Tsi­pras will Da­ten lie­fern

Nach Se­xu­al­mord in Frei­burg klagt Po­li­zei über Bar­rie­ren

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Avs

Der Mord an ei­ner Stu­den­tin in Frei­burg wirft auch Fra­gen nach der Ver­ant­wor­tung von Be­hör­den auf. Die Ge­werk­schaft der Po­li­zei (GdP) be­klagt ei­nen un­zu­rei­chen­den Zu­griff auf die Flücht­lings­da­ten­ban­ken. Die Frei­bur­ger Bun­des­po­li­zei ha­be kei­ne Chan­ce ge­habt, aus den eu­ro­päi­schen Da­ten­ban­ken In­for­ma­tio­nen zu dem Asyl­be­wer­ber Hus­sein K. zu er­hal­ten, sag­te ges­tern der GdP-Vor­sit­zen­de der Bun­des­po­li­zei, Jörg Ra­dek. We­gen des Schut­zes der Pri­vat­sphä­re er­lau­be ei­ne EU-Ver­ord­nung den Zu­griff auf EU-Da­ten nur bei Ter­ror­ver­dacht oder be­son­ders schwe­ren Straf­ta­ten. Der jun­ge Mann, des­sen Al­ter und Her­kunft un­klar sind, sitzt we­gen des VerAll­ge­mei­ne dachts, die 19 Jah­re al­te Stu­den­tin ver­ge­wal­tigt und er­mor­det zu ha­ben, in Un­ter­su­chungs­haft. Hus­sein K. hat­te an­ge­ge­ben, er stam­me aus Af­gha­nis­tan und sei 17 Jah­re alt. Er war zu­vor in Grie­chen­land we­gen ver­such­ten Mor­des an ei­ner Frau ver­ur­teilt wor­den. Nach sei­ner vor­zei­ti­gen Haft­ent­las­sung setz­te er sich nach Deutsch­land ab. Der grie­chi­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Al­exis Tsi­pras kün­dig­te nach Me­dien­be­rich­ten ei­ne bes­se­re Ko­ope­ra­ti­on mit Deutsch­land an. Bei ei­nem Tref­fen mit Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel ha­be er zu­ge­sagt, „rasch Da­ten über ehe­ma­li­ge Straf­ge­fan­ge­ne zu lie­fern, die even­tu­ell über die Bal­kan­rou­te nach Deutsch­land ge­kom­men sind“. Das mel­de­te die „Frank­fur­ter Sonn­tags­zei­tung“un­ter Be­ru­fung auf Re­gie­rungs­krei­se. Dem­nach be­ste­he der kon­kre­te Ver­dacht, dass wei­te­re ent­las­se­ne Straf­tä­ter aus Dritt­staa­ten Grie­chen­land nach der Am­nes­tie in Rich­tung Deutsch­land ver­las­sen ha­ben könn­ten. Zu­min­dest im Fall von Hus­sein K. sei das Un­ter­tau­chen wahr­schein­lich nicht bei in­ter­na­tio­na­len Po­li­zei­be­hör­den an­ge­zeigt wor­den. Ein Spre­cher von In­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re sag­te der „Bild am Sonn­tag“: „Die grie­chi­sche Re­gie­rung hat ins­be­son­de­re zu­ge­sagt, den deut­schen Si­cher­heits­be­hör­den ei­ne er­heb­li­che An­zahl per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten zu über­mit­teln, um sie in die La­ge zu ver­set­zen, die not­wen­di­gen Maß­nah­men zu er­grei­fen.“

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