„Slom­ka ist der Rich­ti­ge“

In­ter­view mit KSC-Sport­di­rek­tor Oli­ver Kreu­zer

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - In­ter­view: Ha­rald Lin­der

Vor ei­nem Mo­nat, am 1. De­zem­ber, hat Oli­ver Kreu­zer beim KSC als Nach­fol­ger von Jens Todt den Pos­ten des Sport­di­rek­tors über­nom­men, den er vor drei Jah­ren schon ein­mal in­ne­hat­te. Gro­ße Zeit zum Ei­n­ar­bei­ten blieb dem ehe­ma­li­gen KSC-Spie­ler nicht. Nach nur drei Ar­beits­ta­gen ent­ließ er den glück­lo­sen To­mas Oral als Chef­trai­ner, setz­te für zwei Spie­le U-19-Coach Lu­kas Kwas­ni­ok als In­te­rims­trai­ner auf die Bank und prä­sen­tier­te kurz vor Weih­nach­ten Mir­ko Slom­ka als neu­en Übungs­lei­ter, der die Blau-Wei­ßen nun vor dem Ab­stieg be­wah­ren soll. Da­von ist Oli­ver Kreu­zer fest über­zeugt, wie er im In­ter­view mit dem SONN­TAG be­tont.

Vor ei­nem Mo­nat, am 1. De­zem­ber, hat Oli­ver Kreu­zer beim KSC als Nach­fol­ger von Jens Todt den Pos­ten des Sport­di­rek­tors über­nom­men, den er vor drei Jah­ren schon ein­mal in­ne­hat­te. Gro­ße Zeit zum Ei­n­ar­bei­ten blieb dem Neu­en „Al­ten“nicht. Nach nur drei Ar­beits­ta­gen ent­ließ er To­mas Oral als Chef­trai­ner, setz­te für zwei Spie­le U-19-Coach Lu­kas Kwas­ni­ok als In­te­rims­trai­ner auf die Bank und prä­sen­tier­te kurz vor Weih­nach­ten Mir­ko Slom­ka als neu­en Übungs­lei­ter, der die Blau-Wei­ßen vor dem Ab­stieg be­wah­ren soll. Da­von ist Oli­ver Kreu­zer fest über­zeugt, wie er im In­ter­view mit dem SONN­TAG be­tont.

Herr Kreu­zer, Weih­nach­ten ist vor­über. Hat­ten Sie ge­ruh­sa­me Fei­er­ta­ge oder war der neue KSCS­port­di­rek­tor stän­dig am Han­dy?

Oli­ver Kreu­zer: Es wa­ren sehr re­lax­te Fei­er­ta­ge im Krei­se der Fa­mi­lie, oh­ne Han­dy­s­tress …

… auch weil Sie Ih­re wich­tigs­te Per­so­na­lie noch vor­her ein­ge­tü­tet hat­ten?

Kreu­zer: So ist es. Die Ver­pflich­tung von Mir­ko Slom­ka hat na­tür­lich ei­ni­gen Druck weg­ge­nom­men. Ich bin sehr froh, dass wir ihn be­kom­men ha­ben, denn Mir­ko ist ein her­aus­ra­gen­der Trai­ner und ein an­er­kann­ter Fach­mann. Ich bin da­von über­zeugt, dass er ge­nau der Rich­ti­ge ist, um uns in der schwie­ri­gen Si­tua­ti­on, in der wir uns be­fin­den, zu hel­fen. Dass er das kann, hat er schon bei Han­no­wie ver 96 ge­zeigt. Dort hat er auch in ei­ner schwie­ri­gen Si­tua­ti­on zu­nächst er­folg­reich den Klas­sen­ver­bleib ge­schafft, aber da­nach auch ge­zeigt, dass er ei­ne Mann­schaft wei­ter ent­wi­ckeln kann. Ge­nau das brau­chen wir.

In der kur­zen Zeit im Amt ha­ben sie schon für reich­lich Auf­re­gung ge­sorgt. Drei Ta­ge nach Amts­an­tritt ha­ben Sie To­mas Oral als Chef­trai­ner ent­las­sen, dann U-19-Übungs­lei­ter Lu­kas Kwas­ni­ok zum In­te­rims­trai­ner be­för­dert und kurz vor Weih­nach­ten mit Mir­ko Slom­ka ei­nen neu­en Chef­trai­ner prä­sen­tiert. Tur­bostart oder eher tur­bu­lent?

Kreu­zer: Tur­bu­lent wür­de ich jetzt nicht sa­gen. Eher ziem­lich spe­zi­ell. Ich hat­te ge­hofft, dass To­mas Oral die Kur­ve kriegt, aber nach der Nie­der­la­ge ge­gen Fürth, der gan­zen Ne­ga­tiv­stim­mung in der Mann­schaft und im Um­feld, konn­ten wir so nicht mehr wei­ter­ma­chen. Ich muss­te ei­ne Ent­schei­dung tref­fen, um die Ne­ga­tiv­spi­ra­le zu stop­pen, so Leid es mir auch um To­mas Oral tut.

Dann Lu­kas Kwas­ni­ok. Ein Glücks­fall?

Kreu­zer: Zu die­sem Zeit­punkt ge­nau rich­tig, auch wenn wir nur zwei Punk­te ge­holt ha­ben. Aber in Dres­den und auch ge­gen Braun­schweig zu be­ste­hen, war sehr gut und hat al­lent­hal­ben wie­der für Zu­ver­sicht ge­sorgt. Lu­kas hat die Mann­schaft durch sei­ne lei­den­schaft­li­che Art mit­ge­nom­men, aber auch tak­tisch neue Im­pul­se ge­setzt. Ich bin si­cher, dass er sei­nen Weg ma­chen wird.

Jetzt kommt Mir­ko Slom­ka. Des­sen Ziel kann ei­gent­lich nur Nicht­ab­stieg lau­ten. Oder gibt es dar­über hin­aus­ge­hen­de Zie­le?

Kreu­zer: Das Sai­son­ziel kann nur Klas­sen­ver­bleib hei­ßen. Wenn wir das ge­schafft ha­ben, schau­en wir wei­ter. Ich bin kein all­zu gro­ßer Freund von ir­gend­wel­chen Plan­spie­len, die mit der Rea­li­tät nicht viel zu tun ha­ben. Nach dem Mot­to: Jetzt die Klas­se hal­ten, nächs­te Sai­son dann Ach­ter wer­den und über­nächs­tes Jahr um den Auf­stieg spie­len. Wenn man ein Jahr ge­gen den Ab­stieg spielt und es ge­lingt, die Klas­se zu hal­ten, wo­von ich über­zeugt bin, geht es dann dar­um, ei­ne sta­bi­le Sai­son zu spie­len. Aber jetzt zählt ein­zig und al­lein der Klas­sen­ver­bleib.

Braucht es da­zu auch noch neu­es spie­len­des Per­so­nal? In der Ge­rüch­te­kü­che wer­den Na­men wie Lu­kas Frö­de (Wer­der Bre­men), An­dré Hoff­mann (Han­no­ver 96) oder die Ex-KSC­ler Marco Ter­raz­zi­no (1899 Hof­fen­heim) und Jo­nas Mef­fert (SC Frei­burg) ge­nannt. Was ist da dran?

Kreu­zer: Wenn man nach der Hin­run­de punkt­gleich mit dem 16. auf Platz 15 steht, ist si­cher auch per­so­nell nicht al­les op­ti­mal ge­lau­fen. Das zu kor­ri­gie­ren ist nicht ganz ein­fach, denn der KSC kann nicht ein­kau­fen, es ihm be­liebt. Aber wir wer­den im Spie­ler­be­reich auf je­den Fall noch et­was ma­chen. Ein­mal als Zei­chen in­ner­halb der Mann­schaft, aber auch als Zei­chen an un­se­re Geg­ner, die wis­sen sol­len, dass der KSC in der Rück­run­de da sein wird. Ich kom­men­tie­re kei­ne Na­men, zu­mal un­ser neu­er Trai­ner erst ein­mal die Ak­teu­re ken­nen­ler­nen will, die zur­zeit den Ka­der bil­den. Aber ich kann sa­gen, wir möch­ten nach Mög­lich­keit noch et­was tun.

Kreu­zer: Top-Trai­ner und an­er­kann­ter Fach­mann

Fo­to: GES/Gil­li­ar

Denkt über Neu­ver­pflich­tun­gen nach: KSC-Sport­di­rek­tor Oli­ver Kreu­zer be­stä­tig­te im Ge­spräch mit dem SONN­TAG, „wir möch­ten nach Mög­lich­keit noch et­was tun“. Ob Marco Ter­raz­zi­no, Jo­nas Mef­fert, Lu­kas Frö­de oder An­dré Hoff­mann Kan­di­da­ten sein könn­ten, da­zu äu­ßer­te sich der 51-Jäh­ri­ge nicht.

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