Löw hält die Tür wei­ter auf

Bun­des­trai­ner hat auch Cas­tro und St­indl noch nicht ab­ge­schrie­ben

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT -

Gon­za­lo Cas­tro und Lars St­indl ver­fol­gen die WM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spie­le ge­gen Tsche­chi­en und Nord­ir­land nur vor dem Fern­se­her, Le­roy Sa­ne, Jonathan Tah und Ni­k­las Sü­le lös­ten am Frei­tag­abend mit der U 21 das EM-Ti­cket – doch Bun­des­trai­ner Joa­chim Löw lässt die Tür zur A-Na­tio­nal­mann­schaft wei­ter of­fen. Schon bei den Spie­len im No­vem­ber in San Ma­ri­no und Ita­li­en dürf­te sich der Ka­der auf ei­ni­gen Po­si­tio­nen ver­än­dern. „Es bleibt un­ser Ziel, jun­ge Spie­ler her­an­zu­füh­ren. Das muss nicht im­mer in we­ni­gen Wo­chen pas­sie­ren, son­dern über ei­nen Zei­t­raum von ein bis zwei Jah­ren. In San Ma­ri­no und Ita­li­en wird es si­cher so sein, dass wie­der ei­ni­ge der jun­gen Spie­ler bei uns sein wer­den“, sag­te Löw in Rich­tung Sa­ne (20), Tah (20) und Sü­le (21), die al­le schon A-Län­der­spie­le ab­sol­viert ha­ben. Mit DFBS­port­di­rek­tor Han­si Flick und dem neu­en U-21-Trai­ner Ste­fan Kuntz be­fin­det sich Löw in stän­di­gem Aus­tausch. Man be­spre­che im­mer wie­der, wo mit Blick auf die je­wei­li­ge Si­tua­ti­on und die Ent­wick­lung der Spie­ler ein Ein­satz am sinn­volls­ten sei. Des­halb wer­de es im­mer wie­der auch Ro­ta­tio­nen ge­ben, er­klär­te Flick zu­letzt. Mit Blick auf den Con­fed Cup 2017 in Russ­land, den Löw jüngst als „Per­spek­tiv­tur­nier“be­zeich­net hat­te, dür­fen sich aber nicht nur die Nach­wuchs­kräf­te Hoff­nun­gen auf ei­ne Be­ru­fung für das WM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel in San Ma­ri­no (11. No­vem­ber) und das Län­der- spiel vier Ta­ge spä­ter in Mai­land ma­chen. Cas­tro (29), der 2007 das bis­her letz­te sei­ner fünf Län­der­spie­le be­strit­ten hat­te, und St­indl (28) hat Löw auf dem Ra­dar. Für den Dort­mun­der Cas­tro fand der Welt­meis­ter­coach zu­letzt lo­ben­de Wor­te. „Ich den­ke, dass er in den letz­ten Mo­na­ten deut­lich ein ver­bes­ser­tes Spiel zeigt als in Le­ver­ku­sen. Jetzt spielt er viel dy­na­mi­scher, viel fle­xi­bler, geht da­hin, wo es dem Geg­ner weh­tut – in die Spit­ze“, sag­te er. Man ha­be Cas­tro trotz der gro­ßen Kon­kur­renz auf der Po­si­ti­on nie aus den Au­gen ver­lo­ren, ei­ne Rück­kehr sei nicht aus­ge­schlos­sen. Der Bun­des­trai­ner äu­ßer­te so­gar Ver­ständ­nis für BVB-Coach Tho­mas Tu­chel, der Kri­tik an der er­neu­ten Nicht-Be­rück­sich­ti­gung sei­nes Mit­tel­feld­spie­lers ge­übt hat­te. Cas­tro hofft je­den­falls wei­ter auf ei­ne Rück­kehr in die Aus­wahl des Deut­schen Fuß­ball-Bun­des (DFB). „Ich wür­de mich na­tür­lich freu­en, wenn Herr Löw an­ru­fen wür­de. Ich muss ein­fach dran­blei­ben und über die ge­sam­te Spiel­zeit mei­ne Leis­tung brin­gen, um es dem DFB so schwer wie mög­lich zu ma­chen, mich nicht zu no­mi­nie­ren“, sag­te er im In­ter­view mit trans­fer­markt.de. Der ehe­ma­li­ge KSC-Pro­fi Lars St­indl, der mit Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach im zwei­ten Jahr in Se­rie in der Cham­pi­ons Le­ague spielt und so­mit auf höchs­tem Ni­veau Ei­gen­wer­bung für sei­ne ers­te Na­tio­nal­team-No­mi­nie­rung be­trei­ben kann, sieht die Sa­che ent­spannt. „Na­tür­lich ha­be ich wei­ter den Traum, mal für mein Land zu spie­len, und den wer­de ich auch nicht auf­ge­ben. Für mich geht das Le­ben aber auch wei­ter, wenn es bei ei­nem U-21-Län­der­spiel blei­ben soll­te“, sag­te er. Da­bei muss es aber viel­leicht ja gar nicht blei­ben – ein An­ruf von Bun­des­trai­ner Löw könn­te ja viel­leicht schon im No­vem­ber kom­men.

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