Le­se­stoff

Der Sonntag (Mittelbaden) - - TIPPS & THEMEN - Bo

Durch ih­re in def­ti­gen Wor­ten ge­schrie­be­nen Brie­fe ist sie bis heu­te be­rühmt: Li­se­lot­te von der Pfalz (1652 bis 1722). Ih­re um­fang­rei­che Kor­re­spon­denz mach­te die Hei­del­ber­ger Prin­zes­sin, die mit dem ho­mo­se­xu­el­len Bru­der des „Son­nen­kö­nigs“Lud­wigs XIV. ver­hei­ra­tet wur­de, zu ei­ner be­deu­ten­den Chro­nis­tin des Le­bens am fran­zö­si­schen Hof. Über Li­se­lot­te sind et­li­che und zum Teil ganz schön di­cke Bü­cher ge­schrie­ben wor­den. Karin Feu­er­stein-Pra­ßer hin­ge­gen hat ei­ne klei­ne Li­se­lot­te-Bio­gra­fie im Fei­er­abend-taug­li­chen For­mat ver­fasst. Im rou­ti­nier­ten Plau­der­ton lässt sie ih­re Le­ser am Schick­sal der Her­zo­gin von Or­léans teil­ha­ben. Da­bei legt sie ei­nen star­ken Fo­kus auf fa­mi­liä­re Ereig- nis­se so­wie In­tri­gen und Zwis­tig­kei­ten bei Hofe, ins­be­son­de­re auf Li­se­lot­tes Zoff mit Ma­dame de Main­te­non, der Mai­t­res­se ih­res Sch­wa­gers. Ver­gleichs­wei­se rasch ab­ge­han­delt wird hin­ge­gen der ver­hee­ren­de Pfäl­zi­sche Erb­fol­ge­krieg, den Lud­wig XIV. im Na­men Li­se­lot­tes (aber ge­gen ih­ren Wil­len) führ­te. Über­ra­schen­de neue Er­kennt­nis­se be­schert die klei­ne Bio­gra­fie nicht, aber sie er­mög­licht – vor al­lem dank vie­ler Zi­ta­te aus Li­se­lot­tes Brie­fen – ei­ne recht un­ter­halt­sa­me Be­schäf­ti­gung mit dem Le­ben ei­ner Fürs­tin im Zeit­al­ter des Ab­so­lu­tis­mus.

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