Jetzt wird Ker­ber ge­jagt

Ten­nis: Kon­kur­renz sitzt der Num­mer eins im Na­cken

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Pe­ter Tre­bing

Zwei Din­ge ha­ben An­ge­li­que Ker­ber und An­dy Mur­ray ge­mein­sam: Sie ste­hen in der Welt­rang­lis­te (WTA be­zie­hungs­wei­se ATP) an der Spit­ze und sind da­mit nun im Jahr 2017 die Ge­jag­ten, nach­dem sie selbst zu­vor lan­ge Se­re­na Wil­li­ams und No­vak Djo­ko­vic im Na­cken sa­ßen.

Zwei Din­ge ha­ben An­ge­li­que Ker­ber und An­dy Mur­ray ge­mein­sam: Sie ste­hen in der Welt­rang­lis­te (WTA be­zie­hungs­wei­se ATP) an der Spit­ze und sind da­mit nun im Jahr 2017 die Ge­jag­ten, nach­dem sie selbst zu­vor lan­ge Se­re­na Wil­li­ams und No­vak Djo­ko­vic im Na­cken sa­ßen. Die­se Jagd ging zu ih­ren Guns­ten aus. Ker­ber konn­te Wil­li­ams um mehr als 2 000 Punk­te dis­tan­zie­ren, Mur­ray mach­te es span­nen­der. Zwi­schen dem Schot­ten und dem Ser­ben liegt ei­ne Dif­fe­renz von 630 Zäh­lern. Doch ist bei den Män­nern die Do­mi­nanz der Spit­zen­spie­ler deut­lich grö­ßer als bei den Frau­bis en. Über­spitzt könn­te man den ak­tu­el­len Stand in der ATP-Kon­kur­renz so for­mu­lie­ren: An­dy Mur­ray und No­vak Djo­ko­vic ge­gen den Rest der Ten­nis­welt. Der Welt­rang­lis­ten­drit­te Mi­los Rao­nic et­wa hat nicht ein­mal die Hälf­te der Zäh­ler ge­holt, die das Duo an der Spit­ze auf dem Kon­to hat. Ei­ne er­staun­li­che Do­mi­nanz, denn Mur­ray, Djo­ko­vic oder Ra­fa­el Na­dal (auf Rang neun) zäh­len noch zur Gar­de der al­ten Hel­den. An­sons­ten über­wie­gen vie­le neue Na­men, der Ge­ne­ra­tio­nen­wech­sel schlägt sich auch in der Top 100 der ATP-Rang­lis­te nie­der. Der Schwei­zer Ro­ger Fe­de­rer bei­spiels­wei­se ist auf Rang 16 ab­ge­rutscht und hat mit 35 Jah­ren das Kar­rie­re­en­de vor Au­gen. Das dürf­te ver­mut­lich kein gro­ßes Pro­blem für ihn sein. Auf der ATP-Home­page steht ex­akt, was er al­lei­ne an Preis­gel­dern kas­siert hat: Sa­ge und schrei­be 98 830 825 US-Dol­lar, die 100-Mil­lio­nen-Dol­lar-Mar­ke wird er si­cher noch er­rei­chen. Das könn­te ge­nü­gen für ei­nen sor­gen­frei­en Ru­he­stand. Da­von ist An­ge­li­que Ker­ber noch weit ent­fernt. Nach ei­nem traum­haf­ten aber eben nicht per­fek­ten Jahr (Nie­der­la­gen im Olym­pia-Fi­na­le und im WTA-Fi­na­le) wird die ge­bür­ti­ge Po­lin wohl noch ei­ne Wei­le auf der WTA-Tour mit­mi­schen, auch wenn sie im Ja­nu­ar schon ih­ren 29. Ge­burts­tag fei­ert. Ker­ber hat bis­her 19 321 784 US-Dol­lar Preis­geld ge­won­nen, mehr als die Hälf­te da­von (ex­akt 10 136 615 US-Dol­lar) al­lei­ne im Jahr 2016. Zu­min­dest in die­ser Hin­sicht tren­nen sie noch Wel­ten von Se­re­na Wil­li­ams, die mehr als 80 Mil­lio­nen Dol­lar Prä­mi­en ver­dient hat – Wer­be­ein­nah­men nicht in­klu­si­ve. Doch wie ge­fähr­lich kann die 35-Jäh­ri­ge Ker­ber noch wer­den? Zu­letzt wirk­te sie nicht mehr so kon­zen­triert, so frisch, so mo­ti­viert wie in ih­ren bes­ten Jah­ren. Ge­fahr droht von den jun­gen Wil­den da­hin­ter, aber kaum aus dem deut­schen La­ger. Die eins­ti­ge Hoff­nungs­trä­ge­rin Sa­bi­ne Li­si­cki et­wa wird ak­tu­ell auf Rang 93 der Welt­rang­lis­te ge­führt, und hat da­mit auch acht na­tio­na­le Kon­kur­ren­ten vor sich.

Fo­to: avs

Mit über 2 000 Punk­ten Vor­sprung die Num­mer eins: An­ge­li­que Ker­ber. Und ihr sport­li­ches Traum­jahr 2016 hat sich auch fi­nan­zi­ell aus­ge­zahlt. Sie nahm über zehn Mil­lio­nen Dol­lar Preis­geld ein.

Fo­to: Im­a­go

Der Schot­te An­dy Mur­ray lös­te No­vak Djo­ko­vic an der Spit­ze der ATP-Lis­te ab.

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