Wein­kö­ni­gin: Mag­da­le­na Ma­lin aus Meers­burg

Mag­da­le­na Ma­lin | Ba­di­sche Wein­kö­ni­gin 2016/17

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Tho­mas Liebs­cher

Selbst ei­ne Wein­kö­ni­gin lässt sich manch­mal noch über­ra­schen. Mag­da­le­na Ma­lin kam auf ein neu­es Ge­schmacks­er­leb­nis durch die al­te fran­zö­si­sche Rebs­or­te Vio­gnier. „Ein sehr rei­fer Weiß­wein, der bes­tens zu Su­shi passt“, cha­rak­te­ri­siert die Ba­di­sche Wein­kö­ni­gin je­nen Vio­gnier, den bei­spiels­wei­se die Wein­ma­nu­fak­tur Gen­gen­bach im An­ge­bot hat. Sol­che Ent­de­ckun­gen zu ma­chen und das vor­han­de­ne Fach­wis­sen zu ver­tie­fen, ge­hört zu den an­ge­neh­men Ne­ben­wir­kun­gen die­ses Am­tes auf Zeit. Vo­ri­gen Som­mer wur­de Mag­da­le­na Ma­lin in Frei­burg zur obers­ten Re­prä­sen­tan­tin des Ba­di­schen Weins ge­wählt. Bei 200 Ter­mi­nen wäh­rend ih­res Amts­jahrs wirbt die 23-Jäh­ri­ge Stu­den­tin für die hei­mi­schen Trop­fen, gern zu­sam­men mit den Wein­prin­zes­sin­nen Nicole End (Of­fen­burg) und Kat­ha­ri­na Dier (Böt­zin­gen). Häu­fi­ge Al­lein­ver­tre­tung bei Ver­kos­tun­gen und Se­mi­na­ren ge­hört da­zu. Ein lieb­li­ches Lä­cheln al­lein ge­nügt durch­aus nicht als Qua­li­fi­ka­ti­on für ei­ne Wein­ho­heit. Wä­re nur Charme oh­ne Ken­ner­schaft vor­han­den, könn­te die Frau vom Bo­den­see dem Pu­bli­kum kaum rei­nen Wein ein­schen­ken. Oder in der ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­ver­tre­tung in Ber­lin bei der Stall­wäch­ter­par­ty mit den Mi­nis­tern und Ab­ge­ord­ne­ten über Wein­po­li­tik dis­ku­tie­ren. „Das macht ei­nen schon stolz, in ei­nem Jahr ir­gend­wo hin­zu­kom­men und da­bei zu sein, wo man sonst nicht da­bei wä­re und prominente Leu­te trifft. „Es ist al­ler­dings auch Ar­beit, im­mer neue Wein­pro­ben vor­zu­be­rei­ten und Ex­per­ti­sen zu ver­fas­sen“, be­tont Ma­lin. Sie stammt zwar nicht aus ei­ner Win­zer­fa­mi­lie, hat bei ih­rem Groß­on­kel aber schon früh in die Bran­che hin­ein­ge­schnup­pert. So reif­te nach Re­al­schu­le und Gym­na­si­um der Ent­schluss, ein Stu­di­um der Wein­be­triebs­wirt­schaft auf­zu­neh­men. „Da küm­mert man sich um al­les ober­halb des Kel­lers. Mich in­ter­es­siert da­zu der Aus­bau des Weins und die Tech­nik “, er­zählt die Meers­bur­ge­rin. Mitt­ler­wei­le steht sie im sieb­ten Se­mes­ter und hat fast al­le Prü­fun­gen be­stan­den. Es fehlt nur noch die Ab­schluss­ar­beit für den Ba­che­lor-Titel. Ein dis­zi­pli­nier­tes Le­ben war in je­nem ers­ten hal­ben Jahr der Dop­pel­be­las­tung von der Kö­ni­gin ver­langt. Da blieb we­ni­ger Zeit für die Kat­zen Gar­field und Whis­ky, Se­geln auf dem Bo­den­see oder Flö­ten­tö­ne beim Mu­sik­ver­ein Dai­sen­dorf/Stet­ten. Bei man­chen Re­prä­sen­ta­ti­ons­rei­sen zog sie Lern­zeit im Ho­tel ei­nem Shop­ping­bum­mel vor. „Für et­was Ski­fah­ren jetzt im Win­ter möch­te ich aber mal frei neh­men“, meint Ma­lin, die nicht nur mit viel Lust auf Be­geg­nun­gen re­giert, son­dern auch beim Wein ex­pe­ri­men­tier­freu­dig ist. „Wenn wir zu Hau­se in Meers­burg ko­chen, dann pro­bie­ren wir schon mal ei­nen an­de­ren Tro­pen als den ty­pi­schen für die­ses oder je­nes Gericht – meis­tens passt er trotz­dem.“Mut zum ei­ge­nen Ge­schmack jen­seits der Vor­ga­ben emp­fiehlt sie über­haupt. Ma­lin stammt aus ei­nem An­bau­ge­biet mit viel Mül­ler-Thur­gau. Ei­nen Lieb­lings­trop­fen hat sie je­doch nicht, nennt im­mer­hin Weiß­bur­gun­der im Holz­fass als ei­nen Fa­vo­ri­ten. „Und na­tür­lich blei­be ich neu­gie­rig auf al­le ba­di­schen Wei­ne“.

Aus Meers­burg am Bo­den­see kommt die der­zei­ti­ge Ba­di­sche Wein­kö­ni­gin. Mag­da­le­na Ma­lin ist 23 Jah­re alt und stu­diert Wein­be­triebs­wirt­schaft. Fo­to: avs

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