KSC-Freu­de folg­te Frust

Nach der bit­te­ren 1:3-Heim­nie­der­la­ge des KSC ge­gen den SV Sand­hau­sen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Ha­rald Lin­der

Nach dem „his­to­ri­schen“Frei­tag, an dem mit der Ver­trags­un­ter­zeich­nung zwi­schen dem Karls­ru­her SC und der Stadt Karls­ru­he der Weg zum Sta­di­on­neu­bau frei ge­wor­den ist, ge­lang es dem spie­len­den KSC-Per­so­nal auf dem Ra­sen nicht, für ein rund­um ge­lun­ge­nes Wo­che­n­en­de im Wild­park zu sor­gen. Viel­mehr ver­lo­ren die Blau-Wei­ßen das Nord­ba­den-Der­by ge­gen den SV Sand­hau­sen mit 1:3 (0:0) und fan­den sich da­nach auf Re­le­ga­ti­ons­platz 16 der 2. Fuß­ball-Bun­des­li­ga wie­der. Die KSC-Fans quit­tier­ten das mit „Oral raus“-Ru­fen, KSC-Sport­di­rek­tor Jens Todt in­des be­ton­te, dass sich auch nach der neu­er­li­chen Nie­der­la­ge die Trai­ner­fra­ge nicht stel­le.

Nach­dem der Karls­ru­her SC ges­tern auch das drit­te Ba­den-Würt­tem­ber­gDer­by in der 2. Fuß­ball-Bun­des­li­ga ge­gen den SV Sand­hau­sen mit 1:3 (0:0) ver­lo­ren hat­te, ent­lud sich der Frust der KSCFans, die deut­lich mach­ten, „die Schnau­ze voll“zu ha­ben, nach Spie­len­de in wü­ten­den „Oral raus“-Ru­fen. Da­bei sah es nach 47 Mi­nu­ten so aus, als kön­ne der KSC, der in der ers­ten Halb­zeit zwar den Gäs­ten klar über­le­gen war, aber nichts Zähl­ba­res zu­stan­de brach­te, den er­hoff­ten Drei­er ein­fah­ren. Hi­ro­ki Ya­ma­da nutz­te ei­ne Ver­wir­rung, als vom Un­par­tei­ischen un­be­merkt kurz­zei­tig zwei Bäl­le im Spiel wa­ren, zu ei­nem Pass auf Di­mi­tris Dia­man­ta­kos und der Grie­che brach­te den KSC mit sei­nem drit­ten Sai­son­tref­fer mit 1:0 in Füh­rung. Wer jetzt aber dach­te, die Blau-Wei­ßen wür­den mit die­ser Füh­rung im Rü­cken auf den er­hoff­ten Heim­sieg zu­steu­ern, sah sich ge­täuscht. „Die Spie­ler ha­ben da­nach ein oder zwei Schrit­te we­ni­ger ge­macht“, mein­te KSC-Trai­ner To­mas Oral ein we­nig rat­los, dass sei­ne Mann­schaft zu­neh­mend den Fa­den ver­lor und Sand­hau­sen im sel­ben Ma­ße über­le­gen wur­de. In der 52. Mi­nu­te konn­te Bjar­ne Tho­el­ke nach ei­nem Schuss von Lu­cas Hö­ler zwar noch auf der Tor­li­nie klä­ren. Als aber Schieds­rich­ter Wolf­gang Star­ke, der ei­ne ins­ge­samt schwa­che Leis­tung bot, in der 60. Mi­nu­te nach ei­ner Gäs­te-Ecke ei­nen leich­ten Zup­fer von Dia­man­ta­kos an Da­ni­el Gor­don mit Straf­stoß ahn­de­te, brach­te And­rew Woo­ten den SV Sand­hau­sen per Foul­elf­me­ter wie­der zu­rück. Dem KSC war jetzt die Ve­r­un­si­che­rung deut­lich an­zu­mer­ken. Nach­dem sich Da­vid Kin­som­bi (70. Mi­nu­te) von Richard Su­ka­tu-Pa­so wie in ei­ner Schü­ler­mann­schaft ab­ko­chen ließ, konn­te die­ser auf Phil­ipp Kling­mann pas­sen, der wie­der­um Woo­ten be­die­nen, und der US-Ame­ri­ka­ner den SVS 2:1 in Füh­rung brin­gen. Dem KSC ge­lang es trotz al­ler An­stren­gun­gen nicht mehr, die­se Par­tie zu dre­hen. In der drit­ten Mi­nu­te der Nach­spiel­zeit sorg­te Lu­cas Hö­ler nach ei­nem Kon­ter für das 1:3 und ei­ne ganz „bit­te­re Nie­der­la­ge“, für den KSC, der sich da­durch jetzt auf dem Re­le­ga­ti­ons­platz 16 wie­der­fin­det. KSC-Coach Oral, der nach dem krank­heits­be­ding­ten Aus­fall von Gri­scha Prö­mel im Mit­tel­feld En­ri­co Va­len­ti­ni agie­ren ließ und im Tor Dirk Or­lis­hau­sen den Vor­zug vor Re­né Voll­ath gab, steht nach die­sem neu­er­li­chen Ne­ga­tiv­er­leb­nis, das auch Ober­bür­ger­meis­ter Frank Men­trup ver­folg­te, mit dem Rü­cken zur Wand; auch wenn KSC-Sport­di­rek­tor Jens Todt ver­nein­te, dass sich nach der Nie­der­la­ge im Nord­ba­den-Der­by jetzt die Trai­ner­fra­ge stellt. Die von Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther er­hoff­te Eu­pho­rie nach den am Frei­tag un­ter­zeich­ne­ten Ver­trä­gen zum Sta­di­on­neu­bau (sie­he Sei­te 16) blieb in­des aus. Viel­mehr hat sie bei den KSC-An­hän­gern ei­nem Rie­sen­frust Platz ge­macht.

Schluss­punkt: Lu­cas Hö­ler (links) er­zielt in der Nach­spiel­zeit das 3:1 für den SV Sand­hau­sen. KSC-Ab­wehr­spie­ler Bjar­ne Tho­el­ke und Schluss­mann Dirk Or­lis­hau­sen ha­ben das Nach­se­hen. Die Eu­pho­rie nach der Ver­trags­un­ter­zeich­nung zum Sta­di­on­bau konn­te das spie­len­de KSC-Per­so­nal nicht auf den Platz über­tra­gen. Ob sich nach der neu­er­li­chen Nie­der­la­ge die Trai­ner­fra­ge stel­le, ver­nein­te KSC-Sport­di­rek­tor Todt aber. Fo­to: GES / Gil­li­ar

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