Heiz­lüf­ter als Si­mu­la­tor

Heu­te be­ginnt in Ka­tar Rad­sport-WM / Här­tes­ter Geg­ner ist die Hit­ze

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Ru­ben Stark

Auf den här­tes­ten Wi­der­sa­cher bei der Stra­ßen­rad-WM hat sich To­ny Mar­tin schon beim Rol­len­trai­ning im Ba­de­zim­mer ein­ge­stellt. Der drei­ma­li­ge Zeit­fahr­Welt­meis­ter si­mu­lier­te vor ei­nem Heiz­lüf­ter die Ex­trem­be­din­gun­gen, die auch ihn bei den Ti­tel­kämp­fen im Wüs­ten­staat Ka­tar (9. bis 16. Ok­to­ber) er­war­ten. Kühl­wes­ten, Eis und Flüs­sig­keit wer­den bei Tem­pe­ra­tu­ren na­he der 40 Grad Cel­si­us Hoch­kon­junk­tur ha­ben. „In der Sau­na war ich na­tür­lich auch. Man ver­sucht eben, über­all ein paar Pro­zent ge­gen­über der Kon­kur­renz her­aus­zu­kit­zeln“, be­rich­te­te Mar­tin auf sei­ner Home­page. Der Wahl-Schwei­zer ist be­reits am Di­ens­tag in Do­ha an­ge­kom­men, um sich zu ak­kli­ma­ti­sie­ren, und rech­net sich et­was aus. Von sei­nem Olym­pia-De­sas­ter im Ein­zel-Zeit­fah­ren scheint sich der 31-Jäh­ri­ge er­holt zu ha­ben und gilt am kom­men­den Mitt­woch in sei­ner Pa­ra­de­dis­zi­plin als ei­ner der Me­dail­len­kan­di­da­ten des Bun­des Deut­scher Rad­fah­rer (BDR). Für Mar­tin be­ginnt die WM aber be­reits heu­te (14.20 Uhr/Eu­ro­sport) mit dem Te­am­zeit­fah­ren der Pro­fi­mann­schaf­ten. Mit sei­ner bel­gi­schen Equi­pe Eti­xx-Quick Step hat der ge­bür­ti­ge Lau­sit­zer die­sen Wett­be­werb be­reits zwei­mal ge­won­nen. Aber das be­herr­schen­de Ge­sprächs­the­ma im Vor­feld der ers­ten WM im Na­hen Os­ten ist die Hit­ze. Der Welt­ver­band UCI hat dies­be­züg­lich Vor­keh­run­gen ge­trof­fen und ei­nen 28sei­ti­gen Leit­fa­den auf­ge­setzt. Ein vier­köp­fi­ges Me­di­zi­ner­gre­mi­um wird die Ge­ge­ben­hei­ten täg­lich be­ob­ach­ten und Emp­feh­lun­gen aus­spre­chen. In Ab­stim­mung auch mit der Fah­rer­ge­werk­schaft könn­te dann et­wa im Ex­trem­fall das Pro­fi-Stra­ßen­ren­nen am 16. Ok­to­ber um 150 Ki­lo­me­ter und da­mit um die lan­ge Pas­sa­ge durch die Wüs­te ver­kürzt wer- den. Über­dies wer­den zwei zu­sätz­li­che Mo­tor­rä­der die Fah­rer wäh­rend der Ren­nen mit Was­ser ver­sor­gen, 10000 zu­sätz­li­che Fla­schen ins­ge­samt aus­ge­ge­ben. Vor dem Start gibt es Eis und Was­ser für die Teams. Hö­he­punkt auch aus deut­scher Sicht soll das Stra­ßen­ren­nen am Ab­schluss­tag wer­den, am bes­ten ge­krönt mit dem ers­ten WM-Ti­tel seit 1966. Die Chan­cen ste­hen gut, genau ein hal­bes Jahr­hun­dert nach Ru­di Al­tigs Tri­umph am Nür­burg­ring. „Das ist ein gro­ßer Ansporn für uns al­le“, sag­te John De­gen­kolb vor we­ni­gen Ta­gen. BDR-Vi­ze­prä­si­dent Udo Spren­ger be­tont aber: „Wir sa­gen nicht, wir müs­sen Gold ge­win­nen, sonst ha­ben wir ver­sagt.“We­gen feh­len­der Rang­lis­ten­punk­te kann der BDR nur sechs statt der ma­xi­mal neun mög­li­chen Fah­rer an den Start schi­cken. Auf dem sprin­ter­freund­li­chen Kurs fällt And­re Grei­pel die Ka­pi­täns­rol­le zu.

Heiz­lüf­ter und Sau­na hal­fen bei der Vor­be­rei­tung: To­ny Mar­tin star­tet heu­te bei der WM. Fo­to: avs

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