Ver­lie­ren ver­bo­ten

Der ESC Hü­gels­heim ist mei­len­weit von den Play-off-Plät­zen ent­fernt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Man­fred Spitz

Nein, „gol­den“war der Ok­to­ber für die Eis­ho­ckey­cracks des Re­gio­nal­li­gis­ten ESC Hü­gels­heim wirk­lich nicht. Nach ab­sol­vier­ten sie­ben Spie­len nur sie­ben Punk­te und der vor­letz­te Ta­bel­len­platz: die Ba­den Rhi­nos sind der­zeit mei­len­weit von ih­rem Sai­son­ziel, dem Ein­zug in die Play-off-Run­de, ent­fernt. Da­für qua­li­fi­zie­ren sich die ers­ten vier Mann­schaf­ten. Hü­gels­heim ist Sieb­ter. Und sie­ben Zäh­ler vom viert­plat­zier­ten Stutt­gar­ter EC ent­fernt; ei­ne klei­ne Welt. „Na­tür­lich hat­ten wir uns das ganz an­ders vor­ge­stellt. Nie­mand dach­te, dass wir nach ei­ner wirk­lich gu­ten Vor­be­rei­tungs­pha­se so mi­se­ra­bel in die Sai­son star­ten wür­den“, nimmt Pas­cal Win­kel ge­gen­über dem SONN­TAG kein Blatt vor den Mund. „Je­der ist ent­täuscht. Spie­ler, Trai­ner, ich. Und vor al­lem wahr­schein­lich un­se­re Fans“, fügt der Sport­li­che Lei­ter des ESC Hü­gels­heim hin­zu. Be­son­ders sticht die schein­bar ab­han­den ge­kom­me­ne Heim­stär­ke der Hü­gels­hei­mer Puck­jä­ger ins Au­ge. Vier Spie­le in der Eis­a­re­na auf dem Ba­den-Air­park, vier Nie­der­la­gen. Drei „glat­te“ge­gen den Stutt­gar­ter EC (7:9), den EC Ep­pel­heim (4:7) und die Eis­bä­ren vom vier­ma­li­gen Ti­tel­ge­win­ner EHC Heil­bronn (2:6). Ei­ne nach Pen­al­ty­schie­ßen (5:6 ge­gen den SC Bie­tig­heim-Bis­sin­gen). Und al­le ge­gen Mit­strei­ter im Kampf um die Play­off-Plät­ze. Ei­ne „Bas­ti­on“ist die hei­mi­sche Eis­a­re­na auf dem Ba­den-Air­park bis­her wahr­lich nicht. „Ja“, sagt Pas­cal Win­kel, „das stimmt, wir sind zu­hau­se kei­ne Macht mehr. Wo­bei ich sa­gen muss: Die Nie­der­la­ge ge­gen Stutt­gart war un­nö­tig, die ge­gen Heil­bronn ei­gent­lich ein­ge­plant und die ge­gen Bie­tig­heim un­glück­lich.“An­ders die ESC-Klat­sche am fünf­ten Spiel­tag ge­gen Ep­pel­heim: „Die­ser Auf­tritt war ei­ne Frech­heit und zu die­sem Zeit­punkt ein Of­fen­ba­rungs­eid“, geht Pas­cal Win­kel mit der Mann­schaft hart ins Ge­richt. „So ha­be ich die Rhi­nos noch nie ge­se­hen, oh­ne Kampf, Ein­satz, Wil­le und Sys­tem. Zum ers­ten Mal wur­de das Team von sei­nen ei­ge­nen Fans aus­ge­pfif­fen. Aber ich bin mir si­cher, dass dies ei­ne ein­ma­li­ge An­ge­le­gen­heit war“, so Win­kel. „Es wur­den dar­auf­hin Din­ge ganz klar an­ge­spro­chen und Um­stel­lun­gen vor­ge­nom­men, die ih­re Wir­kung nicht ver­fehl­ten. Wir ha­ben da­nach je­den­falls zwei gu­te Spie­le ab­ge­lie­fert.“So gab es zu­letzt ei­nen ver­dien­ten 7:2-Aus­wärts­sieg bei der DEL-Re­ser­ve der Schwen­nin­ger Wild Wings. Ver­gan­ge­ne Run­de konn­te Hü­gels­heim kei­nen der drei Ver­glei­che ge­gen die Schwarz­wäl­der für sich ent­schei­den. War das jetzt die Initi­al­zün­dung? Ist der Kno­ten end­lich ge­platzt? Pas­cal Win­kel: „Je­dem war be­wusst, wie wich­tig die­ses Spiel war, um den An­schluss nicht völ­lig zu ver­lie­ren. Es las­te­te schon ein ge­wis­ser Druck auf al­len Be­tei­lig­ten. Dem ha­ben die Jungs aber stand­ge­hal­ten und ver­dient drei Punk­te mit nach Hau­se ge­nom­men.“Nach ei­nem spiel­frei­en Wo­che­n­en­de war­tet auf den ESC Hü­gels­heim am Frei­tag (18. No­vem­ber) das nächs­te schwe­re Aus­wärts­spiel in Stutt­gart. Bis da­hin wer­de „nor­mal trai­niert“, so Win­kel. Ei­ni­ge an­ge­schla­ge­ne Ak­teu­re dür­fen et­was kür­zer­tre­ten, „da­mit sie für die nächs­te weg­wei­sen­de Par­tie im Schwa­ben­land top­fit sind“, wünscht sich Pas­cal Win­kel nichts mehr, als den Schwung vom Schwen­nin­gen-Auf­tritt trotz der spiel­plan­be­ding­ten Un­ter­bre­chung nach Stutt­gart mit­zu­neh­men. Denn die Gast­ge­ber ran­gie­ren ge­nau da, wo die Hü­gels­hei­mer min­des­tens hin möch­ten – auf dem ers­ten der vier Plät­ze, die Tür­öff­ner für die Play­offs sind. Ver­lie­ren ist da ei­gent­lich ver­bo­ten. „Ich se­he in ers­ter Li­nie im­mer das Po­si­ti­ve“, er­klärt der ESC-Sport­lei­ter. „Trotz des ver­meint­lich gro­ßen Ab­stands ha­ben wir al­les noch selbst in der Hand. Wir ab­sol­vie­ren ge­gen je­des Team noch zwei Spie­le. Aber klar ist na­tür­lich, dass uns nur noch Sie­ge wei­ter­brin­gen

Eis­ho­ckey-Re­gio­nal­li­gist sucht sei­ne Heim­stär­ke

auf dem Weg in die Play-offs.“Zu­mal es trotz der gu­ten Vor­stel­lung des Hü­gels­hei­mer Teams von Trai­ner Pa­vol Jan­co­vic bei den SERC Fi­re Wings nichts dar­aus wur­de, den vor­letz­ten Platz zu ver­las­sen; weil auch die vor den Ba­den Rhi­nos ran­gie­ren­den Eis­bä­ren aus Ep­pel­heim punk­te­ten. „Nach dem 21. Spiel­tag ist es wich­tig, wo man steht“, weiß Pas­cal Win­kel. „Jetzt ist al­les nur ei­ne Momentaufnahme.“Sechs Par­ti­en ste­hen bis Weih­nach­ten noch auf dem Pro­gramm, ei­ne Vor­ga­be, wie vie­le Zäh­ler bis da­hin noch ver­bucht wer­den sol­len gibt es aber nicht. „In der au­gen­blick­li­chen Si­tua­ti­on braucht man so­was nicht zu ma­chen. Beim Blick auf die Ta­bel­le ist je­dem klar, dass die Wahr­schein­lich­keit auf die Play-offs mit je­der Nie­der­la­ge sinkt“, be­tont Win­kel. „Wir den­ken von Spiel zu Spiel, aber im No­vem­ber wol­len wir kei­nes mehr ver­lie­ren. Und im De­zem­ber auch nicht gleich“, meint er schmun­zelnd. „Da­zu brau­chen wir na­tür­lich das, was uns im­mer stark ge­macht hat: die Tu­gen­den des Teams, aber vor al­lem die Un­ter­stüt­zung un­se­rer ei­ge­nen Fans. Dann fragt kei­ner mehr nach dem tris­ten Ok­to­ber und die Geg­ner ha­ben auch wie­der Re­spekt, wenn sie das ,Ge­he­ge‘ der Rhi­nos be­tre­ten!“

„Nach 21. Spiel­tag ist wich­tig, wo man steht“

Kno­ten ge­platzt? Zu­letzt über­zeug­te der ESC Hü­gels­heim bei sei­nem Aus­wärts­sieg in Schwen­nin­gen. Zu­hau­se, wie hier ge­gen Stutt­gart, war­ten Stür­mer Jo­na­than Koch (Mit­te) und Co noch auf ei­nen Er­folg. Fo­to: Col­let

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