Auf­ge­fal­len

Der Sonntag (Mittelbaden) - - AKTUELL - Wolf­gang We­ber

Ei­ne der gro­ßen At­trak­tio­nen des Karls­ru­her Christ­kind­les­mark­tes ist auch in die­sem Jahr der „flie­gen­de Weih­nachts­mann“. Zwei­mal täg­lich „fährt“der Weih­nachts­mann in sei­nem Schlit­ten über die Köp­fe der Zu­schau­er hin­weg, dann parkt er sein Ge­fährt wie­der auf dem Dach des Ett­lin­ger Tor Cen­ters. Der Vor­teil die­ses Park­plat­zes liegt auf der Hand: Kei­ne Po­li­tes­se wird je­mals aufs Dach hin­auf­stei­gen, um dem Schlit­ten ei­nen Straf­zet­tel zu ver­pas­sen. Man­cher Au­to­fah­rer wür­de sich ei­nen der­art „knöll­chen­si­che­ren“Park­platz auch an an­de­ren Stel­len der In­nen­stadt wün­schen. Über­haupt nicht klet­tern muss­te un­längst ein über­eif­ri­ger bri­ti­scher Hilfs­po­li­zist, der ei­nem deut­schen Trans­por­ter und zwei Be­gleit­fahr­zeu­gen gleich meh­re­re Kn­öll­chen ver­pass­te. Die drei Au­tos stan­den di­rekt vor je­nem Schloss in der In­nen­stadt von Wind­sor, in dem die Queen seit Jahr­zehn­ten ih­re Wo­che­n­en­den zu ver­brin­gen pflegt. Pi­kant an der gan­zen Sa­che: Der Trans­por­ter aus der frän­ki­schen Stadt Co­burg hat­te ei­nen Weih­nachts­baum im Ge­päck, der für Kö­ni­gin Eliz­a­beth II. be­stimmt war. „Wir hat­ten das vor­her ex­tra mit dem Ci­ty Ma­na­ger von Wind­sor ab­ge­spro­chen, weil man da nor­ma­ler­wei­se nicht ste­hen blei­ben darf“, sag­te ein Spre­cher der Stadt Co­burg. Den­noch gab’s drei Kn­öll­chen, die spä­ter al­ler­dings wie­der zu­rück­ge­nom­men wur­den. In­zwi­schen hat man den Christ­baum aus Ober­fran­ken vor Schloss Wind­sor auf­ge­stellt und mit ei­gens da­für ge­fer­tig­ten Ku­geln aus der Thü­rin­ger Glas­blä­ser­stadt Lau­scha ge­schmückt. Die Nord­mann­tan­ne stammt aus dem Be­stand des Her­zog­li­chen Hau­ses Sach­sen-Co­burg und Go­tha. Die bri­ti­schen Royals und das Her­zog­li­che Haus in Deutsch­land sind über meh­re­re Ecken mit­ein­an­der ver­wandt. In den USA und Ka­na­da hat man sich et­was ganz be­son­ders Pfif­fi­ges ein­fal­len las­sen, um Falsch­par­kern nach­träg­lich ein gu­tes Ge­wis­sen zu be­sche­ren. Dort gibt es in der Ad­vents­zeit die Ak­ti­on „Toys For Ti­ckets“(über­setzt: Spiel­wa­ren für Kn­öll­chen). Das funk­tio­niert so: Au­to­fah­rer, die ei­nen Straf­zet­tel be­kom­men ha­ben, dür­fen das Buß­geld in Form ei­nes Spiel­zeugs be­glei­chen. Ted­dys, Plas­tik­bag­ger und Bil­der­bü­cher kom­men dann be­dürf­ti­gen Fa­mi­li­en zu­gu­te. So kann je­der Falsch­par­ker be­haup­ten: „Ich tat es ja nur für ei­nen gu­ten Zweck.“

Kn­öll­chen für ei­nen gu­ten Zweck

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.