Die Ver­trä­ge sind ge­macht ...

Das neue Wild­park­sta­di­on kommt / Bau­be­ginn vor­aus­sicht­lich 2018

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Ha­rald Lin­der

Vor knapp 20 Jah­ren, am 20. De­zem­ber 1996, der KSC wähn­te sich (sei­nem da­ma­li­gen Bu­si­ness­plan zu­fol­ge) „auf dem Weg ins Jahr 2000“, wur­de das Mo­dell ei­nes „neu­en Wild­park­sta­di­ons“vor­ge­stellt. Das war vom Ar­chi­tek­tur­bü­ro Fol­ker Fie­bi­ger un­ter Ein­be­zie­hung der erst drei Jah­re zu­vor er­rich­te­ten Haupt­tri­bü­ne ent­wor­fen wor­den. Hin­ter­grund da­mals war auch, dass der Deut­sche Fuß­ball-Bund (DFB), der sich um die Welt­meis­ter­schaft 2006 be­wor­ben hat­te, dem KSC und der Stadt Karls­ru­he si­gna­li­sier­te, WM-Spie­le in der Fä­cher­stadt aus­tra­gen zu wol­len. Vor­aus­ge­setzt, es wür­de ein neu­es Sta­di­on ste­hen, bei des­sen Bau man dann auch auf Zu­schüs­se vom Bund hof­fen durf­te. Nach En­de des Spiel­jah­res 1998 soll­ten die Bag­ger an­rü­cken. Aber statt­des­sen stieg der KSC in die Zwei­te Bun­des­li­ga ab, die Bag­ger blie­ben in der Ga­ra­ge – und das The­ma Sta­di­on war (zu­nächst) vom Tisch. Zwar geis­ter­te es im­mer wie­der durch die Stadt, aber erst 2013, nach der Wahl von Frank Men­trup zum Ober­bür­ger­meis­ter, nahm die Dis­kus­si­on neu­er­lich Fahrt auf. Im De­zem­ber 2013 wur­de die Stand­ort­fra­ge mit dem Be­schluss, im Wild­park zu blei­ben, ent­schie­den. Im Ok­to­ber 2014 be­schloss der Ge­mein­de­rat, dort kom­plett neu zu bau­en. Seit­her gab es um­fang­rei­che Ver­hand­lun­gen zwi­schen der Stadt und dem KSC. Jetzt, vor zwei Ta­gen, wur­de un­ter maß­geb­li­cher Ver­mitt­lung durch IHK-Prä­si­dent Wolf­gang Gren­ke ein 113 Sei­ten star­kes Ver­trags­werk von Ober­bür­ger­meis­ter Frank Men­trup und KSCPrä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther bei No­ta­ri­ats­di­rek­tor Jür­gen Ra­stet­ter un­ter­schrie­ben und im An­schluss dar­an auf ei­ner Pres­se­kon­fe­renz in den Räu­men der IHK vor­ge­stellt.

„Ein gu­ter Tag für den KSC und die Stadt“

„Es war kein ein­fa­ches Ver­fah­ren“, mach­te Gren­ke noch ein­mal deut­lich. Zugleich ver­wies er er­neut auf die Be­deu­tung die­ses 113Mil­lio­nen-Pro­jek­tes; so­wohl für den KSC als auch für die Stadt. „Es ist nicht so, dass die­ses Sta­di­on ein Ge­schenk der Stadt für den KSC aus öf­fent­li­chen Mit­teln ist, auch wenn es von der Kom­mu­ne vor­fi­nan­ziert wird. Aber im Lau­fe der nächs­ten Jahr­zehn­te wird es vom KSC durch sei­ne Pacht­zah­lun­gen (da­zu ver­pflich­te­te sich der Ver­ein über die Dau­er von 33 Jah­ren; d. Red.) re­fi­nan­ziert und ist dar­über hin­aus auch für die Stadt Karls­ru­he und die re­gio­na­le Wirt­schaft ein Ge­winn“, be­ton­te der IHK-Chef. Ober­bür­ger­meis­ter Men­trup war die Er­leich­te­rung über die­sen „wahr­haft his­to­ri­schen Schritt“an­zu­mer­ken, der nach un­zäh­li­gen Ver­hand­lungs­run­den, bei de­nen das Pro­jekt des Öf­te­ren auf der Kip­pe stand, end­lich ge­macht wur­de. Er­leich­tert äu­ßer­te sich auch KSC-Prä­si­dent Wel­len­reu­ther, der sich aus­drück­lich und in sehr per­sön­li­chen Wor­ten beim OB für des­sen gro­ßes En­ga­ge­ment be­dank­te. Wel­len­reu­ther sprach von ei­nem „über­ra­gen­den Er­geb­nis“und ei­nem „gu­ten Tag für den KSC und die Stadt“. Als Bau­be­ginn ist An­fang 2018 ins Au­ge ge­fasst. Ab 2020 soll dann im neu­en Wild­park Fuß­ball ge­spielt wer­den. Die Ge­samt­kos­ten des Pro­jek­tes be­lau­fen sich auf 113 Mil­lio­nen Eu­ro. Da­von kom­men elf Mil­lio­nen Eu­ro als Zu­schuss vom Land. 28 Mil­lio­nen Eu­ro sind für in­fra­struk­tu­rel­le Maß­nah­men (Ver­kehrs­füh­rung, Park­plät­ze und so wei­ter) vor­ge­se­hen. Das ei­gent­li­che Sta­di­on ist mit 74,5 Mil­lio­nen Eu­ro ver­an­schlagt. Die Are­na wird nach Fer­tig­stel­lung 35 000 Zu­schau­er (22 500 Sitz- und 12 500 Steh­plät­ze) fas­sen. Es soll 40 Lo­gen und 2 500 Busi­ness-Seats ge­ben. Dar­über hin­aus soll auf dem Ge­län­de noch ein klei­nes Ama­teur­sta­di­on ent­ste­hen. Als nächs­ten Schritt kün­dig­te Ober­bür­ger­meis­ter Frank Men­trup die Aus­schrei­bung und Ver­ga­be der Bau­leis­tun­gen im Bie­ter­ver­fah­ren durch die Stadt als Bau­herrn an. Da hat­te es sei­ner­zeit der ehe­ma­li­ge Ober­bür­ger­meis­ter Gün­ther Klotz, der vor 61 Jah­ren das ers­te Wild­park­sta­di­on bau­en ließ, um ei­ni­ges ein­fa­cher. Nach der von ihm maß­geb­lich be­trie­be­nen Fu­si­on von FC Phö­nix und VfB Mühl­burg zum KSC „nahm die Stadt oh­ne zu zö­gern den Aus­bau des Wild­park­sta­di­ons in An­griff“, wie dem Stadt­ar­chiv zu ent­neh­men ist.

Mo­ment der Un­ter­schrif­ten: KSC-Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther (links) und Karls­ru­hes Ober­bür­ger­meis­ter Frank Men­trup (rechts). In der Mit­te Andre­as Ring­le (Amt für Hoch­bau und Ge­bäu­de­wirt­schaft). Fo­to: GES/Gil­li­ar

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