We­ni­ger war­ten – mehr ge­nie­ßen

Wie man War­te­schlan­gen in be­lieb­ten Me­tro­po­len um­ge­hen kann

Der Sonntag (Mittelbaden) - - REISE & URLAUB -

Schnell mal übers Wo­che­n­en­de nach Lon­don, Rom oder New York: Die Bil­lig­flie­ger ha­ben uns bei­ge­bracht, wie auf­re­gend Spon­t­an­trips in die Me­tro­po­len sind. Doch so viel Po­pu­la­ri­tät hat auch ih­re Nach­tei­le: Viel Zeit geht mit War­ten an den Kas­sen und vor den Si­cher­heits­kon­trol­len ver­lo­ren. Kein Wun­der bei den Be­su­cher­zah­len – fast 20 Mil­lio­nen in Pa­ris, fast 18 Mil­lio­nen in Lon­don. Hier ei­ni­ge Tipps un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Tin­ga Hor­ny (srt).

Rom – on­li­ne bu­chen

Der Pe­ters­dom so­wie die Va­ti­ka­ni­schen Mu­se­en ha­ben lei­der im­mer Sai­son, des­halb un­be­dingt Ti­ckets on­li­ne bu­chen. Aber bloß nicht für Sams­tag, weil das der volls­te Tag ist. Den Be­such im­mer auf den Nach­mit­tag le­gen, mor­gens pil­gern die Rei­se­grup­pen durch die Ga­le­ri­en. Wer nicht durch die Six­ti­ni­sche Ka­pel­le von Sel­fie schie­ßen­den Be­su­chern ge­drückt wer­den will, gönnt sich ei­ne ge­führ­te Tour au­ßer­halb der Öff­nungs­zei­ten vor neun Uhr mor­gens oder abends nach 18 Uhr. Die bie­ten der Va­ti­kan so­wie pri­va­te Un­ter­neh­men an, sie kos­ten ab 38 Eu­ro pro Per­son. Im Ge­gen­satz zum Va­ti­kan ist das Ko­los­se­um in der Ne­ben­sai­son von De­zem­ber bis Fe­bru­ar tat­säch­lich nicht so stark be­sucht, die Öff­nungs­zei­ten sind al­ler­dings kür­zer. Be­su­cher spa­ren viel Zeit, wenn sie ih­ren Ein­tritt, der auch fürs Fo­rum Ro­ma­num und den Pa­la­tin gilt, on­li­ne bu­chen. Wer ver­ges­sen hat, sein Ti­cket übers In­ter­net zu be­sor­gen, der kauft es bes­ser am Ein­gang des Fo­rum Ro­ma­num. Aus un­er­find­li­chen Grün­den sind die Kas­sen des Ko­los­se­ums be­son­ders lang­sam. Ja­nu­ar und Fe­bru­ar ge­hö­ren zu New Yorks be­su­cher­är­me­ren Mo­na­ten. An­ge­nom­men, das Me­tro­po­li­tan Mu­se­um oder das Mu­se­um of Mo­dern Art, die High Li­ne und das Em­pi­re Sta­te Buil­ding bzw. ei­ne an­de­re Aus­sichts­platt­form ste­hen auf dem Pro­gramm, dann hel­fen On­li­ne-Ti­ckets und ge­schick­tes Ti­ming, um den Mas­sen zu ent­ge­hen. Wer gleich zu den Öff­nungs­zei­ten der Mu­se­en am Mor­gen kommt und das Wo­che­n­en­de aus­spart, der hat meist die ers­te hal­be St­un­de für sich. Die Al­ter­na­ti­ve sind die letz­ten St­un­den vor der Schlie­ßung, wenn die an­de­ren schon zu Abend es­sen. Für ei­nen Spa­zier­gang auf der High Li­ne ist der Mor­gen gut. In der Mit­tags­pau­se und ab Spät­nach­mit­tag nut­zen auch vie­le New Yor­ker den Park. Die Aus­sichts­platt­for­men des Em­pi­re Sta­te Buil­ding und des Rock of the Top eig­nen sich für Früh­auf­ste­her bzw. Nacht­eu­len am bes­ten, weil sie schon um acht Uhr bzw. 8.30 Uhr öff­nen. Das Em­pi­re Sta­te Buil­ding schließt erst um zwei Uhr nachts, Rock of the Top um Mit­ter­nacht. Das Bri­ti­sche Mu­se­um, die Na­tio­nal­ga­le­rie so­wie das Rie­sen­rad Lon­don Eye ste­hen ganz oben auf der Hit­lis­te von Be­su­chern in Lon­don. Der Ein­tritt zu den Mu­sen­tem­peln ist frei. Be­son­ders in den Fe­ri­en­zei­ten, an Wo­che­n­en­den und an Fei­er­ta­gen schie­ben sich al­ler­ding die Men­schen­mas­sen durch die Gän­ge. Als bes­te Wo­chen­ta­ge für ei­nen Be­such ha­ben sich der Di­ens­tag und Mitt­woch her­aus­ge­schält so­wie der Frei­tag­abend, wenn bei­de Mu­se­en ver­län­ger­te Öff­nungs­zei­ten ha­ben und Ein­hei­mi­sche wie Tou­ris­ten lie­ber aus­ge­hen. Die bes­te Zeit wäh­rend des Ta­ges ist un­mit­tel­bar nach Öff­nung der Mu­se­en. Für das Lon­don Eye gibt es zwei Schlan­gen. Wer be­reits ein On­li­ne-Ti­cket hat, der steu­ert zur re­ser­vier­ten Uhr­zeit di­rekt die Rei­he zum Ein­stei­gen an. Die an­de­ren müs­sen erst noch ein Ti­cket kau­fen. Wer we­der war­ten noch sich im Vor­aus fest­le­gen will, wann er mit dem Rie­sen­rad fährt, bucht on­li­ne ein Fast-En­try-Ti­cket ge­gen Auf­preis. Für Spon­tan-Be­su­cher lohnt es, sich gleich bei Öff­nung der Kas­se um 9.30 Uhr an­zu­stel­len oder erst wie­der nach 18 Uhr. Trotz der ver­gan­ge­nen Ter­ror­an­schlä­ge bleibt Pa­ris po­pu­lär. Jähr­lich be­sich­ti­gen fast neun Mil­lio­nen Men­schen Leo­nar­do da Vin­cis Mo­na Li­sa. Dem­ent­spre­chend lang sind die Schlan­gen vor der Glas­py­ra­mi­de des Lou­vre. On­li­ne-Ti­cket-Be­sit­zer spa­ren viel Zeit, wenn sie nicht den Haupt­ein­gang, son­dern den Sei­ten­ein­gang Por­te de Li­ons neh­men. Mit im Vor­aus ge­kauf­ten Ti­ckets bzw. dem Pa­ris Mu­se­um Pass kom­men Be­su­cher auch über die un­ter­ir­di­sche Ein­kaufs­pas­sa­ge Car­rou­sel du Lou­vre oder über die Pas­sa­ge Ri­che­lieu ins Mu­se­um. An­ge­nehm ent­spannt ist der Lou­vre je­weils am Mitt­woch- und Frei­tag­abend, wenn er bis 21.45 Uhr ge­öff­net hat. Et­wa sie­ben Mil­lio­nen Be­su­cher zählt der Eif­fel­turm pro Jahr. Des­halb ist es rat­sam, Ti­ckets on­li­ne zu bu­chen. Für ei­nen Auf­preis bie­ten pri­va­te An­bie­ter so­ge­nann­te Ti­ckets-oh­ne-An­ste­hen. In der hel­le­ren Jah­res­zeit emp­fiehlt sich der Abend für ei­nen Be­such, wenn die an­de­ren be­reits es­sen. Die an­de­re Mög­lich­keit ist gleich mor­gens, wenn die Kas­sen öff­nen, ein Ti­cket für zu Fuß bis zur zwei­ten Ebe­ne und ab dort für den Auf­zug bis zur Spit­ze zu kau­fen, denn das Na­del­öhr sind in der Re­gel die Ka­pa­zi­tä­ten der Lif­te – und au­ßer­dem scheu­en vie­le den Auf­stieg von 704 Stu­fen.

War­te­schlan­gen um­ge­hen: Ei­ne Fahrt mit dem Lon­don Eye ist für vie­le Be­su­cher der bri­ti­schen Haupt­stadt Pflicht. Wer be­reits im Vor­feld ein On­li­ne-Ti­cket bucht, kann schnel­ler den Pan­ora­ma­blick über die Stadt ge­nie­ßen. Fo­to: Vi­sitB­ri­tain / Pa­wel Li­be­ra

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