„Star­ke Ver­ei­ne stär­ken Ver­band“

SONN­TAG-In­ter­view mit der neu­en LSV-Prä­si­den­tin El­vi­ra Men­zer-Haa­sis

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT -

Das Karls­ru­her Ot­to-Hahn-Gym­na­si­um, kurz OHG, als „Eli­te­schu­le des Sports“und der Spa­ten­stich für das neue Fit­nessund Ge­sund­heits­zen­trum des SSC Karlsruhe, führ­ten El­vi­ra Men­zer-Haa­sis kürz­lich nach Karlsruhe, wo die neu ge­wähl­te Prä­si­den­tin des Lan­des­sport­ver­ban­des (LSV) Ba­den-Würt­tem­berg von Mar­tin Lenz, sei­nes Zei­chens Sport­bür­ger­meis­ter der Fä­cher­stadt und Prä­si­dent des Ba­di­schen Sport­bun­des, zum „An­tritts­be­such“emp­fan­gen wur­de. Der SONN­TAG sprach mit der 56-Jäh­ri­gen, die in Tü­bin­gen ge­bo­ren wur­de, in Bur­la­din­gen auf­wuchs, aber durch die Groß­el­tern auch ba­di­sche Wur­zeln hat, über ih­re Ein­drü­cke in Karlsruhe und die Auf­ga­ben, die sie in ih­rer Amts­zeit an­pa­cken will.

Ja, ich ha­be Sport und Ger­ma­nis­tik für das Lehr­amt an Gym­na­si­en stu­diert, da­nach auch für das Lehr­amt an Son­der­schu­len mit der Son­der­qua­li­fi­ka­ti­on Spiel und Sport mit Be­hin­der­ten.

Das war in Alb­stadt, bei mei­nem Hei­mat­ver­ein, dem TV Onst­met­tin­gen, bei dem ich als jun­ge Frau mit 27 Jah­ren zur Vor­sit­zen­den ge­wählt wur­de. Das sa­hen ei­ni­ge äl­te­re Her­ren im Ver­ein zu­nächst durch­aus skep­tisch, aber sie ha­ben mich schon nach kur­zer Zeit ak­zep­tiert und mir dies dann auch ge­sagt.

Sehr gu­te und vor al­lem sehr in­ter­es­san­te. Als LSV-Prä­si­den­tin ha­be ich es ja im We­sent­li­chen mit Sportpolitik, auch ge­gen­über der Lan­des­re­gie­rung oder dem DOSB (Deut­scher Olym­pi­scher Sport­bund; d. Red.) zu tun. The­men sind da­bei die Ent­wick­lung der Spit­zen­sport­kon­zep­ti­on und die Olym­pia­stütz­punk­te. Da ist es na­tür­lich wich­tig, zu wis­sen, wie es bei den ein­zel­nen Sport­bün­den oder Fach­ver­bän­den aus­sieht. Mir geht es des­halb nicht nur dar­um, die je­wei­li­gen Prä­si­den­ten der Sport­bün­de ken­nen­zu­ler­nen. Ich möch­te auch er­fah­ren, was an der Ba­sis pas­siert, denn letzt­lich wer­den ja hier die Grund­la­gen auch für den Spit­zen­sport in un­se­rem Lan­des­sport­ver­band ge­legt …

Dar­über wird si­cher zu re­den sein und es ist zu ana­ly­sie­ren, an wel­chen Stell­schrau­ben man dre­hen muss, um bes­ser zu wer­den. Ich se­he es des­halb als ei­ne wich­ti­ge Auf­ga­be des LSV an, die Leis­tungs­sport­kon­zep­ti­on des DOSB, die ja an­steht, kri­tisch zu be­glei­ten. Das wer­den wir si­cher tun, aber – um auch das zu er­wäh­nen – un­se­re ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Ath­le­tin­nen und Ath­le­ten ha­ben in Rio or­dent­lich ab­ge­schnit­ten. Neh­men wir nur mal Karlsruhe. Mit Sa­bi­ne Kus­te­rer, Pau­li­ne Tratz und Gri­scha Prö­mel gab es drei Olym­pia­teil­neh­mer und KSC-Fuß­bal­ler Gri­scha Prö­mel hat ei­ne Sil­ber­me­dail­le nach Hau­se ge­bracht. Das ist so schlecht nicht.

Enorm wich­tig, denn Schu­le und Sport, be­son­ders Leis­tungs­sport un­ter ei­nen Hut zu brin­gen, geht nur in sol­chen Ein­rich­tun­gen, in de­nen nicht nur die Kon­zep­ti­on stim­men muss, son­dern auch ent­spre­chend en­ga­gier­te Leh­rer tä­tig sind. Und das ist am OHG der Fall. Die Ver­ei­ne sind in un­se­rem Land die Ba­sis, auf der un­ser Sport fußt. Und die Ar­beit, die dort, vor­wie­gend im Eh­ren­amt ge­leis­tet wird, ist nicht hoch ge­nug ein­zu­schät­zen. Sie zu stär­ken ist ei­ne fun­da­men­ta­le Auf­ga­be. Man spricht im­mer dar­über, wie wich­tig die Ver­ei­ne sind. Dann muss dies aber auch sicht­bar wer­den. Man kann die Ver­ei­ne nicht im­mer nur lo­ben – Wor­te al­lein brin­gen ih­nen nichts. Bei­spiels­wei­se in der Flücht­lings­ar­beit, bei der die Ver­ei­ne in Ba­den-Würt­tem­berg nicht lan­ge fra­gen, son­dern ein­fach ma­chen. Oder beim The­ma In­klu­si­on: Man muss die Ver­ei­ne ent­spre­chend stär­ken, auch fi­nan­zi­ell. Denn star­ke Ver­ei­ne stär­ken un­se­ren Ver­band.

Wie schon er­wähnt bin ich ei­ne über­zeug­te Sport­le­rin und möch­te ge­mein­sam mit den ein­zel­nen Sport­bün­den die an­ge­spro­che­nen The­men vor­an­brin­gen. Das geht nur, wenn die ein­zel­nen Sport­bün­de noch bes­ser und en­ger zu­sam­men­rü­cken. Da muss man in of­fe­nen Ge­sprä­chen Ver­trau­en schaf­fen und da hof­fe ich, mei­nen Bei­trag leis­ten zu kön­nen.

An­tritts­be­such in Karlsruhe: El­vi­ra Men­zer-Haa­sis (links), die neue Prä­si­den­tin des Lan­des­sport­ver­ban­des Ba­den-Würt­tem­berg. Die 56-Jäh­ri­ge wur­de von Mar­tin Lenz, Sport­bür­ger­meis­ter der Fä­cher­stadt und Prä­si­dent des Ba­di­schen Sport­bun­des, emp­fan­gen. Auch mit Tur­ne­rin Pau­li­ne Tratz (Mit­te) kam sie ins Ge­spräch. Fo­to: pr

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