Rei­se ins ei­ge­ne Ge­hirn

For­scher su­chen Teil­neh­mer an Stu­die in Karls­bad-Lan­gen­stein­bach

Der Sonntag (Mittelbaden) - - DIE REGION - SO

Un­ser Ge­hirn ist zu un­glaub­li­chen Leis­tun­gen fä­hig. Selbst Wis­sen­schaft­ler ver­ste­hen nur in An­sät­zen, wie es die­se Leis­tun­gen voll­bringt. For­scher der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg und des SRH Kli­ni­kums Karls­bad-Lan­gen­stein­bach wol­len mit ei­ner Stu­die mehr dar­über her­aus­fin­den. Da­bei in­ter­es­siert sie be­son­ders, ob kom­ple­xe Leis­tun­gen un­se­res Ge­hirns (et­wa die Fä­hig­keit, sich zu kon­zen­trie­ren, zu pla­nen und krea­tiv zu sein) da­von ab­hän­gen, wie gut wir in der La­ge sind, ein­fa­che Sin­nes­ein­drü­cke zu er­fas­sen und zu ver­ar­bei­ten. Ist die Fä­hig­keit, sich auf neue Her­aus­for­de­run­gen ein­zu­stel­len, da­von ab­hän­gig, wie gut man Tö­ne un­ter­schei­den und wie schnell man Licht­im­pul­se ver­ar­bei­ten kann? Die For­scher möch­ten zu­dem ver­ste­hen, ob bei Men­schen mit psych­ia­tri­schen Er­kran­kun­gen die Stö­run­gen der kom­ple­xen Ge­hirn­funk­tio­nen mit Pro­ble­men in den eher ein­fa­chen Ge­hirn­leis­tun­gen zu­sam­men­hän­gen. Ihr Fern­ziel ist es, neue Be­hand­lungs­an­sät­ze für Men­schen mit psych­ia­tri­schen Er­kran­kun­gen zu ent­wi­ckeln. Mög­li­cher­wei­se hel­fen die­se Be­hand­lungs­me­tho­gen den spä­ter aber auch psy­chisch ge­sun­den Men­schen, ih­re Leis­tun­gen zu ver­bes­sern. Die For­scher ha­ben be­reits ei­ne grö­ße­re Grup­pe von Men­schen mit psych­ia­tri­schen Er­kran­kun­gen un­ter­sucht. Jetzt su­chen sie psy­chisch ge­sun­de Frei­wil­li­ge, die eben­falls an der Stu­die teil­neh­men. Sie möch­ten näm­lich her­aus­fin­den, in wel­cher Wei­se die Ge­hirn­leis­tung bei Men­schen mit psy­chi­schen Er­kran­kun­gen von der ge­sun­der Men­schen ab­weicht. Bei der Stu­die im SRH Kli­ni­kum Karls­ba­dLan­gen­stein­bach mes­sen die For­scher Leis­tun­gen des Ge­hirns – zum Bei­spiel durch Tests am Com­pu­ter, die wie ein­fa­che Com­pu­ter­spie­le auf­ge­baut sind. Sie wol­len so her­aus­fin­den, wie gut und schnell je­mand sei­nen Auf­merk­sam­keits­fo­kus wech­seln kann, wie fle­xi­bel er auf über­ra­schen­de Än­de­run- re­agiert, wie auf­merk­sam er ist, wie gut er sich auf Auf­ga­ben kon­zen­trie­ren kann. Zu­sätz­lich wird die elek­tri­sche Ge­hirn­ak­ti­vi­tät der Stu­di­en­teil­neh­mer mit Elek­tro­den (EEG) ge­mes­sen, wäh­rend sie sich Bil­der an­schau­en und Tö­ne an­hö­ren. Die Teil­nah­me dau­ert et­wa drei St­un­den und wird mit ei­ner Auf­wands­ent­schä­di­gung von 30 Eu­ro ver­gü­tet. Ein Ri­si­ko be­steht bei den Un­ter­su­chun­gen nicht – und die Teil­neh­mer kön­nen da­bei ihr ei­ge­nes Ge­hirn ent­de­cken und et­wa er­fah­ren, wie auf­merk­sam sie sind, ob sie sich gut kon­trol­lie­ren kön­nen oder zur Hem­mungs­lo­sig­keit nei­gen. Die For­scher sind ger­ne be­reit, die in­di­vi­du­el­len Er­geb­nis­se mit den Teil­neh­mern zu be­spre­chen. Wer In­ter­es­se an ei­ner Ent­de­ckungs­rei­se in sein ei­ge­nes Ge­hirn hat und im SRH Kli­ni­kum Karls­bad-Lan­gen­stein­bach an der Stu­die teil­neh­men möch­te, mel­det sich per EMail bei dem Stu­di­en­team und gibt da­bei sein Al­ter, sei­nen Schul­ab­schluss so­wie ei­ne Te­le­fon­num­mer an.

Com­pu­ter­spie­le und ein EEG

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