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Der Sonntag (Mittelbaden) - - TIPPS & THEMEN - OP

Wie Fai Ba­ba wirk­lich heißt, ist un­er­heb­lich. Der Mu­si­ker aus Zü­rich ist ein Hoch­stap­ler. „Ich ha­be vie­le Na­men“, feixt er. Man wür­de dem jun­gen Mann oh­ne­hin al­les glau­ben, da ist ein ge­fähr­li­cher Charme. Selbst ob er aus der Schweiz kommt, ist frag­lich, klingt das neue Album „Sad And Hor­ny“doch eher wie ein Di­rekt­im­port aus dem „Los An­ge­les Fes­ti­val of Psy­che­de­lic Mu­sic“. Zu­min­dest auf Plat­te, live ent­wirft Fai Ba­ba sei­ne Mu­sik stets als et­was, das sich in der spon­ta­nen Si­tua­ti­on sei­ne Form sucht – mal al­lei­ne, mal zu zweit, mal mit Band. Und das treibt den Mu­si­ker bis­wei­len in luf­ti­ge Hö­hen. Das Ka­bel der Gi­tar­re je­doch, die ja Strom braucht, Ver­stär­kung sucht, hält ihn in der Stadt. Nicht im­mer am Bo­den, aber in der Stadt. In ih­rer Sum­me je­doch fah­ren die Stü­cke aufs Land, ge­fühlt Rich­tung USWest­küs­te. Oder auch mal Süd­staa­ten. Die Songs ha­ben sich Zeit ge­las­sen, klin­gen trotz­dem oft er­fri­schend si­tua­tiv – und ob­wohl sie sich al­le der­sel­ben In­ten­si­tät ver­pflich­ten, be­leuch­ten sie gänz­lich un­ter­schied­li­che Ge­müts­zu­stän­de. An­ge­sto­ßen wur­de „Sad And Hor­ny“durch ei­ne ge­plan­te Zu­sam­men­ar­beit mit ei­nem Fil­me­ma­cher, die In­spi­ra­ti­on ent­stand in Stim­mun­gen zwi­schen Film Noir und Road­mo­vie. Der Film schei­ter­te, die Mu­sik blieb.

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