Gelb­fie­ber-Alarm in Afri­ka

Schon ei­ne Zwi­schen­lan­dung im Ri­si­ko­ge­biet er­schwert an­ders­wo die Ein­rei­se

Der Sonntag (Mittelbaden) - - REISE & URLAUB -

Win­ter­zeit ist Fern­rei­se­zeit. Doch Vor­sicht: Aus­brü­che von Gelb­fie­ber in An­go­la, Ugan­da und in der De­mo­kra­ti­schen Re­pu­blik Kon­go füh­ren zu er­höh­ten Vor­sichts­maß­nah­men welt­weit. Ein Zwi­schen­stopp in ei­nem Gelb­fie­ber­ge­biet, bei­spiels­wei­se auf dem Weg nach Süd­afri­ka, kann be­reits da­zu füh­ren, dass die Ge­sund­heits­be­hör­den ei­nen Impf­nach­weis ver­lan­gen. Die re­la­tiv fri­schen Aus­brü­che 2015 und 2016 ha­ben Ge­sund­heits­be­hör­den welt­weit in ho­he Alarm­be­reit­schaft ver­setzt. Das Vi­rus ist mit Me­di­ka­men­ten nicht be­han­del­bar und kann zu in­ne­ren Blu­tun­gen, Or­gan­vercken, sa­gen und da­mit zum Tod füh­ren. Bis­lang ist das Gelb­fie­ber-Vi­rus in den tro­pi­schen Zo­nen Asi­ens und Mit­tel­ame­ri­kas nicht vor­ge­kom­men. „Die Län­der in die­sen Re­gio­nen wol­len un­be­dingt ver­mei­den, dass das Vi­rus ein­ge­schleppt wird“, er­läu­tert Tro­pen­me­di­zi­ner Chris­toph Lüb­bert von der Uni Leipzig. Gelb­fie­ber wird ähn­lich wie Mala­ria von Stech­mü­cken in Tro­pen­ge­bie­ten über­tra­gen. In Afri­ka sind das po­ten­zi­ell al­le Län­der süd­lich der Sa­ha­ra und nörd­lich des Sam­be­si. In Süd­ame­ri­ka kommt das Gelb­fie­ber im ge­sam­ten Raum des Ama­zo­nas­be­ckens zwi­schen Ecua­dor und Pa­ra­gu­ay vor. Doch im Un­ter­schied zur Mala­ria sind die Ae­des-Mü- die das Gelb­fie­ber-Vi­rus über­tra­gen, auch tags­über ak­tiv. Es ist al­so viel schwe­rer, sich ge­gen die Mü­cken­sti­che zu schüt­zen. Auch ha­ben in­ter­na­tio­na­le An­ti-Mala­ri­aPro­gram­me in­zwi­schen da­zu ge­führt, dass selbst ar­me Be­völ­ke­rungs­schich­ten sich mit wir­kungs­vol­len Bar­rie­ren wie Net­zen und Mü­cken­git­tern ge­gen die nacht- und däm­me­rungs­ak­ti­ven Mala­ria-Über­trä­ger schüt­zen und die Krank­heit da­mit ein­däm­men. Ganz an­ders ist das bei den Über­trä­gern des Gelb­fie­bers. „Man weiß in­zwi­schen, dass die­se Stech­mü­cken so­gar win­zi­ge Was­ser­re­ser­voirs wie al­te Au­to­rei­fen oder Blu­men­töp­fe nut­zen, um dort ih­re Eier ab­zu­le­gen“, sagt der In­fek­ti­ons­me­di­zi­ner Lüb­bert. Im Ver­gleich zur Mala­ria, die sich gut mit spe­zi­el­len An­ti­bio­ti­ka be­han­deln lässt, nimmt das Gelb­fie­ber häu­fig ei­nen schwe­ren Ver­lauf. Bricht es ein­mal aus, so gibt es kei­ne wirk­sa­men Me­di­ka­men­te. Nach ei­ner In­ku­ba­ti­ons­zeit von drei bis sechs Ta­gen tre­ten zu­nächst grip­pe­ähn­li­che Er­schei­nun­gen auf. Im schwe­ren Ver­lauf führt der Vi­rus zu ho­hem Fie­ber und in­ne­ren Blu­tun­gen, an de­nen et­wa ein Drit­tel der Er­krank­ten stirbt. Der Tro­pen­me­di­zi­ner rät da­her, sich un­be­dingt vor­sorg­lich imp­fen zu las­sen – auch bei ei­nem noch so kur­zen Zwi­schen­stopp in ei­nem der Gelb­fie­ber­ge­bie­te Afri­kas und Süd­ame­ri­kas. „Man ver­mei­det un­nö­ti­ge Sche­re­rei­en, wenn man die Imp­fung nach­wei­sen kann, selbst wenn man sich nur kurz in ei­nem der be­trof­fe­nen Ge­bie­te auf­ge­hal­ten hat“, sagt der Arzt. Zu­dem ha­be die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO ei­ne neue Impf­emp­feh­lung her­aus­ge­ge­ben, die der­zeit schritt­wei­se in al­len Mit­glieds­län­dern um­ge­setzt wird. Da­nach schützt ei­ne Imp­fung le­bens­lang und muss nicht wie bis­her al­le zehn Jah­re auf­ge­frischt wer­den. Die Imp­fung soll­te spä­tes­tens zehn Ta­ge vor Abrei­se statt­fin­den, da­mit der Schutz wirk­sam ist.

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