„Schrei des Her­zens“

Prinz Har­ry bangt um sei­ne neue Freun­din, die US-Schau­spie­le­rin Meg­han Mark­le

Der Sonntag (Mittelbaden) - - TIPPS & THEMEN - Peer Mei­nert

Es ist der Auf­schrei ei­nes Prin­zen, der ver­zwei­fel­te Hil­fe­ruf ei­nes Royals. Aus­ge­rech­net Prinz Har­ry – der Frau­en­schwarm, der Me­di­en­mann, Lieb­ling der bri­ti­schen Yel­low Press – ap­pel­liert an die Me­di­en. Die Bot­schaft, vom Ken­sing­ton Pa­last hoch­of­fi­zi­ell in die Welt po­saunt, ist bei­na­he ein Fle­hen: Lasst mei­ne Freun­din Meg­han Mark­le in Ru­he! In al­ler Öf­fent­lich­keit be­kennt die Num­mer Fünf in der bri­ti­schen Thron­fol­ge sei­ne Ohn­macht. „Cri de co­eur“, nennt das die sonst eher zu­rück­hal­ten­de BBC – Schrei des Her­zens. „Ei­ne Gren­ze ist über­schrit­ten“, schreibt der Pa­last. Von „Schmä­hung und Be­läs­ti­gung“durch die Jour­nail­le ist die Re­de, „von ras­sis­ti­schen Un­ter­tö­nen“ge­gen­über der US-Schau­spie­le­rin bis zu of­fe­nem „Se­xis­mus und Ras­sis­mus“in so­zia­len Me­di­en. Ganz ne­ben­bei be­stä­tigt die Num­mer Fünf der bri­ti­schen Thron­fol­ge da­mit of­fi­zi­ell sei­ne Be­zie­hung zu der 35-Jäh­ri­gen mit afro­ame­ri­ka­ni­scher Ab­stam­mung. Wie ei­ne Bom­be schlägt das State­ment des Ken­sing­ton Pa­lace im me­dia­len Lon­don ein. Re­por­ter hät­ten ver­sucht, il­le­gal in die Woh­nung Mar­kles ein­zu­drin­gen, Be­ste­chungs­gel­der sei­en ge­bo­ten wor­den, heißt es. Nicht die US-Wahl, nicht der Krieg in Sy­ri­en, nicht Do­nald Trump sind an die­sem Tag das Top­the­ma der St­un­de. Spe­ku­la­tio­nen über die Af­fä­re des Prin­zen mit der drei Jah­re äl­te­ren Frau blü­hen zwar schon seit Ta­gen, doch an die­sem Tag rückt selbst die hoch­se­riö­se BBC das Fle­hen des Prin­zen zeit­wei­lig ganz nach oben. Der Pro­test des Pa­lasts ist ei­ne Ra­ri­tät, doch was zugleich auf­fällt, ist die Vor­sicht des Vor­ge­hens: Ross und Rei­ter der me­dia­len Aus­fäl­le wer­den nicht ge­nannt. Kein kon­kre­ter Zei­tungs­ar­ti­kel, kein Na­me ei­nes Blat­tes ist zu le­sen. Es dürf­ten ei­ni­ge Ar­ti­kel sein, die dem Prin­zen sau­er auf­ge­sto­ßen sind. „Prinz Har­rys neue Flam­me ist ei­ne so­zia­le Auf­stei­ge­rin, die nicht fit für die Royals ist“, zi­tiert et­wa „The Sun“ei­ne Halb­schwes­ter der Schau­spie­le­rin. Die Er­wähl­te sei geis­tig „flach“, ei­ne „pus­hy di­va“sei sie – ei­ne auf­dring­li­che Di­va, mit ei­nem Hang zu „Gin­ger“, zu Rot­haa­ri­gen al­so. Die „Dai­ly Mail“mach­te sich auf zur Ah­nen­for­schung, spür­te Mar­kles Her­kunft bis zu schwar­zen Skla­ven nach. Die schlimms­ten Ge­mein­hei­ten gab es wohl in den so­zia­len Me­di­en. Hilf­los meint der Pa­last des­we­gen: „Prinz Har­ry ist über Frau Mar­kles Si­cher­heit be­sorgt und tief ent­täuscht, dass er sie nicht be­schüt­zen kann.“Jetzt hof­fe er auf Ein­sicht, auf Fair­ness der Pres­se. Und ganz ne­ben­bei kommt raus: Das Paar kennt sich be­reits ei­ni­ge Mo­na­te. Die Royals und die Me­di­en – ein lan­ges, ein schwie­ri­ges, ein schmerz­haf­tes Ka­pi­tel. Ge­ra­de Har­ry, das rot­haa­ri­ge Rau­bein, das eins­ti­ge En­fant ter­ri­b­le des Kö­nigs­hau­ses, kann ein Lied da­von sin­gen. Als er 20 war, prü­gel­te er sich mit ei­nem Pa­pa­raz­zo vor ei­nem Lon­do­ner Nacht­club, vor ein paar Jah­ren kur­sier­ten Nackt­fo­tos, die in ei­nem Ho­tel in Las Ve­gas auf­ge­nom­men wur­den. Doch auch an die dun­kels­te St­un­de in der

„Ei­ne Gren­ze ist über­schrit­ten“ „Schmä­hun­gen durch die Jour­nail­le“

Be­zie­hung zwi­schen den Royals und den Me­di­en wird er­in­nert: Die Nach­rich­ten­agen­tur Press As­so­cia­ti­on (PA) er­in­nert an die tra­gi­sche Nacht im Au­gust 1997, als Har­rys Mut­ter Dia­na mit ih­rem Lieb­ha­ber Do­di Al-Fay­ed im Au­to durch Pa­ris ras­te – und bei­de töd­lich ver­un­glück­ten. Das Lie­bes­paar wur­de da­mals von Pa­pa­raz­zi auf Mo­tor­rä­dern ver­folgt. Doch hilft der Auf­schrei des Prin­zen? Wird er et­was än­dern im Ver­hält­nis von Royals und Me­di­en? Wohl kaum, meint ein Ex­per­te des BBC – es sei ein­fach zu viel Geld im Spiel.

Fo­tos: avs

Schau­spie­le­rin Meg­han Mark­le ist die neue Freun­din von Prinz Har­ry. Weil Pa­pa­raz­zi sie be­dräng­ten und be­lei­dig­ten, hat Har­ry jetzt ei­nen Hil­fe­ruf ver­öf­fent­licht: Bit­te lasst sie in Ru­he!

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