Ma­ik wer? Ma­ik Wal­pur­gis!

Fuß­ball-Bun­des­li­gist FC In­gol­stadt setzt auf neu­en Trai­ner oh­ne Bun­des­li­ga-Er­fah­rung

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Tho­mas Hä­ber­lein

Ma­ik Wal­pur­gis! Ma­ik wer? Der FC In­gol­stadt hat ges­tern mit der Be­kannt­ga­be sei­nes neu­en Trai­ners für ei­ne gro­ße Über­ra­schung ge­sorgt. Die of­fen­sicht­lich schwie­ri­ge Su­che nach ei­nem Nach­fol­ger für Mar­kus Kauc­zin­ski en­de­te mit der Prä­sen­ta­ti­on ei­nes Man­nes, der kei­nes­wegs die zu­nächst ge­wünsch­te Er­fah­rung aus der Bun­des­li­ga mit­bringt. Wal­pur­gis trai­nier­te zu­letzt – und bis zu sei­ner Ent­las­sung im Au­gust 2015 – den Dritt­li­gis­ten VfL Os­na­brück, in In­gol­stadt un­ter­schrieb er bis 2018. Die In­gol­städ­ter Ver­ant­wort­li­chen ficht es frei­lich nicht an, dass der 43 Jah­re al­te Wal­pur­gis kein Kind der Bun­des­li­ga ist. „Die Bun­des­li­ga ist für mich im­mer das gro­ße Ziel ge­we­sen“, be­ton­te der ge­bür­ti­ge Her­for­der, der Sams­tag sei des­halb „ein be­son­de­rer Tag“für ihn. Be­son­ders ist aber vor al­lem die Auf­ga­be, die ihn in In­gol­stadt er­war­tet: Mit nur zwei Punk­ten aus den ers­ten zehn Sai­son­spie­len ist bis­lang noch je­de Mann­schaft aus der Bun­des­li­ga ab­ge­stie­gen. „Es hat noch kein Ver­ein ge­schafft, mit un­se­rem ak­tu­el­len Punk­te­stand die Klas­se zu hal­ten“, stell­te da­her Sport­di­rek­tor Tho­mas Lin­ke bei der of­fi­zi­el­len Vor­stel­lung von Wal­pur­gis fest, be­ton­te aber: „Wir wol­len wie­der Ge­schich­te neu schrei­ben.“Dass dies nicht ein­fach wird, ist auch Wal­pur­gis be­wusst. „Die Her­aus­for­de­rung ist groß, doch wir sind und blei­ben op­ti­mis­tisch. Die Mann­schaft wird sich voll da­ge­gen­stem­men!“Erst­mals trai­niert wird mor­gen. Wal­pur­gis, seit sei­ner Ent­las­sung in Os­na­brück oh­ne Job, war zu­letzt auch bei Zweit­li­ga-Auf­stei­ger Ar­mi­nia Bie­le­feld im Ge­spräch ge­we­sen. Trai­ner ist er seit 1992, sei­ne bis­her bes­te Pha­se hat­te er mit den Sport­freun­den Lot­te (2008 bis 2013), mit de­nen er 2013 in den Auf­stiegs­spie­len zur Drit­ten Li­ga an RB Leipzig schei­ter­te. In In­gol­stadt will er die Mann­schaft „ak­tiv und mu­tig“spie­len las­sen, „die Jungs dür­fen Feh­ler ma­chen, das ge­hört da­zu. Fle­xi­bi­li­tät ist aber eben­so wich­tig“. Wal­pur­gis“man­geln­de Er­fah­rung soll Michael Hen­ke aus­glei­chen. Der 59-Jäh­ri­ge, As­sis­tent einst von Ott­mar Hitz­feld so­wie bei Kauc­zins­kis Vor­gän­ger Ralph Ha­sen­hüttl, ge­hört wie­der zum Trai­ner­team. Hen­ke wer­de ein „wich­ti­ger An­sprech­part­ner“für ihn sein, sag­te Wal­pur­gis, auch Lin­ke be­ton­te, der neue Trai­ner kön­ne auf „reich­lich Kom­pe­tenz und Er­fah­rung zu­rück­grei­fen, so­dass wir uns für die be­vor­ste­hen­den Auf­ga­ben bes­tens ge­wapp­net se­hen“. Co-Trai­ner ist Ovid Ha­jou. FCI-Sport­di­rek­tor Tho­mas Lin­ke hat­te sich vor der Ei­ni­gung ei­ne gan­ze Rei­he von Ab­sa­gen ein­ge­han­delt. Doch von Wal­pur­gis, be­ton­te er, „sind wir fel­sen­fest über­zeugt“. Mu­tig ist die Ent­schei­dung al­le­mal, aber: „Un­ser Weg, den wir nun schon ei­ni­ge Jah­re be­schrei­ten, war manch­mal stei­nig, aber wir wur­den in der Ver­gan­gen­heit da­für be­lohnt“, sag­te In­gol­stadts Sport-Ge­schäfts­füh­rer Ha­rald Gärt­ner: „Wir ha­ben uns nun auch auf der Trai­ner­po­si­ti­on für ei­nen Mann mit viel Ehr­geiz und Vi­si­on ent­schie­den, der al­le Gre­mi­en in den Ge­sprä­chen auf gan­zer Li­nie über­zeugt hat.“Na dann.

2015 beim Dritt­li­gis­ten VfL Os­na­brück ent­las­sen

„Ein be­son­de­rer Tag“: Die Bun­des­li­ga ist für Ma­ik Wal­pur­gis im­mer das gro­ße Ziel ge­we­sen. Jetzt ist er da ei­ni­ger­ma­ßen über­ra­schend an­ge­kom­men. Als Übungs­lei­ter des Ta­bel­len­vor­letz­ten FC In­gol­stadt. Fo­to: avs

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