Nach 14 Mo­na­ten: Kem­pe kann’s noch

Tor­schüt­ze beim ers­ten KSC-Aus­wärts­sieg

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Ha­rald Lin­der

Sein letz­tes Tor für den Fuß­ball-Zweit­li­gis­ten Karls­ru­her SC hat­te Den­nis Kem­pe vor 14 Mo­na­ten er­zielt. Bei der da­ma­li­gen 1:3-Po­kal-Bla­ma­ge in Reut­lin­gen. Dort, im Sta­di­on an der Kreu­zei­che, lei­te­te mit Ro­bert Kemp­ter üb­ri­gens ge­nau der Schieds­rich­ter die Par­tie, der am Frei­tag­abend auch beim Aus­wärts­spiel des KSC in Würz­burg als Un­par­tei­ischer fun­gier­te; und end­lich traf auch wie­der Den­nis Kem­pe. Der Aus­gang der Be­geg­nung bei den Würz­bur­ger Ki­ckers war dar­über hin­aus sehr viel er­freu­li­cher als sei­ner­zeit beim Ober­li­gis­ten SSV Reut­lin­gen. Mit 2:0 (1:0) ge­wan­nen die Blau-Wei­ßen beim star­ken Auf­stei­ger aus Un­ter­fran­ken, der sich Zu­hau­se bis da­hin

Hoch ver­dien­tes 2:0 bei den Würz­bur­ger Ki­ckers

nur Uni­on Berlin (0:1) ge­schla­gen ge­ben muss­te – und auf ei­ge­nem Platz nie mehr als ei­nen Ge­gen­tref­fer kas­sier­te. Ge­gen den KSC muss­te Würz­burgs Tor­hü­ter Ro­bert Wul­ni­kow­ski aber gleich zwei­mal hin­ter sich grei­fen und hät­ten die Gäs­te ih­re hoch­ka­rä­ti­gen Kon­ter­chan­cen (zwei­mal Jim­my Hof­fer und ein­mal Cha­r­al­am­pos Mavri­as) ge­nutzt, hät­te es für die Mann­schaft von Bernd Hol­ler­bach ein De­ba­kel im Sta­di­on am Dal­len­berg ge­ben kön­nen. So blieb es bei den To­ren von Mo­ritz Stop­pel­kamp, der den KSC nach 16 Mi­nu­ten in Füh­rung brach­te und dem ers­ten Sai­son­tref­fer von Den­nis Kem­pe (67.), der sich und sei­ne Mann­schaft nach ei­ner (vor al­lem in der zwei­ten Halb­zeit) star­ken Leis­tung mit dem ers­ten Aus­wärts­sieg in die­ser Spiel­zeit be­lohn­te. „Wir ha­ben uns für den ho­hen Auf­wand, den wir be­trie­ben ha­ben, be­lohnt. Wir ha­ben su­per ver­tei­digt und wa­ren auf dem Platz ein Ein­heit“, freu­te sich der 30Jäh­ri­ge nicht nur über den hoch ver­dien­ten Sieg bei den Ki­ckers son­dern auch dar­über, dass er selbst wie­der „zu hun­dert Pro­zent fit“ist und die Leis­tung ab­ru­fen kön­ne, die er selbst von sich for­dert. Mitt­ler­wei­le sieht Den­nis Kem­pe sich und sei­ne Mann­schafts­kol­le­gen in ei­ner „im­mer bes­se­ren kör­per­li­chen Ver­fas­sung. Auch wenn es am An­fang ei­ne Um­stel­lung war, wie die Sai­son­vor­be­rei­tung ge­lau­fen ist. Aber die har­te und in­ten­si­ve Vor­be­rei­tung zahlt sich am En­de aus“, sagt er. Dass sei­ne Spie­ler kör­per­lich auf ei­nem „gu­ten Le­vel“sind, sei in Würz­burg aber nur ein Punkt für den Er­folg ge­we­sen, mein­te KSCChef­trai­ner To­mas Oral. „Sie wa­ren auch men­tal stark, ha­ben sich ge­gen­sei­tig ge­hol­fen und es war schön zu se­hen, wie sie nach der Nie­der­la­ge ge­gen Nürn­berg jetzt die Kur­ve ge­kriegt ha­ben“, lob­te Oral sei­ne Mann­schaft. Die ließ mit dem 20-jäh­ri­gen Da­vid Kin­som­bi und Bjar­ne Tho­el­ke (auch erst 24) in der In­nen­ver­tei­di­gung so gut wie gar nichts zu. Sie hat­te dar­über hin­aus in Tor­hü­ter Dirk Or­lis­hau­sen ei­nen sou­ve­rä­nen Ru­he­pol. Und mit dem über­ra­gen­den Hi­ro­ki Ya­ma­da so­wie Mo­ritz Stop­pel­kamp im Mit­tel­feld die ent­schei­den­den Ak­teu­re, die vor al­lem im zwei­ten Durch­gang, der we­gen ei­nes kurz­zei­ti­gen Flut­licht­aus­falls mit et­wa 15-mi­nü­ti­ger Ver­spä­tung be­gann, die Ak­zen­te setz­ten. Ent­spre­chend ent­spannt und gut ge­launt konn­te To­mas Oral, der sich ges­tern Mor­gen schon kurz nach acht in sei­nem Trai­ner­bü­ro bei ei­nem Es­pres­so Sze­nen des Sie­ges in Würz­burg an­schau­te, sei­nem Co-Trai­ner Mark Fo­the­ring­ham zu des­sen 33. Ge­burts­tag gra­tu­lie­ren. Noch sei sei­ne Mann­schaft zwar nicht da, wo er sie ha­ben wol­le und man dür­fe den Er­folg ge­gen in Würz­burg nicht zu hoch hän­gen, „aber das Spiel hat den Jungs Selbst­be­wusst­sein ge­ge­ben und mit die­sem Selbst­be­wusst­sein sol­len sie auch am kom­men­den Sonn­tag ge­gen den VfB Stuttgart auf den Platz ge­hen“, freut sich To­mas Oral auf das Der­by im Wild­park ge­gen die Schwa­ben.

Dop­pel­te Freu­de: Der KSC lan­de­te in Würz­burg sei­nen ers­ten Aus­wärts­sieg der Sai­son und auch bei Den­nis Kem­pe (links) platz­te end­lich der Kno­ten. Nach 14 Mo­na­ten traf der 30-Jäh­ri­ge wie­der. Fo­to: GES/Prang

Wul­ni­kow­ski – Pisot (88. Weil), Schop­pen­hau­er, Ne­u­mann, Diaz – Schröck, Be­na­tel­li – Dagh­fous, Mül­ler (55. Kö­nigs), Ra­ma (46. Na­gy) – So­ria­no

Or­lis­hau­sen – Va­len­ti­ni, Tho­el­ke, Kin­som­bi, Kem­pe – Mavri­as (83. Tor­res), Prö­mel, Ya­ma­da, Stop­pel­kamp – Kam­be­ri (90. Kom), Hof­fer (83. Dia­man­ta­kos)

0:1 Stop­pel­kamp (16.), 0:2 Kem­pe (67.) (Saul­dorf) 11 057; Kemp­ter

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