Im Schat­ten der Spal­tung

Rin­gen: Wein­gar­ten will drit­ten Titel / Streit mit DRB be­las­tet Fi­na­le

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Ha­rald Lin­der

Das ers­te rein nord­ba­di­sche Fi­na­le um den Titel ei­nes deut­schen Mann­schafts­meis­ters im Rin­gen zwi­schen dem SV Ger­ma­nia Wein­gar­ten und dem KSV Isprin­gen, das ges­tern mit dem ers­ten Kampf in Wein­gar­ten be­gann (Er­geb­nis stand bei Re­dak­ti­ons­schluss noch nicht fest) und am kom­men­den Wo­che­n­en­de mit dem Rück­kampf ent­schie­den wird, ist mög­li­cher­wei­se die letz­te Meis­ter­schaft, die noch un­ter dem Dach des Deut­schen Rin­ger-Bun­des (DRB) aus­ge­tra­gen wird. Zu tief schei­nen die Grä­ben zwi­schen dem Ver­band und den füh­ren­den Clubs im deut­schen Rin­ger­sport zu sein, die sich künf­tig in ei­ner ei­ge­nen Li­ga or­ga­ni­sie­ren und ver­mark­ten wol­len. Ein Grund da­für ist die Kri­tik vie­ler Ver­ei­ne, dass es dem DRB nie ge­lun­gen ist, Ein­nah­men durch Spon­so­ren­gel­der oder TV-Ver­trä­ge zu ge­ne­rie­ren. Im Ge­gen­teil: Der Ver­band be­las­tet die Clubs mit ho­hen Ge­büh­ren, weil er bei­spiels­wei­se die Ver­ei­ne, die sich für die End­run­de um die deut­sche Mann­schafts­meis­ter­schaft qua­li­fi­zie­ren, mit Ver­bands­ab­ga­ben zur Kas­se bit­tet. Ver­schärft hat sich der Streit, als der Ver­band das Fi­na­le, das bis­her in Hin-und Rück­kampf aus­ge­tra­gen wur­de, um ei­nen drit­ten Fi­nal­kampf in Aschaf­fen­burg er­wei­tern woll­te, wo­für auf die be­tei­lig­ten Ver­ei­ne aber Kos­ten in Hö­he von rund 30000 Eu­ro zu­ge­kom­men wä­ren. Mitt­ler­wei­le ist der vor­ge­se­he­ne drit­te Kampf zwar durch den Ver­band ab­ge­sagt, doch der DRB hat im Ge­gen­zug Sank­tio­nen für die Fi­nal­teil­neh­mer an­ge­droht und die For­de­rung nach Scha­den­er­satz an­ge­kün­digt. Die Ein­füh­rung ei­ner Deut­schen Rin­ger Li­ga (DRL), von der sich die Top-Clubs „die Eta­b­lie­rung des Ring­kampf­sports als welt­klas­si­gen, span­nen­den, fai­ren, nach­hal­ti­gen und Gleich­be­rech­ti­gung för­dern­den Te­am­wett­be­werb in Deutsch­land und in­ter­na­tio­nal“ver­spre­chen, wie es auf der Home­page der DRL heißt, lehnt der DRB ka­te­go­risch ab. Den „ab­trün­ni­gen“Ver­ei­nen (KSV Aa­len, KSV Isprin­gen, KAV Mans­fel­der Land, ASV Nen­din­gen, VfK Schif­fer­stadt und Ger­ma­nia Wein­gar­ten), die die vom DRB bis zum 20. De­zem­ber ge­for­der­te Mel­de­frist für die kom­men­de Sai­son ver­strei­chen lie­ßen, droht der Ver­band mit ho­hen Geld­stra­fen und de­ren Ath­le­ten mit na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Sper­ren bis zu vier Jah­ren. Soll­te es zwi­schen DRB und DRL nicht doch noch zu ei­ner Ei­ni­gung kom­men „sind der Rin­ger­sport in Deutsch­land und die Ath­le­ten die Ver­lie­rer“, sorgt sich Frank Hein­zel­be­cker, Trai­ner beim SV Ger­ma­nia Wein­gar- ten, um die Zu­kunft sei­ner Sport­art und hofft, dass der Kampf ge­gen Isprin­gen nicht tat­säch­lich das end­gül­ti­ge Fi­na­le um die deut­sche Mann­schafts­meis­ter­schaft im Rin­gen wird. Ge­win­nen will er es auf je­den Fall, auch wenn der 43-Jäh­ri­ge den Geg­ner aus Isprin­gen für „sehr stark“hält. Es wä­re der drit­te Titel für die Ger­ma­nen nach 2011 und 2012.

Ein rein nord­ba­di­sches Fi­na­le im Ti­tel­kampf

Nur zwei Fi­nal­kämp­fe muss Ger­ma­nia-Coach Frank Hein­zel­be­cker be­strei­ten, bis der neue Meis­ter fest­steht. Ges­tern wur­de in Wein­gar­ten ge­run­gen, am kom­men­den Wo­che­n­en­de fällt die Ent­schei­dung. Fo­to: GES

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