Sonn­tags-Cock­tail

Der Sonntag (Mittelbaden) - - WETTER - avs/AFP

Ber­li­na­le-Di­rek­tor Die­ter Kosslick (68) hält die Wahl von Do­nald Trump zum US-Prä­si­den­ten für „ma­ka­be­res En­ter­tain­ment.“Of­fen­sicht­lich kön­ne man mit Hil­fe des Show­ge­schäfts im­mer wie­der Prä­si­dent wer­den, sag­te Kosslick. „Das ist ja nicht das ers­te Mal“, so der Ber­li­na­le-Chef un­ter An­spie­lung auf den frü­he­ren Schau­spie­ler und USPrä­si­den­ten Ro­nald Rea­gan. „Für die Film­in­dus­trie se­he ich zu­nächst am we­nigs­ten Än­de­run­gen auf uns zu­kom­men, wenn der Prä­si­dent Do­nald Trump heißt“, so Kosslick. „Aber an­sons­ten ist es schon so: Das Wei­ße Haus wird zum Broad­way“.

„Tat­ort“-Kom­mis­sa­rin Ma­ria Furt­wäng­ler (50) be­kam es als Kind mit der Angst zu tun, wenn sie die Ti­tel­me­lo­die der Krimireihe hör­te. „Mei­ne El­tern ha­ben ein­mal nicht so gut auf­ge­passt, als ich ein­deu­tig noch zu klein war“, sag­te Furt­wäng­ler der „Neu­en Os­na­brü­cker Zei­tung“. „Ich ha­be mich da rein­ge­schli­chen, wäh­rend mei­ne El­tern ge­bannt ei­nen ,Tat­ort‘ schau­ten. Und da ha­be ich, hin­ter dem So­fa kau­ernd, Din­ge ge­se­hen, die ganz grau­en­voll und gleich­zei­tig furcht­bar span­nend er­zählt wa­ren“, sag­te die Schau­spie­le­rin. „Da­nach war die­se „Tat­ort“-Me­lo­die für mich über lan­ge Zeit mit ei­nem so gro­ßen Schre­cken ver­bun­den, dass ich mich ver­kro­chen ha­be, wenn ich sie ge­hört ha­be“, sag­te Furt­wäng­ler. Die Schau­spie­le­rin ist in ih­rer Rol­le als nie­der­säch­si­sche LKA-Er­mitt­le­rin Char­lot­te Lind­holm heu­te Abend im 1 000. „Tat­ort“mit dem Ti­tel „Ta­xi nach Leipzig“zu se­hen. Die bri­ti­sche Os­car-Preis­trä­ge­rin Em­ma Thomp­son (57) ver­misst neue Ide­en in Hol­ly­woods Film­in­dus­trie. „Da ist es doch mitt­ler­wei­le an der Ta­ges­ord­nung, dass man die al­ten, aus­ge­lutsch­ten Sto­rys im­mer wie­der auf­wärmt. Wie lang­wei­lig!“, sag­te sie der „Ber­li­ner Zei­tung“. Für Hol­ly­wood sei „fri­sches Blut“drin­gend er­for­der­lich. Zugleich be­klag­te sie die an­hal­ten­de Dis­kri­mi­nie­rung von Frau­en. „Wenn ich mich mit jun­gen Schau­spie­le­rin­nen über ih­re be­ruf­li­che Si­tua­ti­on un­ter­hal­te, muss ich lei­der fest­stel­len, dass sich in punc­to Gleich­be­rech­ti­gung und Fair­ness nichts ge­bes­sert hat.“Noch im­mer hät­ten jun­ge Frau­en in der Bran­che un­ter la­ten­tem Se­xis­mus zu lei­den. Em­ma Thomp­sons neu­er Film „Je­der stirbt für sich al­lein“nach dem Ro­man von Hans Fal­la­da kommt am 17. No­vem­ber in die deut­schen Ki­nos. Sie spielt dar­in die weib­li­che Haupt­rol­le der An­na Quan­gel, die ge­mein­sam mit ih­rem Mann Otto (Bren­dan Glee­son) nach dem Sol­da­ten­tod des Soh­nes ge­gen die Na­zis kämpft.

Hol­ly­wood­star Ro­bert De Ni­ro könn­te nach dem Wahl­sieg von Do­nald Trump in Sü­dita­li­en ein neu­es Zu­hau­se fin­den. „Falls er nach der Ent­täu­schung mit Trump hier Zuflucht su­chen will, sind wir be­reit, ihn will­kom­men zu hei­ßen“, sag­te der Bür­ger­meis­ter der Ge­mein­de Fer­raz­za­no, An­to­nio Ce­rio. De Ni­ros Groß­el­tern wa­ren 1890 von dort aus in die USA aus­ge­wan­dert. Für den 3 000Ein­woh­ner-Ort wä­re es „ei­ne Eh­re und ei­ne gro­ße Freu­de“, wenn der Schau­spie­ler tat­säch­lich in die Hei­mat sei­ner Fa­mi­lie zu­rück­keh­ren wür­de, sag­te Ce­rio. De Ni­ro hat­te Äu­ße­run­gen Trumps un­ter an­de­rem als „voll­kom­men ir­re“be­zeich­net. Der Schau­spie­ler hat­te eben­falls ge­sagt, er wür­de dem Mil­li­ar­där „gern ei­ne rein­hau­en“.

Fo­to: AFP

Asyl in Sü­dita­li­en wur­de dem Schau­spie­ler Ro­bert de Ni­ro an­ge­bo­ten.

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