Bay­ern-Dämp­fer ge­gen Köln

Ma­ge­res 1:1 im Bun­des­li­ga-Spit­zen­spiel / „Wer­den trotz­dem fei­ern“

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT -

Für Car­lo An­ce­lot­ti hat­te das ent­täu­schen­de 1:1 (1:0) sei­nes FC Bay­ern im Spit­zen­spiel ge­gen den 1. FC Köln zu­min­dest ei­nen klei­nen Vor­teil. Der Trai­ner der Münch­ner muss nicht – wie bei ei­nem Sieg an­ge­kün­digt – beim Wiesn-Be­such heu­te drei oder gar vier Maß Bier trin­ken. Das war’s aber auch schon mit den po­si­ti­ven Aspek­ten. Nach dem 0:1 in der Cham­pi­ons Le­ague bei At­le­ti­co Ma­drid ha­ben sich die er­folgs­ver­wöhn­ten Münch­ner un­ter An­ce­lot­ti die ers­te klei­ne­re „Schaf­fens­kri­se“ge­nom­men. „Wir wa­ren die letz­ten zwei Spie­le nicht so gut. Na­tür­lich sind wir ent­täuscht“, sag­te der Ita­lie­ner, füg­te aber ge­wohnt ge­las­sen an: „Wir müs­sen uns kei­ne Sor­gen ma­chen. Wir wer­den nach der Län­der­spiel­pau­se ver­su­chen, wie­der zu ge­win­nen.“Au­ßer­dem dür­fe man „nicht ver­ges­sen, was wir zu Be­ginn der Sai­son ge­leis­tet ha­ben“. Des­halb, so An­ce­lot­ti, „wer­den wir am Sonn­tag trotz­dem fei­ern“. Ges­tern Abend wa­ren die Bay­ern-Stars aber noch nicht in Fei­er­lau­ne. „Das ist nicht so pri­ckelnd, wenn man zu Hau­se auch noch 1:0 führt. Das ist nicht un­ser An­spruch. Des­halb ist der Frust schon da“, sag­te Welt­meis­ter Tho­mas Mül­ler. 27:5 Tor­schüs­se und 68 Pro­zent Ball­be­sitz wies die Sta­tis­tik aus, aber eben nur ei­nen Punkt. „Wir wa­ren nicht mehr so grif­fig ge­gen den Ball“, ana­ly­sier­te Jos­hua Kim­mich, der die Bay­ern mit sei­nem sechs­ten Pflicht­spiel­tref­fer in die­ser Sai­son in Füh­rung ge­bracht hat­te (40.). Tor­wart Ma­nu­el Neu­er mo­nier­te feh­len­de Aus­strah­lung: „Wir ha­ben das Tem­po nicht hoch ge­hal­ten und dem Geg­ner ge­zeigt, dass was zu ho­len ist.“Die Fol­ge: Ant­ho­ny Mo­des­te nutz­te die ers­te Köl­ner Chan­ce zum 1:1 (63.). Dass An­ce­lot­ti im Ver­gleich zum At­le­ti­coSpiel gleich sie­ben Ve­rän­de­run­gen vor­nahm, woll­te nie­mand als Grund für die ers­ten Punkt­ver­lus­te in der Li­ga an­füh­ren. „Ich glau­be, dass nicht zu viel Ro­ta­ti­on statt­ge­fun­den hat. Ich ha­be Ver­trau­en in al­le Spie­ler. Ei­ni­ge wa­ren auch et­was mü­de, des­halb war die Ro­ta­ti­on an­ge­bracht“, be­ton­te An­ce­lot­ti, der et­wa auf die Welt­meis­ter Phil­ipp Lahm und Je­ro­me Boateng so­wie auf Franck Ri­be­ry kom­plett ver­zich­tet hat­te. Den Köl­nern war‘s egal: Sie nah­men die Münch­ner Nach­läs­sig­kei­ten in der zwei­ten Hälf­te, die sich schon in Ma­drid an­ge­deu­tet hat­ten, dan­kend an. „Wenn man in Mün­chen ei­nen Punkt holt, ist ein biss­chen was auf­ge­gan­gen“, sag­te Trai­ner Pe­ter Stö­ger nach dem elf­ten Spiel oh­ne Nie­der­la­ge in Se­rie. Die Eu­pho­rie in Köln ist ent­spre­chend groß, doch Stö­ger bleibt Rea­list. Man müs­se „vor­sich­tig sein. Wir wis­sen, dass wir ein au­ßer­ge­wöhn­li­ches Jahr brau­chen, um ein Stück wei­ter­zu­kom­men.“

Ers­te „Schaf­fens­kri­se“un­ter Trai­ner An­ce­lot­ti

Münch­ner Nach­läs­sig­kei­ten be­straft: 27:5 Tor­schüs­se, 68 Pro­zent Ball­be­sitz – aber es reich­te für die Bay­ern (links Ja­vier Mar­ti­nez) nur zu ei­nem 1:1 ge­gen den 1. FC Köln (rechts Tor­schüt­ze Ant­ho­ny Mo­des­te). Fo­to: avs

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