Va­ter band den Kranz und wir bas­tel­ten Ster­ne aus Stroh

Der Sonntag (Mittelbaden) - - DIE REGION -

„Wenn ich als „Hoch­schwarz­wäl­der Bub“zu­rück­den­ke, dann war bei uns zu­hau­se ein be­son­de­res Er­eig­nis der Ad­vents­kranz, um den wir uns abend­lich ver­sam­mel­ten. Beim Lich­t­er­schein der Ker­zen hör­te man ei­ne Ad­vents­ge­schich­te, sang Lie­der und be­te­te. Mein Va­ter ver­brach­te den Sams­tag­nach­mit­tag vor dem ers­ten Ad­vent in der eis­kal­ten Wasch­kü­che un­se­res Wohn­hau­ses, um die­sen Ad­vents­kranz mit gro­ßer Sorg­falt aus fri­schem Schwarz­wäl­der Weiß­tan­nen­reis zu bin­den. Ich durf­te da­bei die klei­nen Äs­te zu­schnei­den. Das Kranz­bin­den hat­te mein Va­ter von mei­nem Groß­va­ter ge­lernt. Der Kranz, ein wah­res Schmuck­stück, war um­wun­den mit ei­nem ro­ten Stoff­band und trug ro­te Ker­zen. Der har­zi­ge Duft der Tan­nen­zwei­ge er­füll­te den Raum wie Par­füm. An man­chen Aben­den wur­den dann die Strohs­ter­ne ge­bas­telt. Sie wa­ren kunst­voll zu­ge­schnit­ten und wur­den nach Weih­nach­ten sorg­fäl­tig auf­be­wahrt. So die­nen sie bis heu­te als Schmuck für den Weih­nachts­baum. Ich be­wun­de­re noch heu­te, mit wie­viel Lie­be mei­ne El­tern die­se Ar­bei­ten ver­rich­te­ten. Die Freu­de, da­bei sein zu dür­fen, war für mich ein ganz be­son­de­res Ge­schenk und dar­an den­ke ich ger­ne noch heu­te.“

Pa­ter Tho­mas Mai­er ge­hört der Mis­si­ons­ge­sell­schaft der Afri­ka­mis­sio­na­re an und ist Pfar­rer in der Ge­mein­de St. Hed­wig in Karls­ru­he. Fo­to: Se­bas­ti­an Ki­jas

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