Latza „be­straf­te“den HSV

Ham­bur­ger ga­ben nach ih­rer Füh­rung das Spiel bei Mainz 05 aus der Hand

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Alex­an­der Sar­ter

Als die Pro­fis noch nach den Grün­den für die Plei­te such­ten, hat­te der neue Klub­chef 400 Ki­lo­me­ter wei­ter nörd­lich sei­ne Fern­dia­gno­se be­reits ge­stellt. „Mit et­was For­tu­ne hät­te Ni­co­lai Mül­ler das 2:0 ma­chen kön­nen. Man braucht in sol­chen Pha­sen auch et­was Glück“, kom­men­tier­te He­ri­bert Bruch­ha­gen das 1:3 (1:1) des Ham­bur­ger SV beim FSV Mainz 05 – und ver­brei­te­te de­mons­tra­tiv Zu­ver­sicht: „Ich bin op­ti­mis­tisch, dass wir in der Rück­run­de die Wen­de schaf­fen.“Das al­les hat­te Bruch­ha­gen aus Wolfs­burg er­kannt. Dort saß der 68-Jäh­ri­ge als Ex­per­te des TV-Sen­ders Sky und ver­folg­te das Spiel des VfL ge­gen sei­nen Ex-Klub Ein­tracht Frankfurt. In Mainz war da­ge­gen sein Vor­gän­ger Diet­mar Bei­ers­dor­fer da­bei, der bis zum Jah­res­en­de Sport­chef bleibt. Dass Trai­ner Mar­kus Gis­dol via TV zu sei­nem neu­en Vor­stands­boss ge­schal­tet wur­de, mach­te das ku­rio­se Sze­na­rio am 15. Spiel­tag der Fuß­ball-Bun­des­li­ga

Fern­dia­gno­se via TV: Bruch­ha­gen op­ti­mis­tisch

per­fekt. Und so ließ Bruch­ha­gen sei­nen Coach li­ve im Fern­se­hen wis­sen, wie er sich die Zu­kunft vor und nach dem Jah­res­ab­schluss am Di­ens­tag ge­gen Schal­ke 04 vor­stellt. „Wir wer­den ei­ni­ges aus­glei­chen in der Trans­fer­pe­ri­ode. Die Schwach­stel­len sind be­kannt“, sag­te Bruch­ha­gen: „Die Mann­schaft lässt sich nicht ver­un­si­chern durch so ei­nen Rück­schlag. Ich bin sehr zu­ver­sicht­lich für das Spiel ge­gen Schal­ke.“Wo Bruch­ha­gen sei­nen Op­ti­mis­mus her­nahm, blieb sein Ge­heim­nis. Die Par­tie vor 30 179 Zu­schau­ern in Mainz taug­te je­den­falls nicht als Qu­el­le der Zu­ver­sicht. Nach der Füh­rung durch Bob­by Wood (21.) und ei­ner gu­ten Pha­se im An­schluss ga­ben die Han­sea­ten das Spiel leicht­fer­tig aus der Hand. Dan­ny Latza be­straf­te das mit sei­nen ers­ten Bun­des­li­ga­to­ren (35., 56. und 67.). Und mein­te hin­ter­her: „Ich bin ja nicht da­für be­kannt, dass ich mal ein Tor schie­ße. Dass ich heu­te drei Tref­fer ma­che und wir ge­win­nen, das ist na­tür­lich ein un­be­schreib­li­ches Ge­fühl. Wir woll­ten den Fans zum Jah­res­en­de noch ein schö­nes Weih­nachts­ge­schenk mit­ge­ben.“Lob gab es auch von Ka­pi­tän Ste­fan Bell: „In sei­ner Ver­let­zungs­zeit hat er an­schei­nend Weit­schüs­se oh­ne En­de ge­übt. Er hat heu­te al­les über­ra­gend ge­trof­fen.“Es schien so, als ob das gro­ßes Stüh­le­rü­cken un­ter der Wo­che (Bruch­ha­gen für Bei­ers­dor­fer, Rück­tritt von Auf­sichts­rats­boss Karl Ger­nandt) nicht spur­los an den Pro­fis vorü- ber­ge­gan­gen ist. Je­den­falls setz­te es nach zwei Sie­gen in Fol­ge und ins­ge­samt vier Par­ti­en oh­ne Nie­der­la­ge wie­der ei­ne Plei­te für den HSV, der mit le­dig­lich zehn Punk­ten auf dem Kon­to im Ta­bel­len­kel­ler bleibt. Im­mer­hin mach­te der Spiel­ver­lauf klar, dass der Bun­des­li­ga-Di­no im Win­ter per­so­nell nach­le­gen muss, wenn er den ers­ten Ab­stieg ver­mei­den will. „Wir brau­chen In­nen­ver­tei­di­ger und Sech­ser“, ließ Gis­dol sei­nen neu­en Chef via TV wis­sen – und der stimm­te zu: „Wir sind in in­ten­si­ven Ge­sprä­chen. Wir wis­sen, was wir wol­len.“Bruch­ha­gen ließ kei­nen Zwei­fel dar­an, wer das Geld für die Trans­fers bei­steu­ern soll. In­ves­tor Klaus-Micha­el Küh­ne soll wie­der das Porte­mon­naie öff­nen. „Als Ver­tre­ter des HSV muss ich wis­sen, was für die­sen Ver­ein wich­tig und gut ist. Und da­für ist Herr Küh­ne wich­tig und gut“, sag­te der neue Boss.

Nor­ma­ler­wei­se al­les an­de­re als ein Tor­jä­ger: Dan­ny Latza sorg­te mit sei­nen drei Tref­fern für die Wen­de ge­gen den Ham­bur­ger SV, der durch Bob­by Wood in Füh­rung ge­gan­gen war. Latza: „Wir woll­ten den Fans ein schö­nes Weih­nachts­ge­schenk ma­chen.“Das ist den Main­zern wohl ge­glückt. Fo­to: avs

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.