Pat Fritz: In Ham­burg fand er sein Glück

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Pat Fritz | Ka­trin Kö­nig

Ein­mal schrieb Pat Fritz ei­nen Song über ei­nen mit­tel­lo­sen Mu­si­ker, der in den Stra­ßen Ham­burgs spiel­te, je­doch fröh­li­cher auf das Le­ben blick­te als vie­le der Men­schen, die an ihm vor­bei has­te­ten. Das sagt viel über Fritz, ei­nen Künst­ler, der es „ge­schafft“hat, aber nie ver­gaß, dass es auch an­ders hät­te lau­fen kön­nen. Und dem die Nä­he zu den Men­schen nie ver­lo­ren ging. Die Tat­sa­che, dass er in ei­ner Welt­stadt von der Mu­sik le­ben kann, gut le­ben kann, be­wer­tet er da­her über­aus hoch. „Ich woll­te mei­nen Le­benstraum, Be­rufs­mu­si­ker zu sein, in ei­ner Groß­stadt ver­wirk­li­chen. Das brach­te Auf­re­gung, Aben­teu­er – ei­ne ganz an­de­re Her­aus­for­de­rung. Nach fünf har­ten Jah­ren ist mir das ge­lun­gen: Heute ha­be ich ei­nen sehr gu­ten Stand in Ham­burg.“Wenn Fritz sol­che Sät­ze sagt, er­in­nert er in sei­ner op­ti­mis­ti­schen, lo­cke­ren Art an be­sag­ten Stra­ßen­mu­si­ker. Si­cher­lich kennt der Wahl­ham­bur­ger „Stress“sehr wohl, nicht nur auf­grund sei­ner bun­des­wei­ten Kon­zer­te, son­dern auch, weil er sei­ne einst in Mug­gen­sturm an­ge­sie­del­te Mu­sik­schu­le nach Ham­burg „ver­pflanz­te“und dort auch selbst in­ten­siv un­ter­rich­tet. Er wirkt je­doch, das schlich­te Wort mag ver­zie­hen sein, glück­lich. Viel­leicht auch ein biss­chen stolz. Im Fo­kus sei­ner Ta­ge steht die Mu­sik, sei­ne Pas­si­on al­so: Das macht es wohl leich­ter, auch mit An­stren­gun­gen um­zu­ge­hen, et­wa auf Tour. Wo­bei Fritz auch Rei­sen Po­si­ti­ves ab­ge­winnt: „Sie brin­gen In­spi­ra­ti­on, Be­we­gung.“Dar­über hin­aus schreibt er Lie­der, oft ge­mein­sam mit dem aus Bühl stam­men­den Mu­si­ker Tom Jutz, der heute in Nash­ville lebt. „Tom kann un­glaub­lich gut mit der eng­li­schen Spra­che um­ge­hen, bis in phi­lo­so­phi­sche Tie­fe hin­ein. Ich lie­fe­re meist die Me­lo­die und den An­satz zur Song-Ge­schich­te.“Re­gel­mä­ßig ist er in Nash­ville zu Gast. USARei­sen sind auch aus be­ruf­li­cher Sicht für ihn wich­tig, de­fi­niert er sei­nen Mu­sik­stil doch als „Ame­ri­ca­na“. „In den USA ha­be ich zu­dem ne­ben Tom auch wei­te­re gu­te Freun­de.“Ein sol­cher ist, auf die­ser Sei­te des At­lan­tiks, bis heute der Schau­spie­ler Ralf Bau­er; seit Jah­ren sind die bei­den auch über künst­le­ri­sche Pro­jek­te ver­bun­den. Der Ham­bur­ger Schau­spie­ler Tho­mas Schultz wie­der­um sei der kon­ge­nia­le Part­ner, den er lan­ge für die Um­set­zung der „Pop Sto­ries“ge­sucht ha­be, sagt Fritz. Es geht da­bei um die Hin­ter­grün­de der größ­ten Hits der Mu­sik­ge­schich­te: „Da­bei er­hielt ich ei­nen neu­en Zu­gang zu den Songs. Ich sin­ge sie heute ganz an­ders. Man­ches er­zeugt rich­tig Gän­se­haut.“Am 4. De­zem­ber (20 Uhr) sind die „Pop Sto­ries“im Kur­haus Ba­den-Ba­den zu er­le­ben. Die Ta­ge des Pat Fritz sind prall ge­füllt. Ge­ra­de des­halb hat der Sonn­tag für ihn ei­ne wich­ti­ge Funk­ti­on: Als „Schlam­per­tag“näm­lich. „Aus­schla­fen, lan­ge früh­stü­cken, raus in die Na­tur.“Abends kocht er gern. „Ich lie­be den Sonn­tag.“

Mitt­ler­wei­le in Ham­burg zu Hau­se ist der Mu­si­ker Pat Fritz. Am nächs­ten Sonn­tag kommt er mal wie­der in die Hei­mat. Er er­zählt mit dem Schau­spie­ler Tho­mas Schultz „Pop Sto­ries“in Ba­den-Ba­den. Fo­to:Jarek Okon

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