Von Ent­span­nung der­zeit kei­ne Spur

Sport­di­rek­tor Kreu­zers tur­bu­len­ter Amts­an­tritt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Ha­rald Lin­der

Oli­ver Kreu­zer lebt zur­zeit mehr oder we­ni­ger aus dem Kof­fer. Vor ei­ner Wo­che lös­te der 51-Jäh­ri­ge sei­nen Ver­trag bei 1860 Mün­chen, wo er seit Ju­ni frei­ge­stellt war, zum 30. No­vem­ber auf und heu­er­te beim Karls­ru­her SC mit Di­enst­be­ginn 1. De­zem­ber an. Da­zwi­schen pen­del­te er stän­dig zwi­schen Mün­chen, Karls­ru­he und Ett­lin­gen. „Ich muss­te mich um mei­ne Pa­pie­re küm­mern, mein Au­to ab­ge­ben und bin froh, dass das jetzt al­les so über die Büh­ne ging“, mein­te Kreu­zer, der in sei­nem ge­gen­wär­ti­gen Do­mi­zil in ei­nem Ett­lin­ger Ho­tel ger­ne in der Sau­na ent­spannt, was ihm aber nach der 1:2-Nie­der­la­ge ge­gen Greu­ther Fürth schwer­ge­fal­len sein dürf­te.

Vie­le „Bau­stel­len“für den Todt-Nach­fol­ger

Kreu­zer sah sich schnel­ler als er­hofft mit der drän­gen­den Fra­ge nach der Zu­kunft von Trai­ner To­mas Oral kon­fron­tiert, dem er noch bei sei­nem Amts­an­tritt am Don­ners­tag sei­ne „vol­le Rü­cken­de­ckung“ver­si­chert hat­te. „Wir wer­den in den nächs­ten Ta­gen und Wo­chen ge­mein­sam al­les dar­an­set­zen, den KSC wie­der auf Kurs zu brin­gen“, gab sich Kreu­zer da noch op­ti­mis­tisch. Wie lan­ge die­se „Rü­cken­de­ckung“gilt, bleibt ab­zu­war­ten. Des­halb klang Kreu­zers Ant­wort am Frei­tag­abend auf die Fra­ge, ob Oral wei­ter das Ver­trau­en als Chef­trai­ner ge­nießt, eher zu­rück­hal­tend: „Wir wer­den in den kom­men­den Ta­gen die Si­tua­ti­on ana­ly­sie­ren. So­wohl was das Sport­li­che an­be­langt, aber auch was das Um­feld an­geht.“Der bis Som­mer 2019 ver­pflich­te­te neue Sport­di­rek­tor be­trach­tet mit Sor­gen, dass sich im­mer mehr Zu­schau­er vom KSC ab­wen­den. „Es gibt jetzt nicht die fi­na­le Aus­sa­ge von mir. We­der in die ei­ne, noch in die an­de­re Rich­tung. Die gibt es viel­leicht An­fang der Wo­che“, er­klär­te Kreu­zer, der sich sei­nen Amts­an­tritt viel­leicht nicht ganz so tur­bu­lent vor­ge­stellt hat­te, als dies jetzt der Fall ist. Der KSC steht mit dem Rü­cken zur Wand, der Trai­ner mas­siv in der Kri­tik und auch im In­nen­le­ben knirscht es ge­wal­tig. Für Kreu­zer, der als durch­set­zungs­fä­hig, aber auch als Te­am­play­er gilt, ei­ne Auf­ga­be, die ihn den­noch reizt, wie er sagt. Ver­stär­kun­gen in der Win­ter­pau­se schließt er nicht aus („wenn, dann deutsch­spra­chi­ge Spie­ler“), doch an­ge­sichts des aus­ge­reiz­ten Bud­gets dürf­te das nur mög­lich sein, wenn der ei­ne oder an­de­re Ak­teur den KSC ver­las­sen wür­de. Kreu­zers per­sön­li­che Plä­ne be­schrän­ken sich mo­men­tan auf die Su­che nach ei­ner Zwei­zim­merWoh­nung, um das Le­ben aus dem Kof­fer ge­gen ei­nen zwei­ten fes­ten Wohn­sitz ein­zu­tau­schen. Der ers­te ist im­mer noch in Mün­chen, wo Kreu­zers Part­ne­rin lebt.

Je­de Men­ge Pro­ble­me zu be­wäl­ti­gen: „Heim­keh­rer“Oli­ver Kreu­zer. Fo­to: GES/Prang

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