Sport­kom­men­tar

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Pe­ter Tre­bing

Drei Ti­tel in der For­mel 1 hat Le­wis Ha­mil­ton in sei­ner Kar­rie­re schon ge­won­nen. Bei sei­nem deut­schen Kon­kur­ren­ten Ni­co Ros­berg steht da noch ei­ne di­cke, fet­te Null. Das könn­te sich heute än­dern, wenn der WM-Spit­zen­rei­ter die Ner­ven be­hält. Wenn sein Wa­gen kei­ne Pro­ble­me macht. Wenn der ei­ne oder an­de­re hoch mo­ti­vier­te Kon­kur­rent das Sai­son­fi­na­le der „Kö­nigs­klas­se“nicht so ag­gres­siv be­strei­tet wie et­li­che Ren­nen zu­vor und sich nicht ins Du­ell Ros­berg vs. Ha­mil­ton ein­mischt. Der Gro­ße Preis von Abu Dha­bi auf dem Yas Ma­ri­na Cir­cuit wird zum „Kö­nigs­ma­cher“. Ob der neue Cham­pi­on auch der al­te ist (Ha­mil­ton) oder ein ganz neu­er (Ros­berg) – in je­dem Fall wird es ein wür­di­ger Welt­meis­ter sein. Kei­ne Fra­ge, ver­dient hät­te es je­der der bei­den Mer­ce­des-Pi­lo­ten. Je­weils neun Sai­sont­ri­um­phe ste­hen auf dem Kon­to der „Sil­ber­pfei­le“. In 18 von bis­her 20 Ren­nen kam der Sie­ger aus dem Mer­ce­des-Renn­stall. Nur beim Gro­ßen Preis von Spa­ni­en in Bar­ce­lo­na (Max Ver­stap­pen) und beim Gro­ßen Preis von Ma­lay­sia in Se­pang (Da­ni­el Ric­ci­ar­do, bei­de Red Bull Ra­c­ing) hat­ten an­de­re Fah­rer die Na­se vor­ne. Für die­ses Duo hat sich das Ti­tel­ren­nen schon lan­ge er­le­digt. Der Aus­tra­li­er Ric­ci­ar­do wird die Sai­son als Drit­ter be­en­den, der Nie­der­län­der Ver­stap­pen könn­te even­tu­ell

Rei­ne Ner­ven­sa­che: Das For­mel 1-Fi­na­le

noch an Se­bas­ti­an Vet­tel vor­bei auf Platz vier zie­hen. Doch der vier­fa­che Welt­meis­ter ist schon mehr­mals mit dem hol­län­di­schen Te­enager an­ein­an­der­ge­ra­ten, der sich mit sei­ner ri­gi­den Fahr­wei­se we­nig Freun­de im Fah­rer­la­ger ge­macht hat. Auch in die­sem Du­ell steckt viel Bri­sanz. Ein biss­chen Span­nung steckt al­so tat­säch­lich dies­mal drin im Sai­son­kehr­aus. Doch die noch im­mer gro­ße Do­mi­nanz von Mer­ce­des hat er­neut früh da­für ge­sorgt, dass die Luft raus war. Ein Ti­tel­kampf, der letzt­end­lich nicht mehr ist als ei­ne Fir­men­meis­ter­schaft des schwä­bi­schen Au­to­bau­ers, der reißt wirk­lich nie­mand vom Ho­cker. Die Kon­se­quenz: 2017 wer­den sich die For­mel 1-Fans wie­der an ein neu­es Re­gle­ment ge­wöh­nen müs­sen, das mehr Span­nung brin­gen soll. Das mag Mer­ce­des ver­mut­lich nicht freu­en, für die Kon­kur­renz ist es zu­min­dest ein Hoff­nungs­schim­mer. Die „Kö­nigs­klas­se“braucht neue Ide­en, mehr Wett­be­werb, mehr Span­nung. Und viel­leicht braucht sie auch ei­nen neu­en Welt­meis­ter. „Ich kann und wer­de nicht auf­ge­ben“, gibt sich Le­wis Ha­mil­ton zwar kämp­fe­risch, doch die bes­se­ren Kar­ten hat theo­re­tisch sein „Team­kol­le­ge“. Der kann sich heute sei­nen Traum er­fül­len – da­für braucht er aber noch ein­mal ganz star­ke Ner­ven und am En­de even­tu­ell „nur“ei­nen Platz auf dem Po­dest.

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