo­ren, aber wir sind cha­rak­ter­lich auf ei­nem sehr gu­ten Weg“, sag­te Ko­vac, des­sen Team erst in der 92. Mi­nu­te durch Micha­el Hec­tor zum Aus­gleich ge­kom­men war: „Wenn man so zu­rück­kommt, be­deu­tet das, dass man un­ter dem Strich viel gut ge­macht hat.“Ent­spre­chend „bit­ter“traf das spä­te Ge­gen­tor die Ber­li­ner. „Wir hät­ten hier ver­dient ge­won­nen“, sag­te Ve­dad Ibi­se­vic, der die Her­tha per Foul­elf­me­ter in Füh­rung (19.) und mit sei­nem Tor zum 2:2 (58.) zu­rück ins Spiel ge­bracht hat­te: „Das war ein­fach un­glück­lich und tut am En­de schon weh.“Der Tref­fer des erst zur zwei­ten Halb­zeit ein­ge­wech­sel­ten Alex­an­der Ess­wein („Das tut dop­pelt weh“) in der 65. Mi­nu­te reich­te nicht. Für Frankfurt tra­fen vor 45 000 Zu­schau­ern vor Hec­tor auch noch Tor­jä­ger Alex­an­der Mei­er (45.) und Mar­co Fa­bi­an (39.). Ins­ge­samt gab es drei Füh­rungs­wech­sel. „Ich den­ke, ich se­he das ge­nau wie Ni­ko – es sind zu vie­le To­re ge­fal­len. Das ist nur schön für die Zu­schau­er“, sag­te Dar­dai: „Wir ha­ben al­les un­ter Kon­trol­le und dann dreht sich das Spiel.“Den­noch war der 40-Jäh­ri­ge „glück­lich“mit dem Punkt – Kum­pel Ko­vac war es ja schließ­lich auch. „Das müs­sen wir auch sein“, sag­te Ein­tracht Frank­furts Übungs­lei­ter, der nach vier Zäh­lern aus der eng­li­schen Wo­che ins­ge­samt „sehr zu­frie­den“war. „Man kann nicht im­mer er­war­ten, Mann­schaf­ten wie Her­tha, die mei­ner Mei­nung nach in den obe­ren Be­reich ge­hört, zu schla­gen“, sag­te der Kroa­te, der sei­nem Team bis Di­ens­tag frei gab.

Kampf um den Ball: Ber­lins Mit­chell Wei­ser (rechts) und Ein­tracht-Ak­teur Sz­abolcs Husz­ti. Die Zu­schau­er sa­hen ein ver­rück­tes Spiel mit sechs To­ren. Das letz­te – für Frankfurt – fiel erst in der Nach­spiel­zeit. Fo­to: avs

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