An­ne Hai­gis | Mu­si­ke­rin

Der Sonntag (Mittelbaden) - - DIE REGION - Tho­mas Liebs­cher

Mei­nen schwä­bi­schen Hu­mor ha­be ich ir­gend­wie be­hal­ten, selbst nach 30 Jah­ren im Rhein­land mit ei­ner ganz an­de­ren Leich­tig­keit der Men­schen“, meint An­ne Hai­gis. In Köln leb­te sie, in Bonn fühlt sie sich schon lan­ge wohl, die Kind­heit in Rott­weil möch­te sie auch sprach­lich über­haupt nicht ver­leug­nen. Ob­wohl sie Hei­mat­ort, Schu­le und Flö­ten­spiel im Kam­mer­mu­si­k­en­sem­ble kur­zer­hand ver­ließ, um im Al­ter von 16 in deut­schen Clubs für ame­ri­ka­ni­sche Sol­da­ten zu sin­gen. Weil beim Hö­ren von Jo­ni Mit­chell und King Crim­son das mu­si­ka­li­sche Fern­weh doch zu groß wur­de. Von Stuttgart aus be­gann Hai­gis ein Le­ben für ih­re Mu­sik. Mit im­mer neu­en Pro­jek­ten und Er­fol­gen. Mit Plat­ten­pro­duk­ti­on in den USA, dem Kon­takt zu Me­lis­sa Et­he­ridge, die für sie die Songs „Dan­cing in the Fi­re“und „Out of My Mind“schrieb, bis hin zu Wohn­zim­mer­kon­zer­ten in Deutsch­land. Al­les mit ei­ner Lei­den­schaft, die ih­re Fans seit Jahr­zehn­ten mit­reißt. „Egal auf wel­chem Ter­rain sie sich be­wegt, Soul, Coun­try, Jazz, Folk oder Rock, nichts klingt ge­küns­telt“, ur­teilt das Fa­ch­or­gan laut.de über die Frau mit der Lö­wen­mäh­ne. Ihr ers­tes deutsch­spra­chi­ges Al­bum mit dem Hit „Freun­din“er­schien 1984, pro­du­ziert von Edo Zan­ki. Er prä­sen­tiert Hai­gis end­lich mal wie­der in Karlsruhe: Am 31. Ok­to­ber kommt die Mu­si­ke­rin ins Kam­mer­thea­ter (19.30 Uhr), nur be­glei­tet von Ina Boo (Gi­tar­re, Kla­vier). „Da wird es auch in der klei­nen Be­set­zung nicht nur ru­hig zu­ge­hen. Es gibt deut­sche und eng­li­sche Songs aus mei­nem Le­ben und viel vom ak­tu­el­len Al­bum ,15 Com­pa­ni­ons‘“, ver­spricht die 60-jäh­ri­ge Po­wer­frau. Be­reits am 14. Ok­to­ber kann man sie im Mann­hei­mer Ca­pi­tol er­le­ben. Wie hat sie es ge­schafft, im Mu­si­kge­schäft zu be­ste­hen, oh­ne bei ei­nem Stil ste­hen zu blei­be und oh­ne Krea­ti­vi­tät so­wie Un­ab­hän­gig­keit zu ver­lie­ren? „Ich glaub’ ich bin ziem­lich ge­er­det, ein­fach ein bo­den­stän­di­ger Mensch. Das ist gut für das Le­ben ne­ben der Büh­ne. Au­ßer­dem ma­che ich mein Ma­nage­ment selbst.“Manch­mal fun­ken aber Na­tur­ge­wal­ten da­zwi­schen, er­in­nert sich Hai­gis an ei­nen frü­he­ren Auf­tritt im Ba­di­schen: „Wir muss­ten von Mün­chen nach Karlsruhe fah­ren und es gab ei­nen Schnee­sturm, der al­len Ver­kehr lahm­leg­te. Ir­gend­wie sind wir in Pforz­heim von der Au­to­bahn ab und über die Fel­der wei­ter. Trotz­dem ka­men wir erst um elf Uhr abends an, das Pu­bli­kum hat im Club ge­war­tet.“Die Hun­de­be­sit­ze­rin be­zeich­net sich als ab­so­lu­ten Tier­freak. Sie schätzt die ru­hi­ge At­mo­sphä­re an Sonn­ta­gen, um im Bon­ner Haus Ide­en wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und sich bei Mu­sik von Beth Hart und Bon­nie Raitt in­spi­rie­rend zu ent­span­nen.

Fo­to: Ste­fan Pel­zer Flo­rak

Be­son­de­re Kenn­zei­chen: Lö­wen­mäh­ne und mi­t­rei­ßen­de mu­si­ka­li­sche Lei­den­schaft. Sän­ge­rin und Gi­tar­ris­tin An­ne Hai­gis über­zeugt in vie­len Sti­len. Am 31. Ok­to­ber gas­tiert sie in Karlsruhe.

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