Schock für Le­wan­dow­ski

WM-Qua­li: Po­lens Stür­mer be­ant­wor­tet Böl­ler-Atta­cke mit Tor-Dop­pel­pack

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Sid/avs

Der Welt­meis­ter ist weit ent­eilt, aber Nord­ir­land hat sich als ers­ter Jä­ger der deut­schen Fuß­ball-Na­tio­nal­mann­schaft in der WM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­grup­pe C eta­bliert. „Das war ein gro­ßer Schritt für uns, wir kön­nen zu­ver­sicht­lich in un­ser nächs­tes Spiel im März ge­hen“, re­sü­mier­te der nord­iri­sche Te­am­ma­na­ger Michael O’Neill nach dem 4:0(2:0)-Er­folg ge­gen die zu­vor un­ge­schla­ge­nen Aser­bai­dscha­ner in Bel­fast. Fünf Punk­te be­trägt der Rück­stand der Nord­iren auf die DFB-Aus­wahl, doch Rang zwei ist ihr

Nord­iren der ers­ter Deutsch­land-Jä­ger

er­klär­tes Ziel. Stark in der Kri­tik steht in­des der nor­we­gi­sche Chef­trai­ner Per-Ma­thi­as Hög­mo nach dem 1:2 (0:1) in Prag in Tsche­chi­en. Gut mög­lich, dass er ge­gen die Nord­iren im März nicht mehr in Amt und Wür­den ist. Der nor­we­gi­sche Ex-Bun­des­li­ga-Pro­fi Ru­ne Brats­eth (frü­her Wer­der Bre­men) hat die Ab­lö­sung des Trai­ners ge­for­dert. „Die Ver­ant­wor­tung liegt bei ihm. Und wenn du es nicht hin­be­kommst, dann ist die Kon­se­quenz ganz ein­fach“, sag­te Brats­eth nach Nor­we­gens drit­ter Nie­der­la­ge im vier­ten Spiel der Zei­tung Ver­dens Gang. Als Kan­di­da­ten für die Nach­fol­ge gel­ten un­ter an­de­ren Ro­sen­borg Trond­heims Trai­ner Ka­re In­ge­brit­sen so­wie der ehe­ma­li­ge Coach des 1. FC Köln, Sta­le Sol­bak­ken vom FC Ko­pen­ha­gen. der Grup­pe E ließ sich Bay­ern Mün­chens Tor­jä­ger Ro­bert Le­wan­dow­ski nicht ein­mal von ei­ner Böl­ler-Atta­cke be­ein­dru­cken und be­ant­wor­te­te die un­schö­ne Sze­ne in der 56. Mi­nu­ten beim 3:0 (1:0) in Bu­ka­rest ge­gen Ru­mä­ni­en mit Trai­ner Chris­toph Daum mit ei­nem Tor-Dop­pel­pack. Nach dem Ab­pfiff war Le­wan­dow­ski schon wie­der bes­ter Lau­ne, fei­er­te zu­sam­men mit sei­nen Team­kol­le­gen laut­stark in der Ka­bi­ne den Drei­er in Bu­ka­rest, wie ein ge­pos­te­tes Vi­deo zeigt. „Für dich, Po­len“, schrieb Le­wan­dow­ski bei Face­book. Die Schock-Sze­ne ließ zu­nächst das Schlimms­te be­fürch­ten. Wie vom Blitz ge­trof­fen fiel Le­wan­dow­ski zu Bo­den, nach­dem in un­mit­tel­ba­rer Nä­he des pol­ni­schen Stür­mer­stars ein Knall­kör­per ex­plo­diert war. Der Go­al­get­ter muss­te be­han­delt wer­den, das Spiel wur­de un­ter­bro­chen. „Da­von dis­tan­zie­ren wir uns, da er­üb­rigt sich je­der Kom­men­tar“, sag­te Ru­mä­ni­ens Coach Chris­toph Daum im Pri­vat­sen­der RTL. Doch Le­wa war hart im Neh­men, spiel­te wei­ter – und traf noch zwei­mal. Mit dem Sieg über­nahm Po­len die Ta­bel­len­füh­rung in der Grup­pe E vor Mon­te­ne­gro (7), das 2:3 in Ar­me­ni­en ver­lor. Ru­mä­ni­en ist mit fünf Zäh­lern Vier­ter. Bei­na­he noch bit­te­rer als die Nie­der­la­ge für die Ru­mä­nen dürf­ten wahr­schein­li­che Sank­tio­nen der Fi­fa we­gen des Böl­ler­wurfs sein. Post vom Dis­zi­pli­nar-Aus­schuss des Fuß­bal­lWelt­ver­ban­des wer­den mög­li­cher­wei­se auch die Ver­bän­de En­g­lands und Schott­lands er­hal­ten. Trotz Ver­bots der Fi­fa wa­ren die Spie­ler im Lon­do­ner Wem­bley­sta­di­on mit schwar­zen Arm­bin­den mit der so­ge­nann­ten „Pop­py“-Blu­me auf­ge­lau­fen. Die ro­te Klatsch­mohn-Blü­te er­in­nert an den Waf­fen­still­stand im Ers­ten Welt­krieg. En­g­lands Spie­ler und Me­di­en in­ter­es­sier­te das nach dem 3:0 im Pres­ti­ge­du­ell ge­gen den Nach­barn Schott­land we­nig. Dis­ku­tiert wur­de nach dem höchs­ten Sieg seit 41 Jah­ren ge­gen den al­ten Ri­va­len über die Zu­kunft von In­te­rims­coach Ga­reth Sou­th­ga­te. „Er hat al­les da­für ge­tan, und ich bin mir si­cher, dass er der Top-Kan­diIn dat ist“, sag­te Th­ree-Li­ons-Ka­pi­tän Way­ne Roo­ney und mach­te sich zum pro­mi­nen­tes­ten Für­spre­cher von Sou­th­ga­te. Der gab sich zu­rück­hal­tend. „Ich möch­te erst mal in Ru­he nach­den­ken“, sag­te er, mach­te aber deut­lich, dass er den Job an­neh­men wür­de. „Ich lie­be das. Ich ha­be die Rol­le wirk­lich ge­nos­sen, die Ver­ant­wor­tung, die Her­aus­for­de­rung. Jetzt müs­sen an­de­re ent­schei­den.“Mit ei­ner Schwei­ge­mi­nu­te be­gann das Spiel der fran­zö­si­schen Na­tio­nal­mann­schaft ge­gen Schwe­den fast ein Jahr nach der Ter­ror­nacht von Pa­ris. „Die Zeit ver­geht und nie­mand wird das je ver­ges­sen“, sag­te Trai­ner Di­dier De­schamps. Es sei wich­tig ge­we­sen, den Be­trof­fe­nen der tra­gi­schen Er­eig­nis­se das Mit­ge­fühl aus­zu­drü­cken. An­sons­ten spiel­ten mög­li­che Ge­füh­le und Er­in­ne­run­gen wäh­rend der Par­tie ge­gen die Skan­di­na­vi­er in der fran­zö­si­schen Spiel-Bi­lanz kaum ei­ne Rol­le – son­dern viel­mehr das glück­li­che 2:1, das das Gast­ge­ber-Team nach ei­nem 0:1-Rück­stand noch ge­schafft hat­te. Im­mer­hin über­nahm der EM-Fi­na­list in der Grup­pe A da­mit die al­lei­ni­ge Ta­bel­len­füh­rung, un­ab­hän­gig vom Aus­gang der Sonn­tag-Spie­le.

En­g­lands In­te­rims­coach vor der Be­för­de­rung?

Schreck­mi­nu­ten: Po­lens Na­tio­nal­stür­mer Ro­bert Le­wan­dow­ski geht nach ei­nem Böl­ler­wurf zu Bo­den und muss be­han­delt wer­den. Nach dem Spiel in Bu­ka­rest, das mit ei­nem 3:0-Sieg (und zwei Le­wan­dow­ski-Tref­fern) ge­gen die Ru­mä­nen en­de­te, war der FC Bay­ern-Star aber wie­der bes­ter Lau­ne. Fo­to: avs

Mit der „Pop­py“-Blu­me am Kra­gen: En­g­lands In­te­rims­coach Ga­reth Sou­th­ga­te. Fo­to: avs

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