Ros­bergs „Er­be“ge­sucht

For­mel 1: Mer­ce­des sucht nach ei­nem Ros­berg-Nach­fol­ger

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Tho­mas Wei­te­kamp

Mer­ce­des-Mo­tor­sport­chef To­to Wolff plant auf der Su­che nach dem Nach­fol­ger von For­mel-1-Welt­meis­ter Ni­co Ros­berg oh­ne Fah­rer der Kon­kur­ren­ten Red Bull Ra­c­ing und Fer­ra­ri. „Es gibt ein paar Kan­di­da­ten, die ein­deu­tig nicht ver­füg­bar sind: Max Ver­stap­pen und Daniel Ric­ci­ar­do von Red Bull, Se­bas­ti­an Vet­tel von Fer­ra­ri“, sag­te der Ös­ter­rei­cher ges­tern in Wi­en. Die „Sil­ber­pfei­le“stre­ben bei der Su­che nach ge­eig­ne­ten Kan­di­da­ten für die Be­set­zung des zwei­ten Cock­pits ei­ne schnel­le Lö­sung an. „Am En­de wer­den wir aber kei­ne Kom­pro­mis­se ma­chen“, sag­te Wolff: „Wir neh­men nach in­ter­ner Eva­lu­ie­rung den Bes­ten, der ver­füg­bar ist.“

Ni­ki Lau­da ver­spür­te kei­ne gro­ße Lust, sei­ne Ent­täu­schung zu ver­ber­gen. Der völ­lig un­er­war­te­te Rück­tritt von Welt­meis­ter Ni­co Ros­berg hat­te bei Mer­ce­des ganz plötz­lich ei­ne ge­wal­ti­ge Lü­cke ge­ris­sen, und der Auf­sichts­rats­boss des Renn­stalls ließ kei­nen Zwei­fel: Zeit­punkt und Um­stän­de des Ab­schieds sor­gen für Un­mut. „An­schei­nend hat­te Ni­co im­mer nur vor, ein­mal Welt­meis­ter zu wer­den“, sag­te Lau­da mit ru­hi­ger Stim­me im Sky-In­ter­view: „Es ist ei­ne Art, den Renn­sport zu be­en­den. Mei­ne war es nicht, und die von vie­len an­de­ren auch nicht.“Lau­da re­spek­tie­re Ros­bergs Rück­zug ins Pri­vat­le­ben, doch bei Mer­ce­des füh­le man sich über­rum­pelt. Kei­ne vier Mo­na­te vor der neu­en Sai­son müs­sen die Do­mi­na­to­ren der ver­gan­ge­nen Jah­re plötz­lich ih­re Pla­nun­gen um­schmei­ßen. Und Be­wer­bun­gen ein­ho­len. Bis Weih­kriegt“, nach­ten, so Lau­da, will Mer­ce­des nun den Nach­fol­ger fin­den, steht da­mit je­doch vor ei­ner höchst kom­pli­zier­ten Auf­ga­be. Selbst nach der Re­gle­ment-Än­de­rung für 2017 bleibt der Sil­ber­pfeil zwar der be­gehr­tes­te Ar­beits­platz in der Kö­nigs­klas­se. In den St­un­den nach Ros­bergs Ver­kün­dung hät­ten sich „fast al­le Fah­rer“ge­mel­det, sag­te Lau­da: „Et­wa 90 Pro­zent des Fel­des. Nur um zu sa­gen: Hal­lo, wir sind da.“Mer­ce­des-Sport­chef To­to Wolff stell­te be­reits klar: „Es gibt ein paar Kan­di­da­ten, die ein­deu­tig nicht ver­füg­bar sind: Max Ver­stap­pen und Daniel Ric­ci­ar­do von Red Bull, Se­bas­ti­an Vet­tel von Fer­ra­ri. Al­le an­de­ren müs­sen wir ana­ly­sie­ren.“Ros­bergs Ab­schied wird ei­nen For­mel-1-Pi­lo­ten da­her schon sehr bald sehr glück­lich ma­chen. „Ir­gend­je­mand wird ein sehr schö­nes Weih­nachts­ge­schenk be­kom­men, das hat Ni­co gut hin­ge- sag­te et­wa Ric­ci­ar­do mit ei­nem brei­ten Grin­sen. Die ein­fachs­te und lo­gi­sche Lö­sung wä­re Pas­cal Wehr­lein, der in die­sem Jahr sein For­mel-1-De­büt bei Ma­nor gab. Der 22-Jäh­ri­ge ist Mer­ce­des-Ver­trags­fah­rer, er kennt das Team und den Sil­ber­pfeil, und er hat noch kein Cock­pit für die kom­men­de Sai­son. Der fin­ni­sche Wil­li­ams-Pi­lot Valt­te­ri Bot­tas wird nun eben­falls ge­han­delt, Ser­gio Pe­rez scheint ei­ne Mög­lich­keit zu sein, in Be­zug auf Ni­co Hül­ken­berg soll des­sen neu­er Ar­beit­ge­ber Re­nault schon ab­ge­sagt ha­ben. Und selbst über Fer­nan­do Alon­so wird dis­ku­tiert, Ha­mil­tons al­ten „Feind“aus ge­mein­sa­men Ta­gen bei McLa­ren. Doch all die­se Na­men will man bei Mer­ce­des nicht kom­men­tie­ren. Es ge­be eben „noch kei­nen Plan B“, sagt Lau­da. Wo­her soll­te die­ser auch kom­men.

Rück­zug aus der For­mel 1: Welt­meis­ter Ni­co Ros­berg und sei­ne Frau Vi­vi­an. Fo­to: avs

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