Vo­gel-Zäh­lung: Wer ist im Win­ter un­ter­wegs?

Gibt es we­ni­ger Piep­mät­ze? / Je­der kann mit­zäh­len

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - SO

An die­sem Wo­che­n­en­de fin­det zum sieb­ten Mal die bun­des­wei­te „St­un­de der Win­ter­vö­gel“statt: Der Na­tur­schutz­bund Deutsch­land (Na­bu) und sein baye­ri­scher Part­ner Lan­des­bund für Vo­gel­schutz (LBV) ru­fen Na­tur­freun­de auf, ei­ne St­un­de lang die Vö­gel am Fut­ter­häus­chen, im Gar­ten, auf dem Bal­kon oder im Park zu zäh­len und zu mel­den. Im Mit­tel­punkt der Ak­ti­on ste­hen ver­trau­te und oft weit ver­brei­te­te Vo­gel­ar­ten wie Mei­sen, Fin­ken, Rot­kehl­chen und Spat­zen. In den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten er­reich­ten den Na­bu bun­des­weit ver­mehrt Mel­dun­gen, dass die zu die­ser Jah­res­zeit üb­li­chen Vö­gel am Fut­ter­häus­chen oder im Gar­ten ver­misst wer­den. Ver­mu­tet wird da­bei oft ein Zu­sam­men­hang mit der Vo­gel­grip­pe, den der Na­bu aber nicht be­stä­ti­gen kann, da Sing­vö­gel nicht von der Ge­flü­gel­pest be­fal­len wer­den. Mög­lich ist al­so, dass es sich beim ver­mu­te­lie­fern. ten Feh­len der Gar­ten­vö­gel le­dig­lich um ei­nen psy­cho­lo­gi­schen Ef­fekt han­delt, her­vor­ge­ru­fen durch zahl­rei­che Me­dien­be­rich­te über ver­schie­de­ne Vo­gel­krank­hei­ten. An­de­rer­seits zei­gen ers­te Aus­wer­tun­gen von ge­sam­mel­ten Be­ob­ach­tun­gen, dass in der Tat ei­ni­ge Ar­ten wie Kohl- und Blau­mei­sen, aber auch Ei­chel­hä­her und Am­seln in die­sem Jahr deut­lich we­ni­ger häu­fig be­ob­ach­tet wer­den. „Erst die gro­ße und bun­des­weit durch­ge­führ­te ‚St­un­de der Win­ter­vö­gel‘ wird klä­ren kön­nen, ob es in die­sem Win­ter wirk­lich au­ßer­ge­wöhn­lich we­ni­ge Gar­ten­vö­gel gibt“, sagt Na­bu-Vo­gel­schutz­ex­per­te Lars Lach­mann. „Je mehr Teil­neh­mer, des­to ge­nau­er wer­den die Er­geb­nis­se sein. Die ge­sam­mel­ten Mel­dun­gen wer­den uns auch ver­ra­ten kön­nen, wel­che Vo­gel­ar­ten und wel­che Re­gio­nen be­son­ders be­trof­fen sind und da­mit wert­vol­le Hin­wei­se auf mög­li­che Ur­sa­chen Da­her freu­en wir uns, wenn mög­lichst vie­le Men­schen mit­ma­chen“. Das pu­re In­ter­es­se und die Freu­de an der Vo­gel­welt rei­chen zur Teil­nah­me aus, ei­ne be­son­de­re Qua­li­fi­ka­ti­on ist für die Win­ter­vo­gel­zäh­lung nicht nö­tig. Und so funk­tio­niert es: Von ei­nem ru­hi­gen Be­ob­ach­tungs­plätz­chen im ei­ge­nen Gar­ten oder ei­ner an­de­ren Stel­le im be­sie­del­ten Raum (Dör­fer und Städ­te) aus wird von je­der Art die höchs­te An­zahl no­tiert, die in­ner­halb ei­ner selbst ge­wähl­ten Be­ob­ach­tungs­stun­de gleich­zei­tig zu be­ob­ach­ten ist. Die Zah­len kön­nen dann im In­ter­net bis zum 16. Ja­nu­ar ge­mel­det wer­den, die Er­geb­nis­se wer­den dort aus­ge­wer­tet und re­gel­mä­ßig ak­tua­li­siert. Zu­dem ist heu­te von 10 bis 18 Uhr die kos­ten­lo­se Te­le­fon­num­mer (08 00)1 15 71 15 ge­schal­tet.

Fo­to: Frank He­cker/Na­bu

Soll­ten Sie die­sen oder ei­nen ähn­li­chen Er­len­zei­sig ent­de­cken, mel­den Sie das bit­te dem Na­bu. Heu­te sind al­le Vo­gel­freun­de zum gro­ßen Vo­gel­zäh­len auf­ge­ru­fen.

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