der SONN­TAG

Bernd La­ni­us | Di­rek­tor des Rei­fen­werks von Mi­che­lin Karls­ru­he

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - Tho­mas Liebs­cher

Manch­mal wech­seln wir bei Be­spre­chun­gen in ei­nem Satz gleich zwei Mal die Spra­che“er­zählt Bernd La­ni­us. Man hört dem deut­sche Chef des Karls­ru­her Mi­che­lin-Rei­fen­werks am Ton­fall an, dass er sich stän­dig auf Fran­zö­sisch ver­stän­digt. Nicht nur weil er Kon­takt hält zum Haupt­sitz des größ­ten eu­ro­päi­schen Rei­fen­her­stel­lers (und welt­wei­ter Num­mer zwei) in Cler­mont-Fer­rand. In der Karls­ru­her Rei­fen­fa­brik kom­men 70 Pro­zent von 600 Pro­duk­ti­ons­mit­ar­bei­tern aus dem El­sass. Al­so ge­wöhn­te sich La­ni­us, vor zwei Jah­ren vom Werk in Bad Kreuz­nach ge­kom­men, den Hand­schlag bei der Be­grü­ßung an und die ob­li­ga­to­ri­sche Fra­ge nach dem Be­fin­den, „Com­ment ça va?“Die Um­stel­lung ist dem 55-Jäh­ri­gen aus dem Rhein-Huns­rück-Kreis nicht schwer­ge­fal­len. In fast 30 Jah­ren bei Mi­che­lin hat der Elek­tro­in­ge­nieur im­mer wie­der neue Auf­ga­ben über­tra­gen be­kom­men. „Mein Be­rufs­weg be­gann mit ei­ner Leh­re als Elek­tro­in­stal­la­teur und da­für bin ich noch im­mer dank­bar. Das hilft bei der Wert­schät­zung al­ler Leu­te in der Pro­duk­ti­on“, sagt La­ni­us. Sein El­tern be­trie­ben Land­wirt­schaft und Wein­bau. Der Sohn über­leg­te sich wäh­rend der Bun­des­wehr­zeit, dass er aus sei­nem Händ­chen fürs Hand­werk noch mehr ma­chen könn­te. In Karls­ru­he ist er ver­ant­wort­lich für die Her­stel­lung von Leicht-Lkw-Rei­fen bis zu ei­ner Grö­ße von 22,5 Zoll. Sie ge­hen in al­le Welt. Auf dem Grün­wink­ler Fir­men­ge­län­de ar­bei­ten wei­te­re 600 Men­schen in der Ver­triebs­zen­tra­le für Deutsch­land, Ös­ter­reich und die Schweiz. Schon 1931, al­so vor 85 Jah­ren, und wie­der 1958 wag­te das fran­zö­si­sche Un­ter­neh­men den Schritt in die Fä­cher­stadt, um auf deut­schen Au­tos mit­zu­rol­len. Bis heute sind zu­dem Land­kar­ten und Re­stau­rant­füh­rer aus der Fir­ma mit dem Rei­fen­mann Bib be­kannt. Bernd La­ni­us hat in Karls­ru­hes die fla­che Rhein­ebe­ne für som­mer­li­che Rad­tou­ren nach der Ar­beit schät­zen ge­lernt. Au­ßer­dem geht er mit Kol­le­gen gern ins Kam­mer­thea­ter und zu Kon­zer­ten ins Toll­haus. Den Fa­mi­li­en­mit­tel­punkt hat der ge­las­se­ne Rhein­län­der wei­ter­hin in sei­nem Hei­mat­ort Dam­scheid. An den Sonn­ta­gen ver­stärkt er dort den Mu­sik­ver­ein mit sei­nem Sa­xo­fon­spiel. „Au­ßer­dem hal­te ich den Kon­takt zum mei­nem Fuß­ball­club. Ich war schließ­lich lan­ge auf dem Platz der Sech­ser und ne­ben dem Platz Vor­stand, Trai­ner oder Kas­sie­rer.“So fällt es dem An­hän­ger des Bun­des­li­gis­ten Mainz 05 über­haupt nicht schwer, in „sei­nem“Werk die vor­han­de­nen Sport- und Hob­by­grup­pen zu för­dern. „Da­zu gibt es bei Mi­che­lin Zie­le für Ge­sund­heit und Zuf­rie­den­heit der Mit­ar­bei­ter – ent­wi­ckelt in ei­ner Vi­si­on 2020“, be­tont der Herr der (schwar­zen) Rin­ge aus Karls­ru­he.

Vol­ler Durch­blick bei der Rei­fen­her­stel­lung: Bernd La­ni­us ist der Chef des Karls­ru­her Pro­duk­ti­ons­werks von Mi­che­lin. Hier schaut er durch ei­nen dort ent­stan­de­nen Leicht-LKW-Rei­fen für chi­ne­si­sche Bus­se. Fo­to: Ar­tis

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