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Der Sonntag (Mittelbaden) - - TIPPS & THEMEN - Uk

Der ers­te Song heißt „Hey Litt­le Girl“, kommt oh­ne Aus­ru­fungs­zei­chen aus und wirkt wie ei­ne zu­fäl­lig am We­ges­rand ge­pflück­te Früh­lings­blu­me. Ein paar so prä­zi­se wie la­ko­nisch ge­zupf­te Ak­kor­de auf der akus­ti­schen Gi­tar­re und da­zu ein paar Ver­se von ein­dring­li­cher Poe­sie. Mehr braucht Ezio Lu­n­e­dei nicht, wenn er mit sei­nem Band­ma­te Mark „Boo­ga“Fo­well wie­der ein­mal ei­ne klei­ne Song-Kol­lek­ti­on fer­tig­stellt. Wä­re die­ser Song Teil ei­nes Sound­tracks, man müss­te sich ei­nen leicht lie­bes­kran­ken Te­enager auf der tau­feuch­ten Wie­se auf dem Weg zur An­ge­be­te­ten vor­stel­len. Doch der nächs­te Song heißt „In­dian“, wird von ei­ner ver­zerr­ten Rock­gi­tar­re be­glei­tet und bräuch­te eher ei­nen Qu­en­tin-Ta­ran­ti­no-Film, um er­neut Sound­track wer­den zu kön­nen. Das Duo wei­gert sich so be­harr­lich wie vir­tu­os, in ei­ne Schub­la­de sor­tiert zu wer­den. Und weil die bei­den kei­ne Fans mo­na­te­lan­gen Jus­tie­rens und Ver­wer­fens im Stu­dio sind, klin­gen ih­re sel­te­nen Al­ben stets wie aus dem Är­mel geschüttelt. Ezio sind et­was an­ders als der Rest und an­ge­nehm un­be­re­chen­bar. Ein gu­tes Bei­spiel hier­für ist „The Gyp­sy Song“, in­stru­men­tiert mit Djan­go Rein­har­dGi­tar­re und krat­zig-rhyth­mi­scher Vio­li­ne. Wer die Songs von „Day­light Moon“(Jazz­haus Re­cor­ds) live hö­ren möch­te: Am 27. No­vem­ber spie­len Ezio im Karls­ru­her ju­bez.

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