Ent­span­nen und neu star­ten

Da­mit es 2017 wie­der „mül­lert“

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Klaus Berg­mann

Nein, 2016 war nicht das Jahr des Tho­mas Mül­ler. Das En­de, das der Welt­meis­ter bei der Macht­de­mons­tra­ti­on des FC Bay­ern ge­gen RB Leip­zig 90 Mi­nu­ten als Zu­schau­er auf der Münch­ner Er­satz­bank ver­fol­gen muss­te, pass­te ins Bild ei­nes Jah­res, in dem es für den un­be­schwer­ten Fuß­ball­star mal aus­nahms­wei­se nicht berg­auf ging. Mül­ler er­leb­te un­ge­wohn­te Schwä­che­pha­sen, er ver­lor zeit­wei­se die Leich­tig­keit, durch­lief so­gar Kri­sen – be­son­ders als Tor­schüt­ze. Auf ent­spann­te Fe­ri­en über Weih­nach­ten und Neu­jahr mit Ehe­frau Li­sa und oh­ne Fuß­ball hat sich der 27-Jäh­ri­ge wohl auch des­we­gen be­son­ders ge­freut. „Für mich ist die­ser Ur­laub ein­fach wich­tig, um ab­zu­schal­ten und die Ak­kus auf­zu­la­den“, sag­te der Lieb­ling der Bay­ern-Fans. Er dürf­te aber auch dar­über sin­nie­ren, was falsch lief 2016 und 2017 wie­der bes­ser lau­fen soll. Ge­gen Leip­zig hat­te Bay­ern-Trai­ner Car­lo An­ce­lot­ti über­ra­schend nicht mal als Ein­wech­sel­spie­ler Ver­wen­dung für Mül­ler. Der Of­fen­siv­beim spie­ler muss­te zu­se­hen, wie in dem ver­meint­lich auf ihn zu­ge­schnit­te­nen 4-2-3-1Sys­tem auf sei­ner Lieb­lings­po­si­ti­on der Spa­nier Thia­go glän­zen konn­te: Als Spiel­ma­cher, Tor­schüt­ze, Tor­vor­be­rei­ter. Und Mül­ler muss­te sich stren­ge Wor­te an­hö­ren, ge­spro­chen von Karl-Heinz Rum­me­nig­ge. Der Bay­ern-Chef be­wer­te­te Mül­lers Re­ser­vis­ten­rol­le als „Mo­ti­va­ti­on, dass die Spie­ler 2017 das ei­ne oder an­de­re bes­ser ma­chen müs­sen. Das ist auch hier der Fall.“Mül­ler hat in der lau­fen­den Bun­des­li­ga­sai­son erst ein­mal ins Tor ge­trof­fen. Zwei Tref­fer sind es in der Cham­pi­ons Le­ague ge­we­sen. „Heut­zu­ta­ge brauchst du 16, 17, 18 Spie­ler. Wir ha­ben ei­ne ho­he An­zahl an Qua­li­tät. Und dann sit­zen eben mal zwei, drei drau­ßen, die nicht glück­lich sind“, be­merk­te Rum­me­nig­ge. An­ce­lot­ti weiß, dass es in ei­nem Lu­xus­ka­der im­mer Här­te­fäl­le ge­ben wird. Der Frei­geist Mül­ler kon­kur­riert auf der Zehn nun mit ei­nem Ver­bin­dungs­spie­ler wie Thia­go, der sei­ne stärks­te Sai­son im Bay­ernT­ri­kot spielt. In 22 von 25 Pflicht­par­ti­en kam der 25 Jah­re al­te Spa­nier zum Ein­satz. Der Satz von Mül­ler-Ent­de­cker Lou­is van Gaal, „Mül­ler spielt im­mer“, ist von An­ce­lot­ti aber nicht au­ßer Kraft ge­setzt wor­den: Auch Mül­ler kommt auf 22 Ein­sät­ze. Ver­lo­ren ge­gan­gen ist ihm auf dem Fuß­ball­platz je­doch

Tho­mas Mül­lers Su­che nach der Leich­tig­keit

die Leich­tig­keit und das ste­te Tref­fer­glück. Der ver­schos­se­ne Elf­me­ter im letz­ten Cham­pi­ons-Le­ague-Halb­fi­na­le ge­gen At­lé­ti­co Ma­drid war ein Knack­punkt. Dar­auf folg­te die tor­lo­se Eu­ro­pa­meis­ter­schaft. Und in der Bun­des­li­ga ver­gin­gen end­los lan­ge 999 Mi­nu­ten bis zum ers­ten Tor­ju­bel von Mül­ler 5:0 ge­gen den VfL Wolfs­burg. „Ich hof­fe nicht, dass es bis zum nächs­ten Tor wie­der so lan­ge dau­ert“, er­klär­te Mül­ler an­schlie­ßend. Üb­ri­gens: In der Na­tio­nal­mann­schaft war der Welt­meis­ter – trotz Tor­flau­te bei der EM – im Jahr 2016 mit fünf Tref­fern er­folg­reichs­ter Schüt­ze.

Nach­denk­lich: Schwä­che­pha­sen und Tor­kri­sen muss­te Fuß­ball-Welt­meis­ter Tho­mas Mül­ler 2016 weg­ste­cken. Im neu­en Jahr soll es aber wie­der berg­auf ge­hen für den Star des FC Bay­ern Mün­chen. Fo­to: avs

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