Der Hecht im Kar­pfen­teich

1. FC Hei­den­heim über­rascht als Ta­bel­len­vier­ter / Star­ke Auf­stei­ger Dres­den und Würz­burg

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Pe­ter Tre­bing

Die Hälf­te des We­ges liegt hin­ter den 18 Zweit­li­gis­ten. Mit dem Nürn­ber­ger 2:1-Sieg ge­gen den 1. FC Kai­sers­lau­tern im letz­ten Mon­tags­spiel des Jah­res 2016 ist die Hin­run­de kom­plett. Der Blick Rich­tung Ta­bel­len­spit­ze bringt kei­ne über­ra­schen­den Er­kennt­nis­se: Han­no­ver 96 (2.) und der VfB Stutt­gart (3.) sind da zu fin­den, nur Spit­zen­rei­ter Ein­tracht Braun­schweig fällt ein we­nig aus der Rol­le, denn in der ver­gan­ge­nen Run­de sprang für die Nie­der­sach­sen nur der ach­te Platz in der End­ab­rech­nung her­aus. Uni­on Ber­lin da­ge­gen hat­te man schon vor der Sai­son viel zu­ge­traut – der fünf­te Rang lässt die „Ei­ser­nen“für die Rück­run­de hof­fen. Aber dann: Die Auf­stei­ger aus Würz­burg und Dres­den mi­schen mun­ter oben mit – die main­frän­ki­schen Ki­ckers sind Sechs­ter, die „Dy­na­mos“be­le­gen Platz sie­ben. Und als Hecht im Kar­pfen­teich ist der 1. FC Hei­den­heim un­ter­wegs. Acht Sie­ge und fünf Un­ent­schie­den ha­ben das Team um den ge­nia­len Spiel­ge­stal­ter Marc Schnat­te­rer (To­re in die­ser Sai­son: sie­ben, Vor­la­gen: sie­ben, Tri­kot­num­mer: sie­ben) bis auf den vier­ten Rang ge­bracht – im Os­ten Würt­tem­bergs darf al­so durch­aus vom Auf­stieg ge­träumt wer­den. Beim Blick ans un­te­re Ta­bel­len­en­de fällt ein Club so­fort ins Au­ge: Schluss­licht FC St. Pau­li. In der Sai­son 2015/16 noch ein Kan­di­dat für die deut­sche Pre­mi­um­klas­se, ist man to­tal ab­ge­stürzt. Zu­letzt war man am Mil­l­ern­tor nur um Scha­dens­be­gren­zung be­müht, um den An­schluss nicht zu ver­lie­ren. In der Win­ter­pau­se will man die Wei­chen für die Auf­hol­jagd stel­len. Nur drei Zäh­ler ist der Kie­zClub vom ret­ten­den Ufer ent­fernt. Al­so al­les noch drin für das Team von Ewald Lie­nen. Min­des­tens ge­nau­so span­nend wie die Ab­stiegs­fra­ge wird auch der Auf­stiegs­kampf. Zwei kom­men si­cher hoch, der Drit­te muss in die Re­le­ga­ti­on. Span­nung, für die zu­min­dest der haus­ho­he Fa­vo­rit Stutt­gart selbst ver­ant­wort­lich ist. Et­wa durch die Un­ru­he auf der Trai­ner­bank: Jos Lu­hu­kay hat­te schon nach vier Spiel­ta­gen kei­ne Lust mehr und warf hin. Olaf Jan­ßen sprang kurz­fris­tig ein, dann über­nahm En­de Sep­tem­ber ein bis da­to Un­be­kann­ter na­mens Han­nes Wolf. Der eb­ne­te trotz des 0:5-De­ba­kels bei Dy­na­mo Dres­den mit sechs Sie­gen und ei­nem Un­ent­schie­den den Weg nach oben, doch zu­letzt war­fen zwei Nie­der­la­gen (1:2 ge­gen Han­no­ver 96 und 0:3 bei den Würz­bur­ger Ki­ckers) die Schwa­ben wie­der zu­rück auf Platz drei. Ei­gent­lich viel zu we­nig an­ge­sichts der 15 Mil­lio­nen Eu­ro, die der Zweit­li­ga-Krö­sus VfB in neue Spie­ler in­ves­tiert hat. Da man im Som­mer aber 40 Mil­lio­nen Ein­nah­men bei Trans­fers er­zie­len konn­te, hat man noch 25 Mil­lio­nen auf der ho­hen Kan­te, um den Ka­der auf­zu­päp­peln. An­ders sieht es bei Han­no­ver 96 aus. Dort hat man „nur“zehn Mil­lio­nen mit Spie­ler­ver­käu­fen ver­dient, da­für aber nicht ein­mal drei Mil­lio­nen ins Team in­ves­tiert. Dass man auch mit be­schei­de­nen In­ves­ti­tio­nen Er­folg ha­ben kann, zeigt Spit­zen­rei­ter Ein­tracht Braun­schweig: Vier Mil­lio­nen auf dem Trans­fer­markt ein­ge­nom­men und da­von 2,5 Mil­lio­nen re­inves­tiert. Die „Ren­di­te“bis­her: 34 Punk­te nach 17 Spie­len. RB Leipzig und der SC Frei­burg hat­ten zum glei­chen Zeit­punkt in der Vor­sai­son 35 Zäh­ler und sind am En­de auf­ge­stie­gen.

VfB Stutt­gart hat noch 25 Mil­lio­nen in Re­ser­ve

Im Som­mer woll­te Gui­do Burg­stal­ler un­be­dingt weg aus Nürnberg, doch kein Trans­fer klapp­te. Der Ös­ter­rei­cher ließ sich aber nicht hän­gen – mit 14 Tref­fern ist er ak­tu­ell bes­ter Tor­schüt­ze im Un­ter­haus. Fo­to: avs

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