Der Schil­lern­de

Ein Bild­band über Alex­an­der McQueen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - MODE & STIL - Su­san­ne Forst

Er ge­hör­te zu den schil­lerns­ten Per­sön­lich­kei­ten der Mo­de­welt: Alex­an­der McQueen. Sei­ne „Dé­filés“wa­ren Spek­ta­kel, von mor­bi­der Schön­heit und un­er­hör­ter Ele­ganz. Der Bri­te über­traf die Er­war­tun­gen ei­nes zugleich sat­ten, nach Neu­em und Sen­sa­ti­on gie­ren­dem Pu­bli­kums. Sei­ne Ins­ze­nie­run­gen konn­ten Zu­mu­tung und Zau­ber­werk sein. Die Re­ak­tio­nen reich­ten von Schock­star­re bis zu Hys­te­rie. 2010 nahm sich der bri­ti­sche Mo­de­ma­cher und ge­lern­te Schnei­der das Le­ben. Ein Jahr spä­ter ge­riet die Aus­stel­lung sei­nes Werks in New York, spä­ter in Lon­don, zur Sen­sa­ti­on. Mas­sen pil­ger­ten ins Mu­se­um, um et­was von der Au­ra McQueens zu at­men. Für die­sen Herbst und Win­ter hat die McQueen-De­si­gne­rin Sa­rah Bur­ton „Ob­ses­sio­nen“zum Mot­to der Kol­lek­ti­on er­ho­ben. Bur­ton zeigt üp­pig be­stick­te Ro­ben, stat­tet Frau­en mit Ein­horn­fi­gu­ren, mit Ster­nen und Mon­den aus. Für die Prêt-à-Por­ter-Mo­de bannt sie Him­mels­kör­per, Flo­ra­les und Fla­kons, In­be­griff des Weib­li­chen, oder Schmet­ter­lin­ge auf ver­rät­sel­te, mär­chen­haft an­mu­ten­de Stof­fe. Der klas­si­sche Blei­stift­rock ist eben­so ver­tre­ten, wie die mo­di­fi­zier­te Bi­ker­ja­cke und die Schlup­pen­blu­se. Wer das Werk Lee Alex­an­der McQueens und die Wel­ten, die er ent­warf, durch­strei­fen möch­te, ist bei Ro­bert Fai­rer rich­tig. Der Fo­to­graf ar­bei­te­te lan­ge für die US-Vo­gue. In sei­nem Bild­band „Un­se­en“do­ku­men­tiert er die Shows McQueens über rund 16 Jah­re hin­weg. Back­s­tage fängt er At­mo­sphä­re, Mo­del­le, Mo­men­te ein. Die Fotos zei­gen letz­tes Sty­ling und ab­ge­dreh­te Krea­tio­nen. Sie spie­geln die wi­der­strei­ten­den Kräf­te zwi­schen (schwar­zer) Ro­man­tik und Poe­sie, ro­her Ge­walt, Ein­flüs­sen aus Film, Kunst, Wis­sen­schaft und der Ko­s­tüm­ge­schich­te. Das je­wei­li­ge Mot­to des „Dé­filés“weist den Weg: Von „Ni­hi­lis­mus“(1993) bis zur letz­ten, von McQueen ver­ant­wor­te­ten Kol­lek­ti­on – „Pla­to’s At­lan­tis“(2010). Na­tür­lich sind die Bums­ters, die tief sit­zen­de Ho­se, als de­ren „Er­fin­der“McQueen gilt, zu se­hen, auch sei­ne Tar­tans. Im­mer wie­der be­sticht der Bri­te mit der Ver­bin­dung von Tra­di­ti­on, Ex­zen­trik und per­fekt ge­schnei­der­tem Teil. Ex­tre­me Ele­ganz oder fan­tas­ti­sche Pass­form man­cher Stü­cke kom­men nicht von un­ge­fähr. Alex­an­der McQueen hat das Schnei­der­hand­werk an ers­ter Adres­se ge­lernt: in Lon­don, in der Sa­vi­le Row.

Fo­to: AFP

Ein Man­tel von Ce­li­ne. Alex­an­der McQueen, Un­se­en, Hrsg. von Ro­bert Fai­rer. Mit Tex­ten von Sal­ly Sin­ger und Clai­re Wil­cox. 352 Sei­ten, 376 Ab­bil­dun­gen, Schir­mer/ Mo­sel Ver­lag, 49,80 Eu­ro.

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