„Bel­gi­en ist ei­ne schö­ne Stadt“

Der Sonntag (Mittelbaden) - - AKTUELL - avs/AFP

EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­dent Je­an-Clau­de Juncker rech­net an­ge­sichts der au­ßen­po­li­ti­schen Un­er­fah­ren­heit des künf­ti­gen US-Prä­si­den­ten Do­nald Trump mit „zwei ver­lo­re­nen Jah­ren“nach des­sen Amts­an­tritt. „Ich den­ke, wir wer­den zwei ver­lo­re­ne Jah­re ha­ben, bis Herr Trump durch die Welt ge­reist ist, die er nicht kennt“, sag­te Juncker bei ei­ner Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung mit jun­gen Leu­ten in Lu­xem­burg. Auf die Fra­ge, ob Trumps Wahl die Be­zie­hun­gen zwi­schen den USA und Eu­ro­pa be­ein­flus­sen wer­de, sag­te Juncker, die US-Bür­ger in­ter­es­sier­ten sich ge­ne­rell nicht für Eu­ro­pa. „Das be­trifft die po­li­ti­sche Klas­se eben­so wie das ein­fa­che Ame­ri­ka, sie ken­nen Eu­ro­pa nicht“, füg­te der Kom­mis­si­onra­schen­der schef hin­zu. Juncker er­in­ner­te in dem Zu­sam­men­hang an die Aus­sa­ge Trumps wäh­rend ei­nes Wahl­kampf-Auf­tritts, Bel­gi­en sei ei­ne „wun­der­schö­ne Stadt“. „Wir müs­sen dem de­si­gnier­ten Prä­si­den­ten bei­brin­gen, wor­auf Eu­ro­pa be­ruht und nach wel­chen Prin­zi­pi­en Eu­ro­pa funk­tio­niert“, sag­te Juncker. Trump stel­le Fra­gen mit „ge­fähr­li­chen Kon­se­quen­zen, weil er die Na­to in Fra­ge stellt und da­mit das Mo­dell, auf dem die Ver­tei­di­gung in Eu­ro­pa ba­siert“. Trumps über- Sieg bei der US-Prä­si­dent­schafts­wahl am Di­ens­tag hat die Be­fürch­tung ge­weckt, dass die USA ihr mi­li­tä­ri­sches En­ga­ge­ment in Eu­ro­pa und der Welt zu­rück­fah­ren könn­ten. Der US-Mil­li­ar­där hat­te wäh­rend des Wahl­kamp­fes auch die Bei­stands­ga­ran­tie in­ner­halb der Na­to für die Län­der in Fra­ge ge­stellt, die nicht ge­nug in Mi­li­tär und Rüs­tung in­ves­tie­ren. Uni­ons­frak­ti­ons­chef Vol­ker Kau­der sieht Eu­ro­pa durch die Wahl Do­nald Trumps zum neu­en US-Prä­si­den­ten in der Pflicht, stär­ker zu­sam­men­zu­rü­cken und Si­cher­heits­fra­gen selbst zu klä­ren. „Jetzt soll­ten die Wei­chen für ei­ne eu­ro­päi­sche Ar­mee ge­stellt wer­den“, sag­te der CDU-Po­li­ti­ker der „Pas­sau­er Neu­en Pres­se“.

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