Der­by als „Ri­si­ko­spiel“

Ers­ter Ein­satz für neu­en Po­li­zei-Hub­schrau­ber mit Wär­me­bild­ka­me­ra

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Her/SO

Ei­gent­lich ist es nur die Be­geg­nung zwei­er Fuß­ball-Zweit­li­gis­ten, die sich heu­te um 13.30 Uhr im aus­ver­kauf­ten Karls­ru­her Wild­park­sta­di­on ge­gen­über­ste­hen. Si­cher­heits­tech­nisch ist das Ba­den-Würt­tem­berg-Der­by zwi­schen dem Karls­ru­her SC und dem VfB Stutt­gart je­doch ein Spiel „mit er­höh­tem Ri­si­ko“, wie die of­fi­zi­el­le Sprach­re­ge­lung des DFB lau­tet. Ein sol­ches liegt vor, wenn ei­ne „hin­rei­chen­de Wahr­schein­lich­keit be­steht, dass ei­ne be­son­de­re Ge­fah­ren­la­ge ein­tre­ten wird“. Die­se „be­son­de­re Ge­fah­ren­la­ge“ist ge­ge­ben und so wer­den heu­te 1 000 Lan­des­po­li­zis­ten, 350 Bun­des­po­li­zis­ten und rund 600 Ord­ner im und rund ums Sta­di­on im Ein­satz sein. Durch di­ver­se „Fan“-Ak­tio­nen im Vor­feld wur­de die Stim­mung der­ma­ßen an­ge­heizt, dass „nicht mit ei­nem kon­flikt­frei­en Spiel“ge­rech­net wird, wie ein Po­li­zei­spre­cher dem SONN­TAG sag­te. „Wir ge­hen von ei­nem Ge­walt­po­ten­zi­al von rund 300 Per­so­nen auf bei­den Sei­ten aus“, sagt Mar­tin Pla­te, Pres­se­spre­cher der Karls­ru­her Po­li­zei. Zu­dem zie­he ein sol­ches Spiel die pro­ble­ma­ti­sche Kli­en­tel der Fan­grup­pen an, mit de­nen die Ul­tra­grup­pen bei­der La­ger be­freun­det sei­en. Auf KSCSei­te kom­men die­se aus Straß­burg, Pi­sa oder Ber­lin. Pla­te rech­net al­lei­ne mit rund 100 An­hän­gern von Her­tha BSC, die ih­re Mann­schaft zum Bun­des­li­ga­spiel nach Hof­fen­heim be­glei­ten und vor­her beim KSC „vor­bei­schau- en“wol­len, wäh­rend die 3 000 Stutt­gar­tFans, die mit Bus­sen und Son­der­zü­gen an­rei­sen, von Fans des SSV Reut­lin­gen ver­stärkt wer­den dürf­ten. „Da­zu gibt es auch rei­sen­de Kra­wall­ma­cher, die we­der mit dem KSC noch mit dem VfB et­was am Hut ha­ben, aber auf Kra­wall und Ge­walt aus sind“, so Pla­te. Obers­tes Ge­bot ist für die Po­li­zei die strik­te Tren­nung der bei­den Fan­la­ger, wie Ein­satz­lei­ter Fritz Rüf­fel sagt. „Wir wer­den kei­ne KSC-Fans am Gäs­te­ein­gang dul­den und das po­li­zei­lich un­ter­bin­den“, so Rüf­fel. Zu­sätz­lich zu den Zel­len im Sta­di­on, in de­nen et­wa 20 Per­so­nen Platz fin­den, wird es „zwei wei­te­re Stand­or­te für die Un­ter­brin­gung von et­wai­gen Kra­wall­ma­chern ge­ben, in de­nen bis zu 150 Per­so­nen un­ter­ge­bracht wer­den kön­nen“, heißt es von der Karls­ru­her Po­li­zei. Ein Teil mög­li­cher Ge­walt­tä­ter wur­de schon im Vor­feld aus dem Ver­kehr ge­zo­gen. Erst­mals ist bei die­sem Spiel ein neu­er Po­li­zei-Hub­schrau­ber mit Wär­me­bild­ka­me­ra im Ein­satz – im Um­feld des Sta­di­ons soll den Be­am­ten da­durch wirk­lich gar nichts mehr ent­ge­hen. Al­lein der Po­li­zei­ein­satz schlägt mit ei­nem mitt­le­ren sechs­stel­li­gen Be­trag zu Bu­che und den KSC kos­tet der auf­ge­stock­te Ord­ner­dienst „min­des­tens 50 000 Eu­ro“, wie Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther sagt. Mehr über den KSC, das Der­by und die Sta­di­on­de­bat­te le­sen Sie auf den Sei­ten 13 und 17.

Un­ter gro­ßen Si­cher­heits­vor­keh­run­gen tref­fen heu­te im Karls­ru­her Wild­park­sta­di­on der KSC mit Trai­ner To­mas Oral (rechts) und der VfB Stutt­gart (links Trai­ner Han­nes Wolf) auf­ein­an­der. Vor­sorg­lich wur­den schon im Vor­feld des Spiels ei­ni­ge „Fans“aus dem Ver­kehr ge­zo­gen. Das Spiel ist mit 27 600 Zu­schau­ern aus­ver­kauft. Fotos: avs/Mon­ta­ge: SO

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