SANKT MAR­TIN

Der Sonntag (Mittelbaden) - - DIE REGION -

Mar­tin von Tours (um 316/17–397) kam als Sohn ei­nes Mi­li­tär­tri­buns in der rö­mi­schen Pro­vinz Pan­no­ni­en im heu­ti­gen Un­garn zur Welt. Mit 15 Jah­ren wur­de er in die Gar­de von Kai­ser Kon­stan­tin II. ein­be­ru­fen. Ab 334 war er in Ami­ens sta­tio­niert, wo er der Le­gen­de nach sei­nen Sol­da­ten-Man­tel mit ei­nem frie­ren­den Bett­ler ge­teilt ha­ben soll.

Als Mar­tin 40 Jah­re alt wur­de, en­de­te sein Mi­li­tär­dienst. In­zwi­schen ein get­auf­ter Christ, leb­te er zu­nächst als As­ket und ein­sie­deln­der Mönch. Da­mals schrieb man ihm be­reits Wun­der­ta­ten zu. Im Jahr 372 wur­de er – an­geb­lich ge­gen sei­nen Wil­len – zum Bi­schof im fran­zö­si­schen Tours ge­wählt. Das Fest des Hei­li­gen Mar­tin wird am 11. No­vem­ber ge­fei­ert und ist von vie­len Bräu­chen ge­prägt, zu de­nen die La­ter­nen­um­zü­ge, das Mar­tins­sin­gen und die Mar­tins­gans ge­hö­ren. Sankt Mar­tin gilt un­ter an­de­rem als Pa­tron der Ar­men, der Ge­fan­ge­nen, der Po­li­zis­ten und Sol­da­ten, der Rei­sen­den und der Kauf­leu­te – und als Schutz­hei­li­ger der Flücht­lin­ge.

„Der drit­te Bi­schof von Tours ist ak­tu­el­ler denn je“, meint Judith Ro­sen. Die His­to­ri­ke­rin, die Al­te Ge­schich­te an der Uni­ver­si­tät Bonn lehrt, hat ei­ne Bio­gra­fie mit dem Ti­tel „Mar­tin von Tours. Der barm­her­zi­ge Hei­li­ge“ge­schrie­ben, die pünkt­lich zum (mut­maß­li­chen) 1700. Ge­burts­tag des po­pu­lä­rem Hei­li­gen er­schie­nen ist (Ver­lag Phil­ipp von Za­bern – WBG, 29,95 Eu­ro). bo

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