Frau­en­power in der SPD

Par­tei­lin­ke Brey­mai­er und Boos rü­cken an die Spit­ze

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Avs

Die Ge­werk­schaf­te­rin Le­ni Brey­mai­er ist neue Par­tei­che­fin der SPD Ba­denWürt­tem­berg. Der Par­tei­tag in Heil­bronn wähl­te die 56-Jäh­ri­ge ges­tern mit rund 85 Pro­zent der Stim­men, was an­ge­sichts von Kri­tik im Vor­feld als gu­tes Er­geb­nis gilt. Zu­dem be­stimm­te die Par­tei­ver­samm­lung die um­strit­te­ne, frü­he­re Ju­so-Vi­ze­che­fin Lui­sa Boos mit knapp 60 Pro­zent zur Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin. Bei­de zäh­len zur Par­tei­lin­ken. Bis­her ist Brey­mai­er Ver­di-Lan­des­che­fin - die­ses Amt gibt sie aber ab. Brey­mai­er ist Nach­fol­ge­rin von Nils Schmid, der seit 2009 Par­tei­chef war und we­gen des De­ba­kels der SPD bei der Land­tags­wahl im März zu­rück­ge­tre­ten war. Zu­vor hat­te Brey­mai­er in ei­ner flam­men­den Re­de für sich und die So­zi­al­de­mo­kra­tie ge­wor­ben. Sie be­kann­te sich zu lin­ken Po­li­tik­zie­len. „Links heißt für mich, mich da­für ein­zu­set­zen, dass die­se Welt ge­rech­ter, fried­li­cher und nach­hal­ti­ger ist.“Links sein be­deu­te, für Men­schen da zu sein, die nichts an­de­res zu ver­kau­fen hät­ten als ih­re Hän­de, ih­ren Kopf und vi­el­leicht noch ih­re Da­ten. Brey­mai­er will sich un­ter an­de­rem ein­set­zen für mehr be­zahl­ba­re Woh­nun­gen und ei­ne Stär­kung der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung. Sie sag­te dem Rechts­po­pu­lis­mus den Kampf an und wet­ter­te ge­gen die Po­li­tik der grün-schwar­zen Lan­des­re­gie­rung. Brey­mai­er ver­tei­dig­te Lui­sa Boos als ih­re Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin – Boos wird eben­falls der Par­tei­lin­ken zu­ge­rech­net. Boos sei nicht nur jung und weib­lich und ha­be ei­nen Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund, son­dern sie ken­ne auch die Ebe­nen der Par­tei. „Ich le­ge Euch Lui­sa Boos ans Herz“, sag­te Brey­mai­er, die lau­ten Ap­plaus für ih­re Re­de be­kam. Ju­so-Lan­des­chef Le­on Hahn sag­te, das sei die Brey­mai­er, die er sich wün­sche – und nicht ei­ne Brey­mai­er, die mit dem Kopf durch die Wand wol­le. Die de­si­gnier­te Vor­sit­zen­de hat­te in den ver­gan­ge­nen Wo­chen viel Kri­tik ein­ste­cken müs­sen. Ei­ni­ge Par­tei­mit­glie­der be­fürch­ten ei­nen Links­ruck in der Par­tei­füh­rung. Zu­dem wur- de der de­si­gnier­ten Vor­sit­zen­den vor­ge­wor­fen, um je­den Preis Boos als Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin durch­set­zen zu wol­len. Boos steht in der Kri­tik, weil sie sich vor ei­ni­gen Jah­ren als Vi­ze­che­fin der Ju­sos zu we­nig von Be­lei­di­gun­gen ge­gen an­de­re Par­tei­mit­glie­der in ei­nem so­zia­len Netz­werk dis­tan­ziert ha­be. Aus­führ­lich über den SPD-Par­tei­tag be­rich­ten mor­gen BNN be­zie­hungs­wei­se ABB.

Lui­sa Boos (links) und Le­ni Brey­mai­er wol­len die SPD Ba­den-Würt­tem­berg aus dem Tal der Trä­nen her­aus­füh­ren, im dem die So­zi­al­de­mo­kra­ten bei der Land­tags­wahl ge­lan­det sind. Fo­to: avs

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