Ker­ber – und wer sonst noch?

Ten­nis­spie­le­rin ist kla­re Fa­vo­ri­tin

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Pe­ter Tre­bing

Der Glanz olym­pi­scher Me­dail­len half in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten vie­len Ath­le­tin­nen und Ath­le­ten, wenn es dar­um ging, bei der Wahl zum „Sport­ler des Jah­res“(SdJ) weit vor­ne zu lan­den. Das könn­te sich auch an­no 2016 fort­set­zen – muss es aber nicht. Denn nicht nur die Hel­den von Rio setz­ten in die­sem Jahr die sport­li­chen Glanz­lich­ter. Zu­min­dest in den Ein­zel­kon­kur­ren­zen könn­te der Olym­pia-Bo­nus dies­mal nicht al­lei­ne dar­über ent­scheiAus­tra­li­an den, wer am En­de bei der Ga­la im Bé­na­ze­tSaal des Ba­den-Ba­de­ner Kur­hau­ses ge­ehrt wird. Wer Nach­fol­ger von Ku­gel­sto­ße­rin Christina Schwa­nitz, von Tri­ath­let Jan Fro­de­no und den Nor­di­schen Kom­bi­nie­rern wird, steht theo­re­tisch schon fest – am ver­gan­ge­nen Mon­tag war Mel­de­schluss für die deut­schen Sport­jour­na­lis­ten, die schon seit 1947 al­lei­ne stimm­be­rech­tigt bei der Wahl sind. Wenn es um den Mann­schafts­ti­tel geht, dürf­ten vie­le von ih­nen sich aber wohl an dem ori­en­tiert ha­ben, was in Bra­si­li­en im Zei­chen der Rin­ge ge­schah. Mil­lio­nen fie­ber­ten in Deutsch­land mit, als Lau­ra Lud­wig und Ki­ra Wal­ken­horst sich Co­paca­ba­na zur Gold­me­dail­le schmet­ter­ten. Der Olym­pia­sieg im Beach­vol­ley­ball war si­cher ei­ner der Hö­he­punk­te der Spie­le von Rio. An Dra­ma­tik wa­ren die Spie­le des Du­os nur schwer zu über­bie­ten. Glän­zend – im wah­ren Sinn des Wor­tes, wa­ren auch die Vor­stel­lun­gen der deut­schen Fuß­bal­le­rin­nen

Zum 70. Mal Kür der „Sport­ler des Jah­res“

und ih­rer männ­li­chen U-23-Kol­le­gen. Der ers­te Olym­pia-Sieg der DFB-Ama­zo­nen war gleich­zei­tig das pas­sen­de Ab­schieds­prä­sent für Bun­des­trai­ne­rin Sylvia Neid, der krö­nen­de Ab­schluss ih­rer Ar­beit. Da konn­te das Hru­besch-Team, zu dem auch KSC-Pro­fi Gri­scha Prö­mel ge­hör­te, fast mit­hal­ten, doch im Elf­me­ter­schie­ßen hat­te Gast­ge­ber Bra­si­li­en im Fi­na­le die bes­se­ren Ner­ven. Trotz­dem war auch Sil­ber ein be­mer­kens­wer­ter Tri­umph für die als Au­ßen­sei­ter ins Tur­nier ge­gan­ge­nen Deut­schen. Doch bei den Teams rück­ten auch an­de­re Sport­ar­ten in den Fo­kus: Ru­dern, Ka­nu­sport, Handball, Tischtennis, Reit­sport und Hockey kehr­ten mit olym­pi­schen Me­dail­len heim. Die Qu­al der Wahl hät­ten die Sport­jour­na­lis­ten im Prin­zip auch bei den Frau­en ge­habt. Hier gab es vie­le her­aus­ra­gen­de Kan­di­da­tin­nen, doch ei­ne über­strahl­te ver­mut­lich die kom­plet­te Kon­kur­renz: An­ge­li­que Ker­ber. Für die Ten­nis­spie­le­rin war 2016 fast wie ein Mär­chen: Sie­ge bei den US Open und den Open, Sil­ber in Rio, in Wim­ble­don erst im Fi­na­le ge­schei­tert, bei der WTAWM un­glück­lich auf Rang zwei. So ge­se­hen al­so kein ganz op­ti­ma­les und den­noch ein über­ra­gen­des Jahr. Sie könn­te nach St­ef­fi Graf (fünf­mal Sport­le­rin des Jah­res) erst die zwei­te Ten­nis­spie­le­rin sein, die bei der Sport­ler­wahl ganz oben lan­det. Und bei den Män­nern? Wer ist hier Fa­vo­rit? Die Ent­schei­dung wird ver­mut­lich zwi­schen For­mel-1-Welt­meis­ter Ni­co Ros­berg, ReckOlym­pia­sie­ger Fa­bi­an Ham­bü­chen, dem al­ten und neu­en „Iron­man“Jan Fro­de­no und Speer­wer­fer Tho­mas Röh­ler (Olym­pia­sieg 2016) fal­len. Ros­bergs Zit­ter­fi­na­le in Abu Dha­bi, Ham­bü­chens Sen­sa­ti­ons­gold in Rio, der gol­de­ne Wurf von Röh­ler auf 90,30 Me­ter oder Fro­de­nos his­to­ri­scher Sieg auf Ha­waii – al­les Leis­tun­gen, die für Platz eins rei­chen könn­ten. Die Ent­schei­dun­gen sind, wie er­wähnt, schon ge­fal­len. Ver­kün­det wer­den sie am 18. De­zem­ber. Der „SdJ-Countdown“hat längst be­gon­nen.

Freu­de pur – Lau­ra Lud­wig (rechts) und Ki­ra Wal­ken­horst be­geis­ter­ten an der Co­paca­ba­na. Als Krö­nung gab es die sen­sa­tio­nel­le Gold­me­dail­le im Beach­vol­ley­ball. Da­mit ge­hört das Er­folgs­duo in der Ka­te­go­rie „Mann­schaft des Jah­res“zum en­ge­ren Fa­vo­ri­ten­kreis in Ba­den-Ba­den. Fo­to: avs

Ein Traum­jahr liegt hin­ter An­ge­li­que Ker­ber. Sie­ge bei den US Open und den Aus­tra­li­an Open, Olym­pia-Sil­ber in Rio und zwei­te Plät­ze bei der WTA-Welt­meis­ter­schaft und in Wim­ble­don ge­hen auf ihr Kon­to. Fo­to: avs

Ei­ser­ne Ner­ven ge­zeigt: Ni­co Ros­berg wur­de For­mel1-Cham­pi­on und trat da­nach zu­rück. Fo­to: AFP

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