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Der Sonntag (Mittelbaden) - - TIPPS & THEMEN - Wer

Wohl kei­ne an­de­re USRock­band der ver­gan­ge­nen 20 Jah­re hat ein so ma­kel­lo­ses Ge­samt­werk vor­zu­wei­sen wie Wil­co. Nicht nur dass die Kri­ti­ker über je­des ein­zel­ne Al­bum ju­beln – das Sex­tett um den kau­zi­gen Sin­ger/Song­wri­ter Jeff Tweedy pflegt auch ei­ne be­son­ders en­ge Be­zie­hung zu sei­nen Fans, und kom­mer­zi­ell ziem­lich er­folg­reich ist es noch da­zu. Nun al­so „Sch­mil­co“, be­reits die zwei­te Plat­te in­ner­halb ei­nes Jah­res nach „Star Wars“. Die bei­den je­weils rund 35 Mi­nu­ten lan­gen Song­samm­lun­gen könn­ten ein stim­mi­ges Wil­co-Dop­pel­al­bum wie einst „Being The­re“(1996) bil­den, so gut pas­sen sie mit ih­ren läs­si­gen, bis­wei­len sper­ri­gen, be­wusst klein­for­ma­ti­gen Lie­dern zu­sam­men. Der zu tief be­rüh­ren­den Bal­la­den und mäch­ti­gen Folk­rock-Epen fä­hi­ge Tweedy singt hier meist so sprö­de und la­ko­nisch, als wol­le er die ei­ge­ne Mid­life-Cri­sis in Tö­ne fas­sen. Mit „If I Ever Was A Child“, „Cry All Day“, „So­meo­ne To Lo­se“, „Hap­pi­ness“und „Just Say Good­bye“fü­gen Tweedy & Co dem Ka­ta­log her­aus­ra­gen­der Wil­co-Lie­der auch dies­mal ei­ne Hand­voll hin­zu, aber ins­ge­samt war die Tref­fer­quo­te schon mal hö­her. Bleibt ab­zu­war­ten, ob „Star Wars“und „Sch­mil­co“auf ei­ne (sehr klei­ne) Form­del­le bei Wil­co hin­wei­sen oder ob die Band aus Chi­ca­go le­dig­lich An­lauf für wei­te­re Groß­ta­ten ge­nom­men hat.

Wil­co, Sch­mil­co, An­ti/Epi­taph

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