Roy Black ist nicht ver­ges­sen

Die Er­in­ne­rung an den vor 25 Jah­ren ver­stor­be­nen Sän­ger ist aber in­zwi­schen ver­blasst

Der Sonntag (Mittelbaden) - - TIPPS & THEMEN - Ulf Vog­ler

Auch ein Vier­tel-Jahr­hun­dert nach sei­nem Tod ist Roy Black nicht ver­ges­sen – die Er­in­ne­rung ver­blasst aber nach der lan­gen Zeit et­was. Die Ge­burts­stadt des Sän­gers will das Ge­den­ken an den Sän­ger al­ler­dings wach­hal­ten: Ein so­ge­nann­tes Le­gen­den-Schild wird künf­tig in Bo­bin­gen bei Augs­burg an den Künst­ler er­in­nern. Das Schild wird heu­te, am 25. To­des­tag, am Ger­hard-Höl­le­rich-Ring im Orts­teil Straß­berg an­ge­bracht, kün­dig­te die Stadt an. In Straß­berg wur­de Roy Black ge­bo­ren und dort ist der Künst­ler, der mit bür­ger­li­chem Na­men Ger­hard Höl­le­rich hieß, auch be­er­digt. Ges­tern Abend gab es ei­nen Ga­la-Abend mit Blacks ehe­ma­li­ger Band „Can­nons“im Augs­bur­ger Vo­r­ort Bo­bin­gen. Blacks Gr­ab in Straß­berg ist bis heu­te Pil­ger­stät­te für Fans. Der Sän­ger war am 9. Ok­to­ber 1991 mit erst 48 Jah­ren im ober­baye­ri­schen Hel­den­stein nach ei­nem Herz­an­fall ge­stor­ben. Nach ei­ni­gen Hö­hen und Tie­fen hat­te er da­mals ge­ra­de wie­der gro­ßen Er­folg. Denn seit dem Jahr 1990 lief die RTL-Se­rie „Ein Schloss am Wör­t­her­see“mit traum­haf­ten Ein­schalt­quo­ten im Fernsehen – Roy Black hat­te ei­ne der Haupt­rol­len und mim­te ei­nen Ho­te­ler­ben. Da­mals hat­te er be­reits ei­ne wech­sel­haf­te Mu­si­ker- und Schau­spie­ler­kar­rie­re hin­ter sich. Ger­hard Höl­le­rich hat­te zu­nächst An­fang der 1960er Jah­re den Augs­bur­gern mit den „Can­nons“mit Rock’n’Roll ein­ge­heizt. Spä­ter wur­de der Künst­ler­na­me Roy Black er­fun­den und der Sän­ger wech­sel­te zum Schla­ger. Lie­der wie „Ganz in weiß“stürm­ten die Hit­pa­ra­den und in den Ki­no­sä­len lie­fen Strei­fen wie „Un­ser Dok­tor ist der Bes­te“mit dem blen­dend aus­se­hen­den Star. Doch pri­vat hat­te Black vie­le Pro­ble­me. Er trenn­te sich von sei­ner Frau und muss­te am Her­zen ope­riert wer­den. Ihm wur­den im­mer wie­der Al­ko­hol­pro­ble­me nach­ge­sagt. Bei sei­nem Tod soll er meh­re­re Pro­mil­le im Blut ge­habt ha­ben, ob­wohl in sei­nem Pri­vat­le­ben

„Le­gen­den-Schild“soll an ihn er­in­nern

da­mals an­sons­ten al­les ge­ord­net schien. Blacks mehr als 20 Jah­re jün­ge­re Le­bens­ge­fähr­tin hat­te we­ni­ge Wo­chen vor dem über­ra­schen­den Herz­an­fall des Sän­gers die ge­mein­sa­me Toch­ter zur Welt ge­bracht. In den Wo­chen vor dem nun be­vor­ste­hen­den 25. To­des­tag ha­ben wie­der ei­ni­ge Fans in dem In­ter­net-Kon­do­lenz­buch „Pro­mi­grab.de“ih­re Ge­dan­ken hin­ter­las­sen. So schrieb ei­ne Ga­b­rie­le P. aus Hamburg kürz­lich: „Fünf­und­zwan­zig Jah­re ist das schon her! Wir den­ken an dich, und ich wer­de ei­ne Ker­ze an­zün­den. Nur für dich!“Doch Ein­trä­ge bei dem vir­tu­el­len Ge­denk­buch wer­den im­mer sel­te­ner. Dies ist ei­ne Er­fah­rung, die auch Ger­trud Müns­ter­mann aus Dren­stein­furt bei Münster macht. Sie be­treibt ei­ne FanSei­te im In­ter­net und sagt, dass es nicht mehr so viel In­ter­es­se an Black ge­be wie frü­her. „Es ist ei­ne gan­ze Ecke ru­hi­ger ge­wor­den.“Die Men­schen wür­den äl­ter, an­de­res wer­de wich­ti­ger. „Ich bin ja ei­ne der jün­ge­ren Fans“, sagt die 58-Jäh­ri­ge. Den­noch will sie ver­su­chen, noch lan­ge ih­re In­ter­net­sei­te ak­tu­ell zu hal­ten. Müns­ter­mann kann aus be­ruf­li­chen Grün­den selbst nicht zu den Ge­denk­ver­an­stal­tun­gen in Bo­bin­gen fah­ren. Das „Le­gen­den-Schild“an der Stra­ße, die Blacks bür­ger­li­chen Na­men Ger­hard Höl­le­rich trägt, soll den Jün­ge­ren künf­tig er­läu­tern, um wen es geht. „Durch das Le­gen­den-Schild er­fah­ren auch nach­fol­gen­de Ge­ne­ra­tio­nen et­was über den be­kann­ten Sohn Straß­bergs, wenn die Weg­ge­fähr­ten von Ger­hard Höl­le­rich – der heu­er 73 Jah­re alt ge­wor­den wä­re – ein­mal nicht mehr da­von be­rich­ten kön­nen“, er­läu­tert die Ge­burts­stadt. Dort wird üb­ri­gens auch seit lan­gem über ein Roy-Black-Mu­se­um dis­ku­tiert. Auch im we­ni­ge Ki­lo­me­ter ent­fern­ten Augs­bur­ger Stadt­teil Gög­gin­gen, wo Black auf­ge­wach­sen ist, wird seit rund zwei Jahr­zehn­ten an den Sän­ger er­in­nert. Dort gibt es nicht nur ei­nen Roy-Black-Weg, son­dern in ei­ner klei­nen Grün­an­la­ge auch ei­ne von Fans ge­stif­te­te Büs­te des Mu­si­kers.

Fo­to: avs

Roy Black mit Ehe­frau Sil­ke im Ok­to­ber 1973. Heu­te vor 25 Jah­ren starb der Schla­ger­star. In sei­ner Ge­burts­stadt Bo­bin­gen wird heu­te ein „Le­gen­den-Schild“zu sei­nen Eh­ren an­ge­bracht.

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