KSC schlägt Lu­zern mit 1:0

Slom­ka und Kreu­zer lo­ben sich ge­gen­sei­tig

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Ha­rald Lin­der

Der Karls­ru­her SC blieb auch im drit­ten Test­spiel in An­da­lu­si­en un­ge­schla­gen. Ge­gen den FC Lu­zern setz­te sich die Mann­schaft des neu­en Chef­trai­ners Mir­ko Slom­ka ges­tern mit 1:0 durch. Das Tor ge­gen den Schwei­zer Erst­li­gis­ten er­ziel­te der Ja­pa­ner Hi­ro­ki Ya­ma­da. Zu­vor hat­te man ge­gen Wer­der Bre­men ein 1:1 er­zielt und ge­gen den Dritt­li­gis­ten 1. FC Mag­de­burg mit 2:1 ge­won­nen. Heu­te en­det das Trai­nings­la­ger des ba­di­schen Fuß­ball-Zweit­li­gis­ten. Am Mon­tag ha­ben die Pro­fis frei, ab Di­ens­tag wird wie­der trai­niert. Ge­plant ist noch ein wei­te­res Test­spiel, ver­mut­lich am 21. Ja­nu­ar. Geg­ner, Ort und Zeit ste­hen al­ler­dings mo­men­tan noch nicht fest.

Dass das Ver­hält­nis zwi­schen KSCS­port­di­rek­tor Oli­ver Kreu­zer und dem neu­en Chef­trai­ner Mir­ko Slom­ka so­zu­sa­gen „Lie­be auf den ers­ten Blick“wä­re, mag nicht un­be­dingt zu­tref­fen. Doch die ge­gen­sei­ti­ge ho­he Wert­schät­zung ist nicht zu über­se­hen und hat maß­geb­lich da­zu ge­führt, dass Slom­ka Kreu­zers An­ge­bot, als Chef­trai­ner beim ab­stiegs­be­droh­ten KSC zu ar­bei­ten, an­ge­nom­men hat. Da­bei währ­te die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen dem Nie­der­sach­sen Slom­ka und dem Kur­pfäl­zer Kreu­zer beim

Die Su­che nach neu­en Spie­lern geht wei­ter

Ham­bur­ger SV le­dig­lich ein hal­bes Jahr. Was aber of­fen­bar ge­nüg­te, um ein Ver­trau­ens­ver­hält­nis her­zu­stel­len, das auch nach der Ent­las­sung des Du­os beim HSV wei­ter Be­stand hat­te. Im Wild­park ha­ben Kreu­zer und Slom­ka nun wie­der den glei­chen Ar­beit­ge­ber und ein ge­mein­sa­mes sport­li­ches Ziel – den KSC vor dem Ab­sturz in die Dritt­klas­sig­keit zu be­wah­ren. Und Kreu­zer ist da­von über­zeugt, dass Slom­ka für die­se Aufgabe ge­nau der rich­ti­ge Mann ist. Der KSC-Sport­di­rek­tor ge­steht im Ge­spräch mit dem SONN­TAG al­ler­dings ein, dass er „ein ech­tes Pro­blem“ge­habt hät­te, wenn der 49-Jäh­ri­ge sei­nem Wer­ben für die Über­nah­me des Trai­ner­pos­tens beim KSC nicht ge­folgt wä­re. „Dann hät­ten wir das Trai­ner­the­ma neu an­den­ken müs­sen“, sagt er in der Lob­by des KSC-Mann­schafts­ho­tels im spa­ni­schen Este­po­na und ver­gleicht Slom­ka ein biss­chen mit Chris­ti­an Gross, der sein Trai­ner war, als er selbst noch beim FC Ba­sel spiel­te. „Mir­ko ist wie Gross fach­lich überragend. Und er ist, was sei­ne Per­sön­lich­keit an­be­langt, ein ech­ter Men­schen­fän­ger. Ob­wohl er in der Sa­che auch hart sein kann“, lobt Kreu­zer den KSC-Coach, der „ähn­lich tickt wie ich“. Der wie­der­um schätzt an Kreu­zer, „dass man sich auf ihn un­be­dingt ver­las­sen kann. Wenn et­was be­spro­chen wur­de, dann gilt das auch“, meint Slom­ka, der im Trai­nings­la­ger mit sei­nem Sport­di­rek­tor ei­ni­ges zu be­spre­chen hat. Da­bei geht es nicht nur dar­um, zu pla­nen, mit wel­chen Spie­lern, die aktuell zum Ka­der ge­hö­ren, man im Ab­stiegs­kampf be­ste­hen will. Es geht auch dar­um, noch die ei­ne oder an­de­re Ver­stär­kung zu ho­len. Grund­sätz­lich lobt Slom­ka „das En­ga­ge­ment und die Ein­satz­be­reit­schaft der Spie­ler“, die in Spa­ni­en mit da­bei sind und meint, dass „wir gut dar­an tun, jetzt auf die Ak­teu­re zu schau­en, die da sind“. Da­bei ha­be er al­ler­dings „ei­ni­ge Über­ra­schun­gen“er­lebt, sagt er: „Das gilt im po­si­ti­ven Sin­ne, aber auch in die an­de­re Rich­tung.“Na­men nennt er in die­sem Zu­sam­men­hang aber nicht. Auch des­halb ist der Blick wei­ter auf den Trans­fer­markt ge­rich­tet. Da­bei wis­sen Slom­ka und Kreu­zer, dass es nicht ein­fach und ver­mut­lich auch nicht bil­lig sein wird, Pro­fis mit der ge­wünsch­ten und er­for­der­li­chen Qua­li­tät zu ver­pflich­ten. Es geht es um Po­si­tio­nen in der In­nen­ver­tei­di­gung und im Mit­tel­feld. Auch ein gro­ßer, kopf­ball­star­ker Stür­mer steht auf der Wun­sch­lis­te, da die An­grei­fer, die Slom­ka zu Ver­fü­gung ste­hen, „al­le sehr ähn­lich sind“, wie er sagt. „Soll­ten wir fün­dig wer­den, glau­be ich, dass wir das auch fi­nan­zi­ell hin­krie­gen“, spricht Kreu­zer da­von, dass „uns das Prä­si­di­um si­gna­li­siert hat, dies zu un­ter­stüt­zen“. Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther be­stä­tig­te die­se Ein­schät­zung des Sport­di­rek­tors ge­gen­über dem SONN­TAG. „Es ist jetzt der Job von Mir­ko Slom­ka und Oli­ver Kreu­zer, zu sa­gen, was ih­rer An­sicht nach not­wen­dig und mög­lich ist. Dann wer­den wir uns ei­nem sol­chen An­sin­nen si­cher nicht ver­schlie­ßen“, mein­te der KSC-Boss. Ver­schlos­sen ge­gen­über dem Wer­ben des KSC ge­ben sich mo­men­tan al­ler­dings Hi­ro­ki Ya­ma­da und En­ri­co Va­len­ti­ni, wenn es um die Ver­län­ge­rung ih­rer aus­lau­fen­den Ver­trä­ge geht. Das kann Kreu­zer nach­voll­zie­hen. „Es ist ein nor­ma­ler Pro­zess, wenn man im Ab­stiegs­kampf steht. Die Spie­ler wol­len wis­sen, wo sie in der nächs­ten Sai­son spie­len. Des­halb wird das al­les noch ei­ne Wei­le dau­ern, bis wir rich­tig für die nächs­te Sai­son pla­nen kön­nen“, sagt er in der Hoff­nung, mög­lichst bald die er­for­der­li­che Pla­nungs­si­cher­heit zu ha­ben.

Per­ma­nent im Dia­log: Chef­coach Mir­ko Slom­ka (links) und Sport­di­rek­tor Oli­ver Kreu­zer ha­ben ge­mein­sam ein gro­ßes Ziel vor Au­gen – den Ab­stieg des KSC in die Drit­te Li­ga zu ver­hin­dern. Fo­to: GES/Prang

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