Fort­schrit­te mit Kwas­ni­ok

KSC-Kan­di­da­ten: Slom­ka, Fo­da und Co

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Ha­rald Lin­der

Im Spiel eins nach der Be­ur­lau­bung von Coach To­mas Oral punk­te­te der Karls­ru­her SC bei Dy­na­mo Dres­den. Das 0:0 des ba­di­schen Zweit­li­gis­ten hilft im Ab­stiegs­kampf zwar nicht wirk­lich wei­ter, doch un­ter der Re­gie von In­te­rims­trai­ner Lu­kas Kwas­ni­ok zeig­ten Voll­ath und Co spe­zi­ell in der De­fen­si­ve gu­te An­sät­ze. Auch im Heim­spiel ge­gen Ein­tracht Braun­schweig am kom­men­den Sams­tag wird Kwas­ni­ok das Team be­treu­en, nach der Win­ter­pau­se soll ein neu­er Mann für den Klas­sen­er­halt sor­gen. Sport­di­rek­tor Oli­ver Kreu­zer er­war­tet vor al­lem zwei Din­ge vom Oral-Nach­fol­ger: Er soll deutsch­spra­chig sein und Erst- oder Zweit­li­ga­er­fah­rung mit­brin­gen.

Als Oli­ver Kreu­zer am 1. De­zem­ber sei­nen Job als Nach­fol­ger von Jens Todt an­trat, tat er dies in der Hoff­nung, mit dem mas­siv in die Kri­tik ge­ra­te­nen To­mas Oral die sport­li­che Wen­de zu schaf­fen. Doch dann kam die 1:2-Heim­nie­der­la­ge ge­gen Greu­ther Fürth und die im­mer stär­ker wer­den­de Un­ru­he in der Mann­schaft, dem Ver­ein und im Um­feld, zu­mal auch die Zu­schau­er den Blau-Wei­ßen in Scha­ren den Rü­cken kehr­ten. Es war die­se bri­san­te Ge­men­ge­la­ge, die Kreu­zer da­zu be­wog, Oral frei­zu­stel­len, und da­mit ei­ne Si­tua­ti­on zu be­en­den, die von vie­len KSC-An­hän­gern als „Miss­ver­ständ­nis“ge­se­hen wur­de. Auch das KSC-Prä­si­di­um schloss sich Kreu­zers Ein­schät­zung an, dass man sich von Oral tren­nen müs­se, um den Ab­wärts­trend, der im­mer be­droh­li­cher wur­de, zu stop­pen. Da­bei wa­ren Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther und sei­ne Prä­si­di­ums­kol­le­gen zu­nächst von der Ein­schät­zung, die der da­ma­li­ge Sport­di­rek­tor Jens Todt über Oral vor des­sen Ein­stel­lung ab­ge­ge­ben hat­te, durch­aus über­zeugt. „Die Ge­sprä­che, die wir mit To­mas Oral ge­führt ha­ben, wa­ren gut und sie schie­nen die Ein­schät­zung von Jens Todt zu be­stä­ti­gen, dem wir im Ok­to­ber ver­gan­ge­nen Jah­res den Auf­trag ga­ben, ei­nen neu­en Trai­ner zu su­chen. Es war al­so Zeit ge­nug und wir wa­ren ei­ner der ers­ten Ver­ei­ne, die ei­nen neu­en Trai­ner hat­ten“, ent­geg­net Wel­len­reu­ther der Kri­tik an der ver­meint­lich zu spä­ten Trai­ner­ver­pflich­tung. Dass Oral dann vom Prä­si­di­um mit ei­nem Drei­jah­res­ver­trag aus­ge­stat­tet wur­de, der bei der Ver­trags­auf­lö­sung den KSC trotz ei­ner Ab­fin­dungs­klau­sel ei­ne Stan­ge Geld kos­ten wird, führt Wel­len­reu­ther dar­auf zu­rück, dass wir „dem Vor­schlag von Jens Todt folg­ten und uns zu­dem von dem Grund­satz lei­ten lie­ßen, dass es dar­um geht, län­ger­fris­tig et­was auf­zu­bau­en. Heu­te wis­sen wir, dass Oral nicht der Rich­ti­ge war und nach den Er­geb­nis­sen der letz­ten Wo­chen blieb kei­ne an­de­re Wahl als die, die Oli­ver Kreu­zer ge­trof­fen hat“, so Wel­len­reu­ther. Der er­war­tet von sei­nem neu­en Sport­di­rek­tor, dass die­ser jetzt ei­nen Coach fin­det, mit dem der KSC in ers­ter Li­nie zu­nächst den Ab­stiegs­kampf be­wäl­ti­gen kann, nach­dem vor­erst U-19-Trai­ner Lu­kas Kwas­ni­ok bis zur Win­ter­pau­se dem KSC wie­der Le­ben ein­hau­chen soll. Der 35-Jäh­ri­ge, für den der KSC „schon im­mer mein Ver­ein war“, wur­de auf Vor­schlag von Nach­wuchs­lei­ter Ede Be­cker als In­te­rims­coach ein­ge­setzt, da er „ne­ben sei­nen fach­li­chen Fä­hig­kei­ten auch den ent­spre­chen­den En­thu­si­as­mus mit­bringt, um die Mann­schaft nicht nur auf­zu­rich­ten, son­dern auch die Köp­fe frei­zu­ma­chen“, wie Kreu­zer die Be­ru­fung Kwas­ni­o­ks be­grün­det. Wer nach der Win­ter­pau­se dann auf der Trai­ner­bank Platz neh­men wird, konn­te und woll­te Kreu­zer noch nicht sa­gen. Al­ler­dings hat er ganz kon­kre­te Vor­stel­lun­gen: „Er muss Erst- oder Zweit­li­ga­er­fah­rung ha­ben und deutsch­spra­chig sein. Wir brau­chen ei­nen Trai­ner, von des­sen Ar­beit ich über­zeugt bin“, ver­hehlt Kreu­zer nicht, dass er da­bei an Trai­ner denkt, mit de­nen er selbst schon er­folg­reich zu­sam­men­ge­ar­bei­tet hat. Dass da­bei im­mer wie­der die Na­men Fran­co Fo­da (zur­zeit Sturm Graz), Josef „Joe“Zinn­bau­er (FC St. Gal­len) oder Mirko Slom­ka (mo­men­tan oh­ne Job) fal­len, leug­net Kreu­zer nicht, „ob­wohl ich täg­lich An­fra­gen von Trai­nern be­kom­me, die ger­ne beim KSC ar­bei­ten wür­den“, wie er sagt.

Schon seit mehr als zwei Jah­ren oh­ne Job: Coach Mirko Slom­ka. Fo­to: GES/Gün­gör

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