Rü­cken­de­ckung ist Schu­bert egal

Glad­bach rutscht tie­fer in die Kri­se

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Oli­ver Mu­cha

Max Eberl stärk­te An­dré Schu­bert auch nach der bit­te­ren Nie­der­la­ge im Rheinder­by den Rü­cken, doch da­von woll­te der Trai­ner von Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach nichts wis­sen. „Für mich ist das über­haupt nicht wich­tig. Das ist im Fuß­ball im­mer so, bis es nicht mehr so ist“, sag­te Schu­bert nach dem 1:2 (1:0) ge­gen den 1. FC Köln und füg­te an: „Im Pro­fi-Fuß­ball wird man an Punk­ten ge­mes­sen.“

Im Rheinder­by 1:2 dem 1. FC Köln un­ter­le­gen

Da­von ha­ben die Glad­ba­cher nach dem sechs­ten Bun­des­li­ga­spiel in Fol­ge oh­ne Sieg zu we­nig auf dem Kon­to. Das weiß Schu­bert, das weiß auch Eberl. Der Sport­di­rek­tor war nach der Last-Mi­nu­te-Nie­der­la­ge ge­gen den rhei­ni­schen Ri­va­len den­noch ve­he­ment dar­um be­müht, die auf­kom­men­de Trai­ner-Dis­kus­si­on wei­ter im Keim zu er­sti­cken. Er weh­re sich da­ge­gen, dass es im­mer ei­nen Schul­di­gen ge­ben müs­se, sag­te Eberl und er­gänz­te mit Nach­druck: „Dass im Fuß­ball im­mer ein Kopf rol­len muss, bloß weil Mo­des­te mit ei­nem an­ge­köpf­ten Kopf­ball trifft und ein Frei­stoß rein­geht, das ma­che ich nicht mit.“Nach dem zwölf­ten Sai­son­tor von Ant­ho­ny Mo­des­te (59.), der von Jan­nik Ves­ter­gaard un­glück­lich an­ge­köpft wur­de, und dem Sonn­tags­schuss von Mar­cel Ris­se (90.+1) in den Win­kel wer­den sich die Glad­ba­cher Ver­ant­wort­li­chen al­ler­dings un­be­que­me Fra­gen ge­fal­len las­sen müs­sen – dar­an än­der­te auch der ers­te Li­ga­tref­fer nach 495 Mi­nu­ten oh­ne Tor durch Lars St­indl (32.) nichts. „Wir sind in ei­ner La­ge, in der wir uns nicht ger­ne se­hen“, sag­te Eberl nach dem Ab­sturz auf Rang 13. Das laut­star­ke Pfeif­kon­zert der Fans nach dem Schluss­pfiff be­stä­tig­te die­se Ein­schät­zung. Erst­mals seit Ja­nu­ar ver­lo­ren die Glad­ba­cher in der Li­ga ein Heim­spiel, erst­mals seit Ok­to­ber 2008 ver­ließ der rhei­ni­sche Ri­va­le Köln den Bo­rus­sia-Park als Sie­ger. „Wir sind in ei­ner schwie­ri­gen Si­tua­ti­on. Das ist al­len be­wusst“, sag­te Ka­pi­tän St­indl. Da­bei hat­te der fünf­ma­li­ge deut­sche Meis­ter fu­ri­os be­gon­nen und hät­te nach ei­ner star­ken ers­ten Halb­zeit hö­her füh­ren müs­sen. „Wir hat­ten nicht die letz­te Kon­se­quenz vor dem Tor“, be­män­gel­te St­indl. Für Schu­bert war der er­neu­te Rück­schlag „ex­trem hart und bit­ter“. Mit Blick auf das Cham­pi­ons-Le­ague-Spiel am Mitt­woch (20.45 Uhr/ZDF) ge­gen Man­ches­ter Ci­ty ge­he es nun dar­um, „die Jungs wie­der auf­zu­rich­ten“. Sei­ne per­sön­li­che Si­tua­ti­on will Schu­bert nicht über­be­wer­tet wis­sen. „Das kann ich nicht be­ein­flus­sen“, sag­te der Coach, des­sen Ver­trag erst im Sep­tem­ber um zwei Jah­re bis 2019 ver­län­gert wor­den war. Wäh­rend die Glad­ba­cher tief ent­täuscht vom Platz schli­chen, er­klang aus der Köl­ner Ka­bi­ne Kar­ne­vals­mu­sik. Durch den Er­folg hat sich die Mann­schaft von Trai­ner Pe­ter Stö­ger erst ein­mal in der Spit­zen­grup­pe fest­ge­setzt. Match­win­ner Ris­se ver­spür­te nach sei­nem Traum­tor „pu­re Eu­pho­rie“. Hät­te er sich die Si­tua­ti­on für so ein Tor wün­schen dür­fen, „hät­te ich die letz­te Mi­nu­te im Der­by ge­nom­men“, sag­te er.

Bit­te­re Nie­der­la­ge: Erst­mals seit Ja­nu­ar ver­lo­ren die Glad­ba­cher (rechts Mahmoud Dahoud) wie­der ein Heim­spiel. Und erst­mals wie­der seit 2008 im Bo­rus­sia-Park ge­gen den 1. FC Köln (links Ant­ho­ny Mo­des­te). Fo­to: avs

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