Beim FCK die KSC-Wen­de?

Al­ler­dings birgt Süd­west-Der­by Kai­sers­lau­tern – KSC viel Bri­sanz

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Ha­rald Lin­der

Ge­lingt dem KSC aus­ge­rech­net heute beim stets bri­san­ten Süd­west-Der­by der 2. Fuß­ball-Bun­des­li­ga auf dem Bet­zen­berg in Kai­sers­lau­tern die Wen­de? Auch wenn dem nach 90 Mi­nu­ten nicht so sein soll­te: Ein „Schick­sals­spiel für den Trai­ner, die Mann­schaft oder den Ver­ein“, wer­de es nicht, be­teu­ert KSC-Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther. Er for­der­te sein spie­len­des Per­so­nal auf, „oh­ne Angst, son­dern mit Spaß und Freu­de“in die­se Par­tie beim 1. FC Kai­sers­lau­tern zu ge­hen. Ver­fol­gen wird das Ge­sche­hen auf dem „Bet­ze“auch der neue (al­te) KSCS­port­chef Oli­ver Kreu­zer. Der Nach­fol­ger des frei­ge­stell­ten Jens Todt tritt am Don­ners­tag sei­nen Job an.

Un­ter den rund 30 000 Be­su­chern, die heute (13.30 Uhr) auf dem Bet­zen­berg das Süd­west-Der­by der 2. Fuß­ball-Bun­des­li­ga zwi­schen dem 1. FC Kai­sers­lau­tern und dem Karls­ru­her SC ver­fol­gen, wird auch Oli­ver Kreu­zer sein. Al­ler­dings ist der künf­ti­ge KSC-Sport­chef, der sein Amt am 1. De­zem­ber an­tritt, „nur als Zu­schau­er“auf dem „Bet­ze“da­bei, wo der KSC nach Wo­chen der Er­folg­lo­sig­keit „lie­fern muss“, soll­te nach dem frei­ge­stell­ten Sport­di­rek­tor Jens Todt (sie­he auch ne­ben­ste­hen­den Ar­ti­kel „Wie­der Kreu­zer“) nicht auch Chef­trai­ner To­mas Oral zur Dis­po­si­ti­on ste­hen.

Wel­len­reu­ther: Mit Spaß in die­se Par­tie ge­hen

Tho­mas Oral weiß na­tür­lich um die Bri­sanz die­ses Spiels, die nicht nur im sport­li­chen Be­reich liegt. Das Süd­west-Der­by war in der Ver­gan­gen­heit auch im­mer wie­der von FanAus­schrei­tun­gen über­schat­tet, wo­für bei­de Ver­ei­ne schon emp­find­lich zur Kas­se ge­be­ten wor­den sind. Des­halb soll die Be­geg­nung der bei­den Tra­di­ti­ons­ver­ei­ne heute un­ter dem Mot­to „Ri­va­li­tät oh­ne Ge­walt“statt­fin­den, wie die Po­li­zei mit­teilt: „Wir wol­len be­geis­ter­te, aber kei­ne ge­walt­be­rei­ten Sta­di­on­be­su­cher und ori­en­tie­ren un­ser Ein­schrei­ten am Ver­hal­ten der Fans“, so Ein­satz­lei­ter Wolf­gang Schä­fer. Er macht deut­lich, dass die Po­li­zei „kei­ne Straf­ta­ten dul­den“wird. Um kei­ne Kon­flik­te zu pro­vo­zie­ren hat die Mann­schaft des KSC nicht in der Stadt selbst, son­dern ei­ni­ge Ki­lo­me­tern ent­fernt von Kai­sers­lau­tern Quar­tier be­zo­gen. Da woll­te Oral sein Team noch­mals auf das Spiel ein­stim­men. Dies tat ges­tern Mor­gen auch schon Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther, als er die Mann­schaft vor dem Ab­schluss­trai­ning zu­nächst über den Wech­sel auf dem Sport­di­rek­to­renF­reu­de“ pos­ten in­for­mier­te. Dann ging Wel­len­reu­ther auch auf das heu­ti­ge Spiel ein, das „we­der ein Schick­sals­spiel für den Trai­ner, die Mann­schaft oder den Ver­ein“sei, son­dern ein Spiel, „auf das man sich als Fuß­bal­ler ein­fach freu­en muss, wenn man vor ei­ner Ku­lis­se von über 30 000 Zu­schau­ern spie­len darf“, so Wel­len­reu­ther. Er for­der­te die KSC-Ak­teu­re auf, „oh­ne Angst, son­dern mit Spaß und in die­se Par­tie zu ge­hen. Da­bei kann To­mas Oral mit dem wie­der ge­ne­se­nen Gri­scha Prö­mel pla­nen. Er muss aber vor­aus­sicht­lich auf En­ri­co Va­len­ti­ni, der ges­tern er­neut das Trai­ning ab­bre­chen muss­te, ver­zich­ten. Un­ge­ach­tet des­sen wird es ei­ni­ge Än­de­run­gen in Orals Start­elf ge­ben. Mar­tin Stoll soll mit sei­ner Er­fah­rung der jun­gen Vie­rer­ket­te mehr Sta­bi­li­tät ver­lei­hen. Ne­ben dem Rou­ti­nier wird Bjar­ne Tho­el­ke die In­nen­ver­tei­di­gung bil­den und auf den Au­ßen­bah­nen setzt Oral mit Mat­thi­as Ba­der (19) und Mar­vin Sver­ko (18), der zu sei­nem ers­ten Pro­fi­ein­satz kommt, ganz auf die Ju­gend. Ei­ne mu­ti­ge Ent­schei­dung des Chef­trai­ners, der hofft, dass „mei­ne Mann­schaft die Leis­tun­gen, die sie in den letz­ten Be­geg­nun­gen über ei­ne lan­gen Zei­t­raum ge­zeigt hat, über die ge­sam­te Spiel­zeit ab­ruft und sich dann auch da­für be­lohnt“. Dann sei mög­lich, was auch dem 1. FC Kai­sers­lau­tern zu­letzt ge­lun­gen ist. Die Pfäl­zer ha­ben sich nach ei­nem ka­ta­stro­pha­len Sai­son­start mitt­ler­wei­le nach drei Sie­gen in Fol­ge so­wie ei­nem Un­ent­schie­den von den Ab­stiegs­rän­gen ent­fernt; wo­durch auch die Po­si­ti­on von FCK-Coach Kor­kut wie­der ge­stärkt wur­de. To­mas Oral ver­weist ger­ne auf die­ses Bei­spiel, als Be­leg da­für, wie eng es in der Li­ga zu­geht und wie schnell sich al­les wen­den kann. Dass sei­ne Mann­schaft eben­falls die Wen­de schaf­fen wird, da­von ist er nach wie vor über­zeugt. Auch wenn ihm na­tür­lich klar ist, dass die­se Wen­de bald – mög­lichst schon heute – er­fol­gen muss, selbst wenn die Par­tie auf dem Bet­zen­berg, die von Schieds­rich­ter Gün­ter Perl ge­lei­te­tet wird, nach den Wor­ten von Prä­si­dent Wel­len­reu­ther „kein Schick­sals­spiel“wer­den soll.

Die vor­aus­sicht­li­che KSC-Auf­stel­lung: Or­lis­hau­sen – Ba­der, Tho­el­ke, Stoll, Sver­ko – Mavri­as (Bar­ry), Ya­ma­da, Prö­mel, Stop­pel­kamp – Dia­man­ta­kos, Kam­be­ri

Rou­ti­nier: Mar­tin Stoll soll heute der jun­gen KSCVie­rer­ket­te mehr Sta­bi­li­tät ge­ben. Fo­to: GES/Eif­ried

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