Streich wit­tert „Ma­chen­schaf­ten“

Hof­fen­heim – Frei­burg 2:1 / Ba­den-Der­by hin­ter den Ku­lis­sen hek­tisch

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Ul­ri­ke John

Fritz Kel­ler ließ das Vi­deo mit der strit­ti­gen Sze­ne im­mer wie­der auf sei­nem Smart­pho­ne ab­spie­len und hielt es den Jour­na­lis­ten un­ter die Na­se. „Der Caglar geht zum Kopf­ball, und der an­de­re rennt in ihn rein“, sag­te der Prä­si­dent des SC Frei­burg und reg­te sich fürch­ter­lich über den ent­schei­den­den Mo­ment im ba­di­schen Bun­des­li­gaDer­by auf. Die Gäs­te fühl­ten sich bei der 1:2 (0:1)-Nie­der­la­ge bei 1899 Hof­fen­heim mal wie­der un­ge­recht be­han­delt, weil Schieds­rich­ter De­niz Ay­te­kin in der 81. Mi­nu­te ei­nen Elf­me­ter für die Gast­ge­ber pfiff. Caglar Söyün­cü, der auch noch das ers­te Ge­gen­tor ver­ur­sacht hat­te, war Na­tio­nal­spie­ler Se­bas­ti­an Ru­dy in den Rü­cken ge­sprun­gen. And­rej Kra­ma­ric ver­wan­del­te den Straf­stoß je­den­falls zum 2:1. Mit dem drit­ten Er­folg hin­ter­ein­an­der set­zen sich die noch un­ge­schla­ge­nen Hof­fen­hei­mer erst mal im obe­ren Ta­bel­len­drit­tel fest. Frei­burg und Trai­ner Streich war­ten wei­ter auf den ers­ten Aus­wärts­punkt. Da­bei hat­te Jo­ker Flo­ri­an Nie­der­lech­ner (77. Mi­nu­te) den zwi­schen­zeit­li­chen Aus­gleich er­zielt, nach­dem San­dro Wa­gner die Gast­ge­ber vor 28 540 Zu­schau­ern in Füh­rung brach­te (34.). Gäs­te-Trai­ner Streich war wie Kel­ler auf 180 und brach­te sei­ne Emo­tio­nen kaum un­ter Kon­trol­le. Er sprach von „Ma­chen­schaf­ten“und kri­ti­sier­te er­neut ei­ne Aus­sa­ge von Hof­fen­heims Sport­chef Alex­an­der Ro­sen un­ter der Wo­che. Der hat­te dem SC vor­ge­wor­fen, der Auf­stei­ger zei­ge „ei­ne Ag­gres­si­vi­tät, die sich teil­wei­se im Grenz­be­reich be­wegt“und von Streich noch ge­pusht wer­de. Der SCCoach be­zich­tig­te Ro­sen dar­auf­hin, er ver­su­che, ei­ne Kam­pa­gne los­zu­tre­ten. Nach dem Der­by leg­te der Frei­bur­ger Coach nach. „Wir wur­den als ag­gres­si­ve le­a­der dar­ge­stellt. Wir! Frei­burg! Die fairs­te Mann­schaft der Zwei­ten Li­ga in der ver­gan­ge­nen Sai­son!“Das sei al­les „Wahn­sinn“und „un­glaub­lich“, mein­te Streich kopf­schüt­telnd. Trotz der Auf­re­gung hin­ter den Ku­lis­sen hat­ten bei­de Teams in der Sins­hei­mer Rhein-Neckar-Are­na und auch die Trai­ner an der Sei­ten­li­nie sehr ver­hal­ten be­gon­nen. Die ers­te Tor­si­tua­ti­on ent­sprang ei­nem frag­wür­di­gen Frei­stoß nach ei­nem Zwei­kampf zwi­schen San­dro Wa­gner und Marc Tor­re­jón (20.). SCKee­per Alex­an­der Schwo­low wehr­te den Ball von Na­tio­nal­spie­ler Se­bas­ti­an Ru­dy ge­ra­de noch ab. Die be­we­gungs­freu­di­gen Frei­bur­ger zeig­ten ei­ne klu­ge Raum­auf­tei­lung. Nach eiChris­ti­an ner Flan­ke des Ex-Hof­fen­hei­mers Vin­cen­zo Grifo se­gel­te Ma­xi­mi­li­an Phil­ipp nur knapp am Ball vor­bei (25.). Und dann hat­te Söyün­cü – nicht zum ers­ten Mal in die­ser Sai­son – ei­nen bö­sen Aus­set­zer. Er spiel­te ei­nen Rück­pass Wa­gner ge­nau in die Fü­ße, der nur noch Schwo­low zu um­kur­ven brauch­te und zum 1:0 ein­schoss. Die Haus­her­ren er­leb­ten ei­ne Rie­senSchreck­se­kun­de in der 75. Mi­nu­te, als Vogt den Ball von der Tor­li­nie schlug. Bei Nie­der­lech­ners Aus­gleichs­tref­fer zeig­te sich Hof­fen­heim nicht auf der Hö­he, hat­te dann aber Glück, dass Schieds­rich­ter Ay­te­kin auf den Elf­me­ter­punkt zeig­te, als sich Söyün­cü bei Ru­dy auf­stütz­te. Streich und die Frei­bur­ger sa­hen das ganz an­ders und är­ger­ten sich auch dar­über, dass ein Zwei­kampf zwi­schen Er­min Bi­cak­cic und Nie­der­lech­ner im an­de­ren Straf­raum nicht eben­falls mit ei­nem Elf­me­ter ge­wer­tet wur­de.

Au­gen zu und durch: Hof­fen­heims San­dro Wa­gner (rechts) und der Frei­bur­ger Ni­co­las Höf­ler beim Kopf­ball­du­ell. Wa­gner hat­te 1899 im Ba­den-Der­by 1:0 in Füh­rung ge­bracht. Am En­de be­hiel­ten die wei­ter un­ge­schla­ge­nen Kraich­gau­er mit 2:1 die Ober­hand und set­zen sich erst mal im obe­ren Ta­bel­len­drit­tel fest. Die Breis­gau­er da­ge­gen war­ten wei­ter auf den ers­ten Aus­wärts­punkt. Fo­to: avs

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