Rin­den­mulch – nicht nur zur De­ko

Bei Wahl des Ma­te­ri­als spie­len ver­schie­de­ne Ge­sichts­punk­te ei­ne Rol­le / Ei­ni­ge Tipps

Der Sonntag (Mittelbaden) - - GARTEN IM HERBST -

R in­den­mulch und Rin­den­mulch ist noch lan­ge nicht das­sel­be. Ein gu­tes Pro­dukt er­ken­nen Sie an ei­nem nied­ri­gen Hol­zan­teil und ei­ner gro­ben Struk­tur. Zu klei­ne Rin­den­spä­ne zer­set­zen sich näm­lich zu schnell und er­fül­len ih­ren Zweck im Beet nur kurz.

Möch­ten Sie den Mulch al­lein zu De­ko­ra­ti­ons­zwe­cken nut­zen, spielt die­ser Fak­tor al­ler­dings kei­ne Rol­le. Für sol­che Fäl­le sind rei­ne Holz­häck­sel aus­rei­chend, die zu­dem deut­lich güns­ti­ger sind als das hoch­wer­ti­ge Rin­den­ma­te­ri­al.

Für ei­nen be­son­de­ren Ef­fekt im Beet gibt es die de­ko­ra­ti­ven Holz­häck­sel in un­ter­schied­li­chen um­welt­ver­träg­li­chen Far­ben.

Der ers­te Schritt, be­vor Sie Ih­re Kauf­ent­schei­dung tref­fen kön­nen, liegt da­rin, fest­zu­le­gen, wo­für Sie den Rin­den­mulch ver­wen­den möch­ten und ob Sie den ge­wünsch­ten Ef­fekt vi­el­leicht auch mit Holz­häck­seln er­rei­chen kön­nen.

Rin­den­mulch ent­hält nütz­li­che Gerb­stof­fe, die zu­min­dest in die­ser Kon­zen­tra­ti­on in ein­fa­chen Holz­häck­seln nicht vor­kom­men. Die­se Gerb­stof­fe ha­ben ei­ne keim­hem­men­de Wir­kung und bie­ten da­durch ei­nen na­tür­li­chen Schutz vor Un­kraut.

Ne­ben der un­krau­t­hem­men­den Wir­kung sorgt die Mulch­schicht auch da­für, dass der Bo­den Feuch­tig­keit bes­ser hal­ten kann. Denn Hit­ze und Son­nen­ein­strah­lung wer­den teil­wei­se von der auf­ge­brach­ten Schicht ab­ge­fan­gen.

Die­sen Ef­fekt kön­nen Sie al­ler­dings auch mit Holz­häck­seln er­rei­chen. Eben­so die Ver­mei­dung von Ero­si­on der obe­ren Erd­schicht durch Wind und die Fros­t­iso­lie­rung emp­find­li­cher Pflan­zen und de­ren Wur­zeln.

Da­mit der Rin­den­mulch mög­lichst lan­ge sei­nen Zweck er­fül­len kann, soll­ten die ein­zel­nen Spä­ne re­la­tiv grob sein. Ist der Mulch zu fein, wird die Rin­de näm­lich zu schnell zu Hu­mus zer­setzt und bie­tet nur kurz­fris­tig Schutz. Da­her soll­te die Struk­tur­grö­ße des Rin­den­ma­te­ri­als min­des­tens 16 bis 25 mm be­tra­gen. So be­hält es sei­ne Form und ent­fal­tet län­ger sei­ne un­krau­t­hem­men­de und iso­lie­ren­de Wir­kung.

Als Mer­ce­des un­ter den Mul­char­ten gilt Pi­ni­en­rin­de. Sie zer­setzt sich sehr lang­sam und lie­fert dem Bo­den be­son­ders vie­le Nähr­stof­fe.

Sie ist ins­be­son­de­re für an­spruchs­vol­le Pflan­zen wie Ro­sen gut ge­eig­net. Für Ro­sen ist al­ler­dings auch spe­zi­ell auf ih­re Be­dürf­nis­se ab­ge­stimm­ter Ro­sen­mulch er­hält­lich. Die­ser be­steht aus Na- del­holz­rin­den und ist da­her güns­ti­ger als die hoch­wer­ti­ge rei­ne Pi­ni­en­rin­de. Pi­ni­en­rin­de ist in un­ter­schied­li­chen Kör­nun­gen und Far­ben er­hält­lich. Dank sei­nes an­ge­neh­men Ge­ruchs kann Pi­ni­en­mulch auch im In­nen­be­reich, bei­spiels­wei­se in Pflanz­käs­ten, Ter­ra­ri­en oder für Mes­se­stän­de, ein­ge­setzt wer­den.

Beim Mulch­kauf soll­te im­mer auf auf Fri­sche ge­ach­tet wer­den. Jun­gen, fri­schen Mulch er­ken­nen Sie an ei­nem an­ge­neh­men DuOft nach Wald. Je er­di­ger der Ge­ruch, um­so äl­ter das Ma­te­ri­al.

Holz­häck­sel zer­set­zen sich lang­sa­mer als Baum­rin­de. Hier kön­nen Sie nach op­ti­schen Ge­sichts­punk­ten kau­fen, De­ko­re sind bei­spiels­wei­se in Ahorn, Ma­ha­go­ni und Pi­nie er­hält­lich.

Der Rin­den­mulch wird meist fer­tig ver­packt in Sä­cken an­ge­bo­ten und be­steht zu­meist aus der Rin­de von hei­mi­schen Höl­zern wie Kie­fer, Fich­te und Tan­ne. Ge­setz­li­che Vor­schrif­ten für Rin­den­mulch gibt es nicht, da­her be­ste­hen Un­ter­schie­de bei der Zu­sam­men­set­zung. Je nach Her­stel­ler ent­hält der Mulch un­ter­schied­lich viel Rin­de, Holz oder Grün­an­tei­le.

Pro­duk­te mit ge­rin­ge­rem Rin­den­an­teil ent­hal­ten ent­spre­chend we­ni­ger Gerb­stof­fe und un­ter­drü­cken das Un­kraut we­ni­ger ef­fek­tiv.

Wenn Sie Ih­re An­pflan­zung nur vor Frost oder zeit­wei­lig vor dem Aus­trock­nen schüt­zen möch­ten, leis­ten aber auch die­se Pro­duk­te und Holz­häck­sel zu­ver­läs­sig ih­ren Di­enst.

Die Di­cke der Mulch­schicht ist ab­hän­gig vom Ver­wen­dungs­zweck. Wenn Sie Mulch zur Un­kraut­un­ter­drü­ckung ver­wen­den, soll­te die Schicht­di­cke min­des­tens 5 bis 8 cm be­tra­gen. Un­ter Bo­den­de­ckern rei­chen be­reits 3 bis 5 cm. Zur Gestal­tung von We­gen und Plät­zen soll­te die Mulch­schicht 10 cm hoch sein. Dies er­gibt ei­nen Mulch­be­darf von 50 bis 80 l pro m² bei Ver­wen­dung im Beet. Zur We­ge­be­fes­ti­gung liegt der Wert et­was hö­her.

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